Land unter e. V.
Land unter e. V.

Aktuelles 2019

14. November 2019

 

Der November bringt auch gute Nachrichten. Wir haben uns erfolgreich am Zukunftspreis der Firma Esders aus Haselünne beteiligt. Das Unternehmen ist in der Umwelttechnik tätig und europaweit erfolgreich. Firmengründer Bend Esders und seiner Familie ist der Erhalt der natürlichen Ressourcen und der Artenvielfalt wichtig - deshalb waren zum 30-jährigen Bestehen des Unternehmens insgesamt drei Preise und 15000 Euro zur Unterstützung wirksamer Aktivitäten zum Artenschutz ausgelobt. Wir waren mit unserer Bewerbung erfolgreich und haben den dritten Platz belegt, für den es 2000 Euro gab. Jürgen Scholz,  Günter Wester und Tobias Böckermann vom Vorstand haben den Preis entgegengenommen. Wir werden das Geld für eines der vielen kommenden Projekte verwenden und bedanken uns sehr herzlich bei der Jury für die Wahl und vor allem beim Unternehmen für sein Engagement, das wir sehr zu schätzen wissen.

Glückwünsche gehen an das Gymnasium Marianum Meppen, das mit seinem Seminarfach "Marianum for Future" den zweiten Platz belegt und an den Angelverein Haselünne, der ein großes Renaturierungsprojekt für seltene Fische startet.

Ausführlich berichtet die Meppener Tagespost hier und die Firma Esders hier

14. November 2019

 

++++update+++++

 

Leider hat sich unsere Befürchtung bestätigt. Beim Verursacher des Übergriffs handelt es sich um einen Wolf. In der folgenden Pressemitteilung haben wir den aktuellen Sachstand und unsere Meinung dazu zusammengetragen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Meppen: Wolf reißt Schafe trotz aufwendiger Einzäunung

Tier hat mehrfach Schafe gerissen

 

Meppen Ein Wolf hat am Versener Heidesee bei Meppen zwei Schafe und eine Ziege gerissen. Der Fall ist heikel, denn der Naturschutzverein Land Unter e.V. hatte die 40 Hektar große Fläche nach wolfsabweisendem Standard gesichert.

Das teilte der Verein jetzt in einer Erklärung mit. Demnach hat sich der Fall bereits am 7. September ereignet, der seit mehr als 20 Jahren in der Landschaftspflege tätige Verein wollte aber vor einer Veröffentlichung sichergehen, dass es sich beim Verursacher tatsächlich um einen Wolf und nicht um einen wildernden Hund handelte.

Wie der Verein mitteilt, hat sich der Verdacht nun aber anhand von Genproben bestätigt, die Wolfsberater Gerd Hopmann am Tag des Übergriffs an zwei verletzten und einem getöteten Tier genommen hatte. Die Proben waren dann durch das Wolfsbüro des Landes Niedersachsen zur Untersuchung ins Senckenberg-Institut in Frankfurt gegeben worden, das alle derartigen Proben untersucht.

Weiteres Ergebnis: Der Wolf konnte identifiziert werden und hat schon zuvor zwei Mal Nutztiere gerissen. Laut Landesjägerschaft Niedersachsen hatte das männliche Tier zuvor unter anderem im Juni in Bösel nördlich von Werlte ebenfalls mehrere Schafe getötet. Diese waren dem Vernehmen nach nicht durch einen ausreichenden Zaun geschützt.

Der Mitteilung des Vereins Land Unter zufolge hatte der Wolf in der Nacht auf den 7. September die erst 2017 am Versener Heidesee errichtete Zaunanlage überwunden – und das obwohl sie den geforderten wolfsabweisenden Standard des Landes Niedersachsen bei weitem übertreffe.

So besteht der 1,40 Meter hohe Zaun aus sechs parallel angeordneten Litzen, die durch das stärkste derzeit am Markt erhältliche Weidezaungerät gespeist wird. Eine Fernüberwachung per SMS-Modul stellt sicher, dass ein Stromausfall oder ein Zaundefekt bemerkt worden wären. Beides falle also als mögliche Ursache aus. Alle Tore sind elektrisch gesichert, streckenweise existiert ein zusätzlicher zweiter, 1,80 Meter hoher Festzaun zur Autobahn A31 und zur B402, den der Wolf erst überklettern müsste, wenn er denn von dort gekommen wäre.

Da der Wolf den elektrifizierten Zaun nicht untergraben habe, stehe man weitgehend vor einem Rätsel, teilt der Vereinsvorstand mit. Eventuell sei der Wolf gesprungen, auch wenn offizielle Stellen dies für unwahrscheinlich hielten. Zwei Mitarbeiterinnen des Wolfsbüros des Landes Niedersachsen hätten den Zaun wenige Tage nach dem Übergriff auf Schwachstellen untersucht und keine gefunden.

Der direkte finanzielle Schaden solle nun zwar vom Land ersetzt werden, teilte der Naturschutzverein mit. Dies sei aber für keinen der ehrenamtlich tätigen Akteure entscheidend. Was bleibe, sei die Tatsache, gegen einen Teil der stetig wachsenden Wolfspopulation offenbar wenig wehrhaft zu sein. Das sei in etwa so, als ob eine Einbrecherbande in einem Wohnviertel ihr Unwesen treibe und keine noch so gute Sicherungsmaßnahme sie vom Eindringen ins eigene Wohnhaus abhalten könne. Man wisse nur nicht, wann es geschehe.

Zudem habe der Wolf erhebliches Tierleid verursacht, das auch für die Tierhalter schwer auszuhalten sei. Ein Schaf und die Ziege hätten aufgrund qualvoller aber nicht sofort tödlicher Verletzungen trotz intensiver tiermedizinischer Betreuung eingeschläfert werden müssen.

Der Verein Land Unter sieht in seinem Fall das Höchstmaß an Sicherung erreicht. Der Einsatz von Herdenschutzhunden sei aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Der Heidesee sei prinzipiell öffentlich zugänglich und werde regelmäßig von Botanikern und Zoologen besucht – potenziell gefährliche Schutzhunde schieden hier deshalb aus.

Im See und an seinem Ufer habe sich einer der wertvollsten Lebensräume des Emslandes gebildet und werde durch die Beweidung mit Bentheimer Landschafen erhalten. Mehr als 90 Tier- und Pflanzenarten der Roten Liste leben hier, viele von ihnen sind auf Beweidung angewiesen.

Ob diese dauerhaft gewährleistet werden kann, bleibt dem Vereinsvorstand zufolge abzuwarten. Der Wolf habe das Potenzial, das Projekt so wie viele andere im Land, zumindest zu gefährden. Der Zaunneubau sei dennoch richtig gewesen – zum einen, weil der alte Zaun ohnehin abgängig gewesen sei und habe ersetzt werden müssen. Außerdem bleibe offen, wie viele Wölfe er möglicherweise bereits abgehalten habe.

 

 

7. September/9. Oktober 2019

 

Es gibt sehr schlechte Nachrichten vom Heidesee. Ein bisher unbekanntes Tier hat ein Schaf getötet und zwei weitere so schwer verletzt, dass sie später eingeschläfert werden mussten. Nach der Untersuchung des Falls durch einen ehrenamtlich tätigen Wolfsberater laufen die Untersuchungen von einigen Genproben noch, die er am toten und den verletzten Tieren genommen hat. Vieles, aber nicht alles, deutet auf einen Wolf als Verursacher hin. In den vergangenen Wochen mehren sich Übergriffe in der Region Emsland. Das Problem: Unsere Fläche am Heidesee ist nahezu optimal geschützt - jedenfalls auf der Grundlage dessen, was man als überhaupt möglich anzusehen vermag. Der Zaun ist höher als vorgegeben, das Stromaggregat das derzeit stärkste auf dem Markt befindliche, Schwachstellen wurden stetig gesucht und kaum gefunden, dann aber ausgebessert. In der fraglichen Nacht gab es nachweislich keine Probleme mit der Stromversorgung oder Ähnliches. Sollte sich bei der Untersuchung der Genproben nicht herausstellen, dass der Verrusacher z.B. ein Hund war, sondern tatsächlich ein Wolf, haben wir ein Problem.

 

Wir erwarten in den kommenden Tagen das endgültige Ergebnis der Untersuchnung. Nach dem Übergriff hat sich das Wolfsbüro des Landes Niedersachsen unseren Zaun mehrfach angesehen bzw. ansehen lassen und auf Schwachstellen überprüft - etwa Einsprunghilfen durch benachbarte Bäume oder Stellen, an denen ein Eindringling durch, unter oder über den Zaun gelangen könnte. Ohne konkretes Ergebnis.

 

Aus unserer Sicht muss der Verursacher durch oder über den Zaun gesprungen sein. In den ersten zwei Wochen nach dem Übergriff haben wir die Tiere nachts in einen Pferch gebracht. Außerdem haben wir Wildkameras aufgehängt. Ergebnis: Marderhunde und Füchse befinden sich in der Fläche. Füchse haben mehrfach versucht, aus der Umzäunung nach draußen zu gelangen und deshalb versucht, sich an scheinbar geeigneten Stellen unter dem untersten Stromdraht durchzubuddeln. Gelungen ist das nicht. Deshalb halten wir es für unwahrscheinlich, dass sich ein Wolf oder ein großer Hund von außen unter dem untersten Draht durchzwängen kann, ohne zu buddeln. Und das ist nachweislich nicht geschehen. Deshalb bleibt nur das Springen, auch wenn das vom Wolfsbüro des Landes Niedersachsen für unwahrscheinlich gehalten wird.      

31. August 2019

 

Im Winter hat der Landkreis Emsland einen Teil der Mansenberge schoppern lassen. Damit wurden Humus, Gras und alte Pflanzenreste entnommen. Das Ziel: Auf dem freigelegten Mineralboden soll wieder mehr Heide keimen. Sie war durch Kahlfrost und Dürre weitgehend ausgefallen. Leider war auch der Sommer 2019 wieder extrem trocken, so dass nur wenig Heide keimen konnte. Da bleibt nur die Hoffnung auf das kommende Jahr.

13. August 2019

 

Seit einigen Wochen ist unsere Korbimkerei in Betrieb. Unser Vorstandsmitglied Günter Wester hat eine Imkerausbildung durchlaufen, gleichzeitig entstand unser Bienenzaun am Heidesee - ein nach altem Vorbild gefertigter Unterstand für mehrere Bienenvölker. Nachdem uns im vergangenen Jahr die extreme Dürre noch einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte - es kam keine Heide zur Blüte - sieht es in diesem Jahr etwas besser aus und ist ein zartes Blütenmeer zu erwarten. Davon sollen dann die beiden Bienenvölker profitieren, die den Grundstock der Imkerei bilden. Eines der Völker ist ein sogenannter Naturschwarm, eingefangen im Juli in der Nähe unseres Sees. Das andere Volk wurde uns in Kooperation mit dem Förderverein Imme Bourtanger Moor als Kunstschwarm vermittelt. Beide sind - und das ist eine Besonderheit - nach altem Vorbild in Körben untergebracht, die selbst schon rund 100 Jahre alt sind und im Emsland und der Grafschaft Bentheim typisch waren. Die Bienen haben sie gut angenommen und ausgebaut. Da Günter Wester auch selbst neue Körbe geflochten hat, sollen diese als nächstes besetzt werden.  Hilfe erfährt der Verein Land Unter nicht nur durch Imme, sondern auch durch den Niederländer Rob van Hernen, der in der Nähe von Zwolle lebt. Informationen über ihn finden sich auf www.degoederaat.nl

30. Juli 2019

 

Wieder ist die Bestimmung einer bisher unentdeckten Art am Heidesee geglückt. Der hier gezeigte Laufkäfer hat allerdings nur einen lateinischen Namen: Paederidus ruficollis ist nur bis zu 8 mm lang, also recht klein. Die Art ist von Nordafrika über Europa bis Kleinasien und Iran verbreitet. Man findet die Tiere meist gesellig an sandigen oder feinkiesigen Ufern von Seen und Flüssen, wo die Tiere im Sonnenschein schnell umherlaufen. Die Käfer leben räuberisch und ernähren sich von anderen Insekten. In Deutschland ist die Art aus vielen Bundesländern mit Ausnahme des Ostens gemeldet und gilt nicht als gefährdet.

 

 

Quelle: www.kerbtier.de

27. Juli 2019

 

Im Rahmen der 25. Auktion für Bentheimer Landschafe in Uelsen in der Grafschaft Bentheim haben wir einen neuen Zuchtbock aus der O-Linie gekauft. Er stammt aus dem betrieb Zwafink aus der Grafschaft Bentheim und damit aus der Landschaftspflege.

Die Grafschafter Schäfer hatten ein umfangreiches Programm vorbereitet und viele Züchter aus ganz Deutschland waren dabei. 

 

Ein ausführlicher Bericht zur Auktion folgt.

25. Juli 2019

 

Ein kleiner Gruß von unseren Ziegen: Sie weiden derzeit auf den Mansenbergen und sollen vor allem Brombeeren fressen. Aber weil Ziegen ihren eigenen Kopf haben, bleibt abzuwarten, ob sie das auch machen. Am Heidesee hatten sie sich zuletzt auf Wasserpflanzen spezialisiert - die Moorbirke, die sie eigentlich fressen sollten, mögen sie leider nicht so gerne.

25. Juli 2019

 

Das Wetter bleibt verrückt in diesen Tagen. Eine ernorme Hitzewelle folgt einer regenarmen Zeit - die Folgen bleiben offen. Immerhin blühen in diesem Jahr am Heidesee wieder rund 140  Lungenenziane - sie leiden unter der Trockenheit und es waren einst deutlich mehr.

23. Juni 2019

 

Schlechte Nachrichten von unserer Orchideenwiese: Das Übersehene Knabenkraut und die Echte Sumpfwurz haben wie erwartet sehr unter der Trockenheit 2018 und auch aktuell gelitten. Nachdem vom Knabenkraut 2018 noch 3561 Exemplare zur Blüte gekommen waren, sind es aktuell ganze 971 - viele davon in schlechtem Zustand. Diese Orchidee ist auf aureichenden Niederschlag angewiesen. Noch schlechter sieht es bei der Sumpfwurz aus. Nach 283 Exemplaren im Vorjahr sind nun ganz 5! zur Blüte gekommen. Was das für die Zukunft dieses vermutlich größten Bestandes im Emsland bedeutet, ist offen.

 

Damit hat das Vorkommen  dieser beiden sehr seltenen Pflanzen erstmals seit Übernahme der Flächenpflege durch uns dramatisch abgenommen - ohne, dass wir etwas geändert hätten. Der Klimawandel bereitet Sorge - in den kommenden Tagen sind Temperaturen von 35 Grad angekündigt, dazu dauerhaft ausbleibender Regen. Gut möglich, dass dann der Rest der Orchideen vertrocknet ist.

Immerhin hatte es in der vergangenen Woche stellenweise einige Liter geregnet, so dass unsere Heide vorerst überleben dürfte. NAchdem im vergangenen Jahr die Heideblüte beinahe vollständig ausgefallen ist, droht dies allerdings auch 2019.  

2. Juni 2019

 

Unsere Pflegeflächen leiden im zweiten Jahr in Folge unter einer erheblichen Dürre. Die Niederschläge in großen teilen des Emslandes entsprechen bei weitem nicht dem üblichen Durchschnitt - im Gegensatz zu vielen anderen Regionen Deutschlands. Die Folge: Die im vergangenen Jahr erheblich vorgeschädigte Heide erholt sich nicht. Dort wor schon bald die Glockenheide blühen sollte, ist alles braun. Die Krähenbeere doht komplett auszufallen, Besenheide, die noch etwas grün in sich trägt, wird bald komplett absterben. Auch neue Keimlinge, die gerade im Mai auf viel Regen angewiesen wären, zeigen schon braune Blattspitzen. Der Ahlder Pool, einer der letzten autochtonen Standorte der Wasserlobelie und nur rund 30 Kilometer vom Heidesee entfernt, ist bereits komplett ausgetrocknet und viele seltene Pflanzen abgestorben. Das wird am Heidesee nicht passieren, weil er tief genug ist. Aber die umgebende Heide wird mindestens zwei Jahre brauchen, um wieder zu keimen, Vergrasung droht. Und die abgeschopperte Fläche auf den Mansenbergen wird, sollte es nicht bald ausgiebig regnen, wohl keine neue Heide sehen. Jedenfalls nicht mehr in diesem Jahr.

 

Eine halbwegs positive Nachricht: Nachdem die Graugans vor sechs Jahrzehnten in Niedersachsen noch annähernd ausgestorben war, breitet sie sich seit Jahren wieder stark aus. Am Heidesee hat in diesem Jahr erstmals ein Gänsepaar erfolgreich gebrütet und führt drei Küken. Nachteil: Gänse produzieren sehr viel Kot, der das Wasser belastet. Aber irgendwas ist ja immer....   

1. Mai 2019

 

Unsere Ablammung ist beendet. Mehr als 50 Lämmer von Schafen und Ziegen sind da, darunter Drillinge von unseren Holländischen Landziegen und auch annähernd komplett schwarzes Bentheimer Landschaf. Der kleine Bock wird leider niemals die Zuchtkriterien für diese Rasse erfüllen, aber weil er so nett aussieht, behalten wir ihn vielleicht. Ein schwarzes Schaf gibt es schließlich in jeder Familie.....

 

Außerdem tut sich endlich etwas in der Natur. Unter anderem hat sich die erste Schlingnatter am Heidesee eingefunden.

14. April 2019

 

Erstmals haben wir unsere Holländischen Landziegen in die Zucht mit einbezogen und im November einen reinrassigen und sehr schönen Bock eingesetzt. Den hatten wir von Schäfer Norbert Rüschen von der Schäferei Emstal in Lathen geliehen. Und jetzt das erste Ergebnis: Drei niedliche Ziegenlämmer.

7. April 2019

 

Und da ist es auch schon, das erste Lamm der neuen Saison. Mutter und Tochter sind wohlauf.

 

Auch die Böcke in Berßen haben wieder etwas Gras vor der Nase. Nach dem Winter und der durch Trockenheit bedingten kargen Zeit ist das eine Wohltat.

 

Ein Teilstück der Mansenberge ist zur Wiederherstellung der vertrockneten Heide geschoppert worden. 

 

Unser Schlepper ist jetzt mit einer Ballenzange ausgestattet. 

2. April 2019

 

Am Versener Heidesee ist wieder eine neue Art entdeckt worden. Der Birkenspinner ist früh im Jahr unterwegs und ist ein Nachtfalter. In Niedersachsen steht er auf der Roten Liste.

 

Unterdessen warten wir auf die ersten Lämmer des Jahres, die in den nächsten Tagen kommen müssten.

10. März 2019

 

Der Meppener Naturschutzverein hat über zahlreiche Erfolge beim Schutz seltener Pflanzen berichtet. Im Rahmen der Hauptversammlung im Meppener Kossehof wurde aber auch deutlich: Die Dürre des Vorjahres hat Folgen.

Einer Pressemitteilung zufolge waren rund 45 der 140 Vereinsmitglieder bei der Generalversammlung dabei. Vorsitzender Tobias Böckermann berichtete, dass der 1996 gegründete Verein derzeit rund 40 Hektar wertvoller Heidelandschaften und Magerrasen mit Bentheimer Landschafen und Niederländischen Landziegen pflege.

Die fünf Naturschutzgebiete liegen rund um Meppen und auf dem Hümmling und beherbergen nach Böckermanns Angaben eine extrem große Artenvielfalt. So finde sich am Versener Heidesee der niedersachsenweit größte Bestand des Gemeinen Igelschlauchs, einer kleinen Heideweiherblume. Auch das Vorkommen des europaweit bedrohten Fadenenzians sei mit 72000 Exemplaren überregional bedeutend. An anderer Stelle betreut der Verein den vermutlich größten Bestand heimischer Orchideen im Emsland. 

Insgesamt kämen auf den vom Verein gepflegten Flächen rund 75 Tier- und 40 Pflanzenarten der Roten Listen vor, unter anderem wurde 2018 der Medizinische Blutegel entdeckt.. Ein großer Teil davon sei auf offene, nährstoffarme Lebensräume angewiesen, was der Verein durch angepasste Beweidung seit inzwischen mehr als 20 Jahren zu erreichen versuche. Die Bentheimer Schafe werden dabei im Herdbuch gezüchtet, der Nachwuchs bundesweit verkauft.

Im vergangenen Jahr habe allerdings die extreme Dürre einen Teil der Heideflächen vertrocknen lassen, berichtete der Vorstand. Deshalb müsse man die Beweidung in diesem Jahr umstellen. Als Reaktion auf die Dürre habe der Landkreis Emsland in Absprache mit dem Verein einen Teil der Mansenberge, eines Heidegebietes in Klein Berßen, mulchen lassen. So soll die Heide wieder neu auskeimen können. 

Böckermann berichtete auch über erste Erfahrungen mit den inzwischen zwei errichteten wolfsabweisenden Elektrozäunen, die am Versener Heidesee und in Berßen in Betrieb genommen wurden. Zahlreiche Schafhalter, aber auch Behördenvertreter hätten sich inzwischen vor Ort informiert. Nach Böckermann Angaben stellen die Zäune für Wildtiere zwar eine Barriere dar, aber keine unüberwindliche. 

Für Kleintiere seien sie ohnehin kein Problem und selbst für Rehe passierbar, auch wenn das nicht so oft vorkomme. Der Vorsitzende betonte angesichts eines Zwischenfalls mit einem wildernden Hund im vergangenen Jahr, dass „wolfsabweisend“ leider wie erwartet nicht „wolfssicher“ bedeute. Dennoch sei man überzeugt, dass kleine Weidetiere wie Schafe und Ziegen nur mit Stromzäunen annähernd wirkungsvoll geschützt werden könnten.

Aufgrund der Ausbreitung des Wolfes auch im Emsland habe man beim Land Niedersachsen Gelder für weitere mobile Elektrozäune beantragt, mit denen die Schafe auf drei nicht wolfsabweisend eingezäunten Flächen geschützt werden sollen, auf denen die Schafe nur kurzzeitig weiden.

Vorstandsmitglieder Günter Wester berichtete über das seit einiger Zeit vorbereitete Bienenprojekt des Vereins. Nach der Errichtung eines sogenannten „Bienenzaunes“ am Versener Heidesee, also eines historischen Vorbildern nachempfundenen Bienenstandes, sollten in diesem Jahr Bienen für die eigene Imkerei angeschafft werden.

Nach dem Kassenbericht von Jürgen Scholz beschloss die Versammlung einstimmig die Entlastung des Vorstandes. Der will in diesem Jahr weitere Projekte vorantreiben, unter anderem den Fuhrpark um den im vergangenen Jahr angeschafften Oldtimer-Traktor erweitern. Damit sollen auch maschinelle Pflegearbeiten möglich werden.

 

 

 

Der Jahresrückblick 2018
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3. Januar 2019

 

Der Verein Land Unter e.V. wünscht alles Gute im neuen Jahr. Gleich zu Jahresbeginn stehen zwei Termine an. Am 9. Januar veranstaltet der Förderverein Imme Bourtanger Moor in Haren  seine jährliche Mitgliederversammlung, zu der auch Gäste eingeladen sind. Nach dem offiziellen Teil um 19 Uhr sind gegen 20 Uhr zwei Vortröge zum Thema Wolf geplant. Zunächst wird Wolfsberater und Förster Björn Wicks über den aktuellen Stand bei der Rückkehr des Wolfes berichten. Danach ist ein Vortrag unseres Vorsitzenden Tobias Böckermann über die Schwierigkeiten geplant, die der Wolf den Tierhaltern bereiten kann. Herdenschutzmaßnahmen werden angesprochen.

 

Ort: Dorfgemeinschaftshaus Wesuwe-Siedlung, Rotdornallee 14, 49733 Haren

 

 

 

Aktuelles 2018

17. November 2018

 

Im Einsatz: Unser neuer, alter Traktor. Wir haben nach vielen Jahren der Ausleihe ins Emsland Moormuseum unsere Rundballenraufe zurückerhalten und aufgestellt. Der Transport erfolgte aufgrund des hohen Gewichtes mit derm Trecker. Gleiches gilt für den Strohballen. 

 

Vor einer Woche haben wir auch unseren Zuchtbock in die Herde gestellt und erwarten in fünf Monaten den nächsten Zuchtjahrgang. 

 

Die Trockenheit hat zu einem extremen Niedrigwasser im Heidesee geführt und auf den Mansenbergen die Heide vertrocknen lassen. Wir überlegen derzeit, wie darauf zu reagieren ist.

 

Außerdem hat offenbar die Zahl der Wölfe im Emsland zugenommen, zumindest häufen sich die Nachweise und auch die Übergriffe auf Schafe. Zuletzt ist in der vergangenen Woche in Haren ein Wolf vom Auto überfahren worden.  

23. Oktober 2018

 

Die diesjährige Beweiung im Bokeloher Beel ist abgeschlossen. Die vielen Pflanzenarten, die so typisch sind für den Lebensraum Sandmagerrasen und Sandheide, haben sich seit Beginn unserer Pflegemaßnahme in diesem
Gebiet hervorragend entwickelt und stark vermehrt. In diesem Jahr haben  die Blumen, Gräser und Kräuter jedoch sehr unter der extremen Dürre gelitten. Auch viele Besenheidepflanzen sind hier in diesem Jahr  vertrocknet. Wir hoffen, dass die Pflanzen sich in den kommenden Jahren  wieder regenerieren und weite ausbreiten. Die Beweidung mit Schafen und  Ziegen fördert die Bestände der schützenswerten Pflanzenarten. Nur die  Rentierflechte, die im Gebiet recht häufig vorkommt, hat die Trockenheit gut  überstanden.

 

 

8. Oktober 2018

 

Die Loki Schmidt Stiftung hat die Besenheide Calluna vulgaris zur Blume des JAhres 2019 ernannt. Das freut uns als Naturschutzverein, der sich um den Erhalt der Heidelandschaften bemüht, natürlich sehr. Und genau darum geht es der Stiftung nach eigenem Bekunden: es soll nicht nur die Besenheide in den Mittelpunkt des Interesses gerückt werden, sondern ihr Lebensraum und mit ihr seltene Insekten oder Blumen.

Denn - das muss man der Vollständigkeit halber anmerken - bei der Besenheide handelt es sich gar nicht um eine Blume, sondern um einen Zwergstrauch. Aber egal - die Schönheit der Heidelandschaften lässt diese botanischen Feinheiten schnell vergessen. Und tatsächlich sind die Heidelandschaften sehr selten geworden: seit 1850 haben sie laut Stiftung europaweit um 80 Prozent abgenommen, im Emsland, in dem wir unsere Arbeit verrichten, dürften es sogar mehr als 95 Prozent sein. 

Deshalb lohnt es sich, die Aufmerksamkeit ein Jahr lang auf die Besenheide zu richten, obwohl sie als eigenständige Art keineswegs gefährdet ist.

 

Hier ein kurzer Auszug aus der Pressemitteilung der Stiftung:

 

"Jeden Sommer verwandeln sich unsere Heidelandschaften in ein lilafarbenes Meer. Zu dem Augenschmaus trägt maßgeblich die Besenheide bei, die dem Besucher ihre zierlichen Blütenstände ab August entgegenstreckt. An der Besenheide tummelt sich das Leben. Ihre Bewohner haben sich mit der Zeit perfekt an die scheinbar lebensfeindlichen Bedingungen ihrer Umgebung angepasst. Kaum zu glauben, doch die artenreichsten Pflanzbestände wachsen tatsächlich auf mageren, sauren und trockenen Böden. Die Besenheide kann unter diesen Lebensraumbedingungen bis zu 40 Jahre alt werden und ist gerade deswegen für viele, teils seltene Insekten eine nachhaltige und verlässliche Futterquelle und Brutstätte.

 

Nicht nur in der Heidelandschaft, die einst durch ausgewogene Viehhaltung und kontrollierte Heidebrände geschaffen wurde, findet die Blume des Jahres optimale Lebensbedingungen. Auch an anderen offenen, sauren und sandigen Standorten, wie zum Beispiel an Waldrändern, in Sandgruben und Dünen, in Hochmooren, auf älteren Brachen und selbst an Straßenrändern ist die Art zu finden. Ein Großteil ihrer Lebensräume ist sehr selten geworden. Die Gründe hierfür reichen von einer Bebauung bis hin zu einem steigenden Stickstoffeintrag über die Luft. "

8. Oktober 2018

 

Der Sommer ist zu Ende, der Herbst beginnt und um diese Jahreszeit haben wir seit vielen Jahren einen Pilz am Heidesee beobachtet, den niemand so recht bestimmen konnte. Nun scheint es gelungen und die kleinen, sehr farben- und formenfrohen Pilze düften zur Art Hygrocybe conica gehören, zu deutsch: Kegeliger Saftling. 

Diese Pilzart kommt zwar in Norddeutschland vor, hat aber imNordwesten eine große Verbreitungslücke - bisher jedenfalls. Im Emsland war bislang kein Vorkommen benannt worden. Saftlinge sind insgesamt sehr selten, weil anspruchsvoll. Stickstoffeintrag zum Beispiel mögen sie nicht. Der Kegelige Saftling bewohnt gerne Schafweiden (was bei uns ja passt) und feuchte Dünentäler. Deshalb steht er auch am Rande des Heidesees am Ufer und teilt sich den Platz tatsächlich mit dem Strandling, steht dabei also an einem Ort, der im Winter unter Wasser steht. Der Kegeloge Saftling gilt als der am wenigsten anspruchsvolle Saftling und kommt deshalb häufiger vor, als seine engen Verwandten. Alle Saftlinge wechseln im Laufe der kurzen Sichtbarkeit ihrer Fruchtstände ihre Farbe und sind am Ende schwarz. Auch bei Berührung und Verletzung neigen sie zum  Schwärzen.

 

Ansonsten ist das Jahr mit Höhen und Tiefen verlaufen. Die Heideblüte ist weitgehend ausgefallen, die Trockenheit hat viel Heide zerstört und wird bis in den Winter nachwirken. Ob dewr Beweidungserfolg der Flächen so gut sein wird, wie in den Vorjahren ist derzeit offen.

24. August 2018

Der Naturpark Hümmling hat einige Videos produzieren lassen, die den Naturpark vorstellen sollen. Unsere Hügelgräberheide spielt in einem der Videos eine Rolle. Wichtigster Teil des Filmes ist aber unser Hund Spy.

30. Juli 2018

 

Die Auktion in Uelsen war für unseren Verein ein kleiner Erfolg. Zwar konnten wir aufgrund einer Fußverletzung einen von drei Böcken nicht auftreiben, die anderen beiden wurden aber beide in Klasse I gekört, hatten also keinerlei Mängel und gute Bewertungsnoten. Allerdings gehören unsere Böcke aufgrund der extensiven Haltung stets zu den leichten Tieren im Feld und sind deshalb bei der Bewertung der besten Tiere nicht vorne zu finden. Einen Bock konnten wir direkt auf der Auktion nach Brandenburg verkaufen,  den zweiten ein paar Tage später ins Emsland.

 

Hier ein ausführlicher Bericht.

21.07.2018
Die Dürre setzt der Natur zu. Eine unserer Pflegeflächen ist das Beel an der Hase im Meppener Ortsteil Bokeloh. Dort pflegen wir einen Sandmagerrasen mit vielen Blumen und Heide. Leider sind in diesem Jahr die Blumen zum größten Teil in der Blüte vertrocknet. Auch die Heide leidet. Etwa die Hälfte der Besenheidepflanzen ist ebenfalls vertrocknet. Unterdessen beginnen die überlebenden Heidepflanzen bereits zu blühen.

Die Mansenberge haben ebenfalls sehr gelitten. Vermutlich können die Schafe dort nicht überwintern wie üblich. 

20. Juli 2018

 

Neuzugang auf vier Rädern: Wir haben uns einen gebrauchten Schlepper zugelegt. Der Deutz ist zwar schon ein Oldie, aber sehr gepflegt und mit Frontlader für unsere Zwecke gut geeignet. Er wird noch ein wenig aufgearbeitet und dann zum Beispiel bei der Heuwerbung, zur Zaunpflege oder zum Füttern im Winter eingesetzt.

18. Juli 2018

 

Wieder ist der Fund einer bedrohten Art gelungen: Die Sumpfschrecke lebt am Heidesee. Diese Heuschreckenart benötigt extensiv genutztes, feuchtes Grünland und findet es offenbar am Rande des Heidesees.

 

Ansonsten macht unseren Weiden die seit 6 Wochen herrschende Dürre schwer zu schaffen. Derzeit steht zu befürchten, dass sogar die Heide vertrocknet.

 

Immerhin kommen einige der schönen Heideweiherblumen jetzt zur Blüte.

05. Juli 2018

 

Wieder ist im Versener Heidesee der Erstfund einer seltenen Tierart gelungen. Ein großes Exemplar des Medizinischen Blutegels (Hirudo medicinalis), ließ sich jetzt an einem warmen Sommertag am Ostufer fotografieren. Der Medizinische Blutegel ist gesetzlich streng geschützt und steht im Anhang der FFH-Richtlinie. Nach der Schlingnatter stellt er damit die derzeit zweite FFH-Art am Heidesee dar.

Der Medizinische Blutegel saugt tatsächlich Blut von Wirbeltieren und wird auch zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Im 19. Jahrhundert wurde H. medicinalis millionenfach für medizinisch-therapeutische Zwecke gesammelt, heute ist er vielerorts nicht mehr nachweisbar und gilt als sehr selten. Mit wenigen Ausnahmen fehlen gezielte Erfassungen für diese FFH-Anhang V-Art. Über die heutige Verbreitung in Deutschland ist kaum etwas bekannt.

Deshalb ist es ein umso größerer Glücksfall, dass sich ein Exemplar zum passenden Zeitpunkt so offen gezeigt hat. Andere, weit weniger seltene Egelarten wie der Pferdeegel konnten schon viele Jahre lang beobachtet werden – sie saugen aber kein Blut, sondern ernähren sich zum Beispiel von Kaulquappen.

Der medizinische Blutegel kann dagegen selbst von Enten, die am Ufer brüten, Blut abzapfen. In der Hauptsache scheint er sich aber von Amphibienblut zu ernähren und ist deshalb auf intakte Gewässer mit großen Beständen angewiesen. Beides ist am Heidesee gegeben, hier laichen vor allem Erdkröten, Gras- und Moorfrösche sowie Grünfrösche in großer Zahl.

Wie viele Blutegel im See leben ist unbekannt, ebenso das Alter des Tieres. Medizinische Blutegel sollen bis zu 25 Jahre alt werden können.

 

Die Bestimmung der Art hat freundlicherweise der Experte Uwe Manzke übernommen, der auch an einer Untersuchung zu dieser Art mitarbeitet. Er ist an weiteren Fundmeldungen interessiert und unter der Seite www.laubfrosch-hannover.com erreichbar. Eines der wenigen bekannten Vorkommen in der Nähe des Heidesees liegt in der Grafschaft Bentheim.

 

Eine Reportage zum Blutegel lesen Sie hier.

 

 

23. Juni 2018

 

Die Orchideenpopulation auf unserer Pflegefläche im Bourtanger Moor hat sich ganz hervorragend entwickelt. Nachdem im vergangenen Jahr 2291 Übersehene Knabenkräuter (Dactylorhiza praetermissa, Foto links)) geblücht hatten, sind es in diesem Jahr 3561.

Und auch der Bestand der Echten Sumpfwurz (Epipactis palustris) hat sich deutlich von 113 auf 283 erhöht.

 

Und ganz besonders erfreulich: Auch am Versener Heidesee hat sich eine einsame Orchidee eingefunden. Hier blüht ein einziges Exemplar des Gefleckten Knabenkrautes, Dactylorhiza  maculata (Foto unten).

 

18. Juni 2018

 

 

Der Sommer schreitet voran und er bringt bunte Farben: Der Sandmagerrasen im Bokeloher Beel steht derzeit annähernd in Vollblüte. Wir hatten die rund 4,8 Hektar große Fläche vor zwei Jahren übernommen. Sie stellt einen der letzten Reste der früher weit verbreiteten trockenen Weiden an Ems und Hase dar, die zunehmend durch Intensivierung der Nutzung verschwunden sind.

Auch das Bokeloher Beel war lange Jahre degeneriert, weil es nicht genutzt wurde. Dann vermittelte der Naturschutzbund Meppen eine Beweidung durch Robustrinder, was auch jahrelang gut funktionierte. Allerdings verschwanden im Laufe der Zeit die Blumen und durch zu intensive Beweidung wurde das Jakobskreuzkraut gefördert, eine für viele Weidetiere giftige einheimische Blume, die sich zuletzt im Nordwesten Deutschlands sehr stark ausgebreitet hat. Über die Ursachen gibt es reichlich Diskussionen. Sicher ist: Rinder und Pferde fressen die Blume in frischem Zustand nicht und fördern damit unter Umständen ihre Ausbreitung.

Im Bokeloher Beel ist das so gewesen und deshalb haben wir die Beweidungsplanung übernommen, nachdem die Kirchengemeinde Bokeloh als Besitzerin uns das Beel zur Pacht überlassen hat. Die Beweidung selbst übernimmt ein befreundeter Schäfer im Spätsommer/Herbst. Dann sind die Blumen ausgeblüht und die Samen verteilt. Gleichzeitig drängt die Beweidung durch Schafe und Ziegen das Jakobskreuzkraut sichtbar zurück. Denn Schafe vertragen mit 2 Kilogramm frischem Jakobskreuzkraut pro Kilo Körpergewicht eine deutlich höhere Dosis der Pflanze als Rinder und sie fressen deshalb im Spätsommer/Herbst die Rosetten des Jakobskreuzkrauts problemlos und sorgen so auf mittlere Sicht dafür, dass die Pflanze wieder seltener wird und nicht die wertvolleren Magerrasenblumen verdrängt.

Im Bokeloher Beel hat das bislang gut funktioniert. Nachdem 2016 und 2017 Schafe dort geweidet haben, gibt es zwar in diesem Jahr weiterhin Jakobskreuzkraut, aber deutlich weniger. Im Gegenzug haben die Schafe die Grasnarbe so weit offen gehalten, dass keine Bäume wachsen können und die anderen Blumen gute Keim- und Wuchsbedingungen vorfinden.

 

Zu sehen sind unter anderem und in teils großer Zahl:

  • Ähriger Ehrenpreis (Symbolpflanze des Emslandes, sehr selten)
  • Echtes Labkraut
  • Silbergras
  • Sand-Thymian
  • Heidenelke
  • Rundblättrige Glockenblume

 

 

22. Mai 2018

 

Die Natur hat einen Riesenschritt gemacht. Mit der Wärme entsteht überall neues Leben. Im Versener Heidesee schwimmen derzeit zehntausende Kaulquappen, Libellen schälen sich aus dem Wasser, um ihr kurzes, elegantes Landleben zu beginnen, Millionen von Mücken treiben auf der Oberfläche. Auf unserer Orchideenfläche haben wir eine neue Art der Roten Liste entdeckt, das Buntblühende Vergissmeinnicht (Myosotis discolor). Es hat sehr kleine, aber unterschiedlich gefärbte Blüten und benötigt sandig-sauren Boden.   Mehr dazu in der Bildergalerie.

23. April 2018

 

Der Bau des neuen Zaunes ist innerhalb von nur zwei Tagen abgeschlossen worden. Die Mitarbeiter der Firma Highland Stall und Weide haben insgesamt rund 1,8 km Zaun auf zwei Teilflächen gebaut.

Und das keinen Tag zu früh. Denn als wir am vergangenen Samstag die Bockherde und einige Ziegen nach Berßen gebracht haben, war kurz zuvor nur wenige Meter von unserer Weide ein Wolf gesichtet worden. Die Angaben dazu haben wir vom benachbarten Landwirt bekommen, der auch ein Video von dem Tier gemacht hat. Wir sind deshalb sehr zufrieden, dass uns der Zaunbau mit Unterstützung des Landkreises Emsland und des Landes Niedersachsen geglückt ist.

20. April 2018

 

Am kommenden Montag beginnt der Aufbau unseres neuen Zaunes im Naturschutzgebiet Mansenberge auf dem Hümmling. Die Vorbereitungen haben viel Zeit in Anspruch genommen und wir sind dem Landkreis Emsland und seinen Mitarbeitern um Heinz Helle dankbar für den Abbau des alten Zaunes, der nach mehr als 20 Jahren abgängig war. Das bedeutet: an einigen Stellen war er durch stetigen Laubfall aus der Wallhecke so tief ins Erdreich „eingesunken“, dass er nicht einmal mehr 80 Zentimeter hoch war. Für unsere hochbeinigen Bentheimer Landschafe war damit nicht einmal die Hütesicherheit mehr gegeben. Von einem wolfsabweisenden Grundschutz kann noch weniger die Rede sein.

Deshalb haben wir den Neubau geplant und durch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Emsland dabei wiederum viel Unterstützung erfahren. Der Zaun musste also ohnehin neu errichtet werden und weil alles andere keinen Sinn mehr macht, musste er nach wolfsabweisendem Standard gebaut werden.

Was weniger Spaß gemacht hat, war die Antragstellung auf Fördermittel beim Land Niedersachsen. Wichtig ist zu wissen:

Aus dem Wolfsprogramm des Landes werden bislang nur 80 Prozent der anfallenden Materialkosten bezahlt. Für den Aufbau des Zaunes (Arbeitslohn) zahlt das Land in unserem Fall nichts. Die Empfehlung, sich einer Freiwilligentruppe zu bedienen, die 2 Meter lange Pfosten von Hand einbuddeln sollte, war wenig hilfreich.

Die 80 Prozent der Materialkosten werden aber nur auf Grundlage der vorhandenen Tiere und nicht auf Grundlage des zu errichtenden Zaunes bezahlt, was immer zu einer Deckungslücke führt, auch bei uns.

Außerdem gibt es zwar Standards für den wolfsabweisenden Grundschutz was Höhe oder Abstand der Litzen angeht, aber ansonsten ist die Förderung nur schwer bis gar nicht nachvollziehbar.

Am Ende aber stehen ein Förderbescheid des NLWKN, eine Förderzusage des Landkreises Emsland und Eigenmittel unseres gemeinnützigen Vereins, so dass die Finanzierung steht und der Bau beginnen kann.

Erfreulich und ärgerlich zugleich sind Ankündigungen von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies, die Förderpraxis zu vereinfachen, 100 Prozent der Kosten zu übernehmen und auch die Halter von Hobbytierhaltern zu fördern. Das ist aus unserer Sicht dringend notwendig, kommt aber in unserem Fall leider zu spät.

Dass wir dennoch mit unserem neuen Zaun nicht zu früh kommen, zeigen mehrere Schafrisse, die sich in den vergangenen Monaten in unmittelbarer Umgebung unserer Weide ereignet haben. Auf der benachbarten WTD 91 gibt es nachweislich mindestens zwei Wölfe, vielleicht auch schon ein Rudel. Auf jeden Fall hält sich ein Tier zunehmend auch auf der östlichen Seite der in der WTD liegenden Tinner Dose auf, also in der Nähe unserer Schafe.

7. April 2018

 

Das endlich etwas wärmere Wetter hat die erste Schlingnatter aufgeweckt. 

 

Besonders erfreulich: nur einen Tag später ist der Nachweis eines Jungtieres gelungen, das sich wie die anderen Schlangen auch, unter einem Wärmeblech eingefunden hatte. Diese Bleche haben Schlangenkenner des Naturschutzbundes Deutschland NABU bei uns ausgelegt.

03. April 2018

 

Der niederländische TV-Sender TV Noord hat unseren Stall am Heidesee besucht. Thema der Sendung war der Wolf, der auch in den Niederlanden Fuß zu fassen scheint und eine Debatte über den Schutz der Schafe ausgelöst hat. Die Sendung findet sich hier, der Beitrag beginnt gleich am Anfang der Sendung.

 

Außerdem lohnt ein Blick auf die Seite des niederländischen Imkers Rob van Hernen. Er betreibt Bienenzucht in traditionellen Körben und unterstützt uns beim Aufbau einer eigenen kleinen Imkerei.

 

27.März 2018

 

Die Lammzeit hat begonnen. Die ersten fünf von etwa 34 Mutterschafen haben gelammt - leider wieder wie im Vorjahr bei kühler und feuchter Witterung. Die Tiere lammen in der Heide und kommen dann in den Stall, wo sie sich ein bis zwei Tage  in einer eigenen Box an ihre Lämmer gewöhnen. Danach geht es in eine Kleingruppe und dann wieder in die Heide.

 

Die Stadt Meppen hat von unseren Obstbäumen  der Sorte Bödikers Goldrenette Reiser geschnitten. Damit werden etwa 30 Veredelungen in Auftrag gegeben, also 30 neue Bäume dieser höchst seltenen Sorte kultiviert. Bödikers Goldenette wurde einst in Meppen gezüchtet, nämlich vor etwa 150 Jahren. Mehr dazu hier

17. März 2018

 

In der Region sind wieder Wölfe unterwegs, unter anderem in Haren-Düne und damit ganz in der Nähe unserer Schafe am Heidesee. Mehr dazu hier. Bewegung könnte in den Bau unseres wolfsabweisenden Zaunes auf dem Hümmling kommen. Wir warten täglich auf einen Förderbescheid des Wolfsbüros im Land Niedersachsen.

07. März 2018

 

Ein sehr interessantes Treffen hat am Versener Heidesee stattgefunden. Auf Einladung unseres Zaunbauers Highland Stall & Weide ist eine Delegation des weltweit führenden Weidezaungeräteherstellers Gallagher zum See gekommen.

 

Mark Harris, der weltweite Verkaufsleiter sowie Punit Solanski, Projektleiter Elektrotechnik kamen aus Neuseeland und aus den Niederlanden Meindert Dijkstra, Geschäftsführer Gallagher Europe sowie Vincent Staal, Produktmanager Europa. Sie standen Vertretern des Landes Niedersachsen und des Landkreises Emsland Rede und Antwort und zwar in Bezug auf die Technik der Weidezaungeräte und ihre sinnvolle Dimensionierung. Der Versener Heidesee wurde als Treffpunkt ausgewählt, weil er für die Beteiligten relativ zentral und einfach zu erreichen war und wir ein Gallagher-Gerät in Betrieb haben. Anschließend haben sich die Beteiligten auf dem Betriebshof der Staatlichen Moorverwaltung zwei Geräte angesehen, mit denen lange Stromzäune vom Bewuchs freigehalten werden können. Der Bewuchs ist das größte Problem der E-Zäune.

 

Mit unserem aktuell laufenden Antrag auf Bezuschussung eines neuen wolfsabweisenden Zaunes auf dem Hümmling hatte das Treffen nichts zu tun. Hier hat sich das Land leider auch nach mehr als drei Monaten noch nicht dazu durchringen können, uns die Höhe der Förderung mitzuteilen. Das bereitet uns und dem Landkreis Emsland druchaus zeitliche und logistische Probleme, ist aber ganz offensichtlich nicht zu ändern.    

18. Februar 2018

 

Auf dem Hümmling sind offenbar Viehdiebe unterwegs. Am Rande der Mansenberge haben Spaziergänger die Schlachtabfälle eines trächtigen Mutterschafes gefunden, das vermutlich gestohlen und dann geschlachtet worden ist. Unsere Herde besteht allerdings nur aus Böcken und ist vollzählig. Deshalb wissen wir nicht, wem das Schaf zuvor gestohlen worden ist.

Angeblich sind in den vergangenen Jahren mehrfach Nutztiere in der Region illegal geschlachtet worden.

Der Kolkrabe im Emsland
Kolkraben.pdf
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28. Januar 2018

 

Die Moorverwaltung hat freundlicherweise am Heidesee die Binsen und überstehende Heide gemäht. Die Binsen werden von den Schafen zwar angefressen, aber nur zuzm Zeitpunkt der Samenreife. Zurückdrängen können sie sie kaum, da hilft ein Schnitt deutlich besser. Die Binsen zeigen meistens Staunässe oder einen verdichteten Boden an. An einigen Stellen am See gibt es das durchaus, da vermutlich schwere Maschinen hier zum Einsatz gekommen sind.

 

 

Eine sehr interessante Broschüre über den Wollingster See hat der Biologe und Heideweiherfachmann Hans-Christoph Vahle veröffentlicht. Darin beschäftigt er sich mit der Frage, wie der Wollingster See, der in der Wesermünder Geest zwischen den Orten Wollingst und Appeln in der Samtgemeinde Beverstedt, 20 km östlich von Bremerhaven, liegt, gerettet werden kann. Genauer gesagt, geht es um die seltene Pflanzenwelt, denn der See ist einer letzten Heideseen Deutschlands, in denen noch Lobelie und Strandling vorkommen. Außerdem gibt es dort den dritten, noch viel selteneren Heideweiherspezialisten, das Brachsenkraut. Der See ist schon sehr alt und ähnelte einst dem Heidesee in Versen. Allerdings verlandet er zunehmend, es bildet sich Schlamm an den Ufern wo Strandling und Co. reinen Sand bräuchten. Außerdem bereiten wühlende Fische Schwierigkeiten. In seiner Broschüre hat Vahle auch einige Fotos vom Versener Heidesee verwendet - er war 2016 bei uns und hat eine aufwendige Kartierung durchgeführt.

 

Am Wollingster See ist ebenfalls ein gemeinnütziger Verein für dessen Erhalt tätig, siehe hier.  Die Broschüre kann man hier herunterladen.

07. Januar 2018

 

Bei bestem Wetter haben wir unseren Neujahrsempfang veranstaltet. Rund 25 Personen waren dabei und haben einen Spaziergang zum See unternommen. Wir wünschen alles Gute für 2018.

Aktuelles 2017

23. Dezember 2017

 

Seit ein paar Tagen ist es amtlich: Ein Wolf hat in Spahnharrenstätte auf dem Hümmling im Emsland eine Schafherde attackiert. Drei Tiere waren tot, zwei mussten eingeschläfert werden, acht sind verschollen. Einen Bericht dazu lesen Sie hier. Für den Schäfer war das ein Schock und für uns eine weitere Ermunterung, auch die Zäune auf Mansenberge neu zu errichten und mit Strom auszustatten.

Daran arbeiten wir gemeinsam mit dem Landkreisd Emsland bereits seit einigen Monaten - eigentlich war eine weitere Baumaßnahme so kurz nach dem Heidesee noch nciht vorgesehen. Aber die Zäune auf Mansenberge sind 20 Jahre alt und zum Teil so abgängig, dass sie ohnehin jetzt erneuert werden müssten. Da erging der Beschluss, den Ersatz gleich wolfsabweisend zu gestalten. 

 

Wir haben inzwischen Angebote eingeholt und werden einen Antrag beim Land Niedersachsen auf Cofinanzierung von maximal 80 Prozent der Materialkosten aus dem Wolfsprogramm stellen. Der Landkreis Emslans hat ebenfalls eine erhebliche Cofinanzierung zugesagt. Wenn alles glatt läuft, soll der Zaun im Frühjahr errichtet werden.

 

Update Januar 2018: Der Antrag beim NLWKN wurde gestellt.

9. Dezember 2017

 

Seit mehreren Jahren engagieren sich der Naturschutzverein Land Unter e.V., der NABU und die Bokeloher Kirchengemeinde gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Emsland um den Erhalt des Magerrasens und der Heide im Bokeloher Beel. Ein Zwischenfazit nach zwei Jahren:

 

Daher wurde die Fläche bereits vor Jahren durch ehrenamtliche Aktive des NABU entkusselt, nachdem die spätblühende Traubenkirsche bereits Teilbereiche vollständig überwucherte. Die Beweidung mit Robustrindern sollte ursprünglich dem Ziel der Biotoppflege  dienen, allerdings fand durch die stetige Erhöhung der Viehdichte mit der Zeit eine zu intensive Beweidung statt, so dass Blumen, Kräuter und Heide von  der Fläche verschwanden. Stattdessen breitete sich das giftige Jakobskreuzkraut stark aus, da es von den Rindern gemieden wird.

 

Seit 2016 wurde die Beweidung verändert. Der Naturschutzverein Land Unter e.V. ist nun Pächter der Fläche, die sich im Eigentum der Kirchengemeinde befindet. Im Auftrag des Vereins wird der komplette südöstliche Teil des Beels von einem Schäfer beweidet, der vom Land Unter e.V. für diese Dienstleistung bezahlt wird. Es weiden nun keine Rinder mehr dort, dafür Schafe und zwei Ziegen.

 

Die Beweidung findet im Herbst für eine kürzere Zeit, aber mit einer größeren Tierzahl statt. So wird die Grasnarbe verjüngt und seltene Magerrasenarten können keimen. Außerdem können die Blumen, Kräuter und die Heide über den  Sommer ungehindert aufwachsen, blühen und zur Samenreife kommen. Da sich nun wieder viele verschiedene Pflanzen ausbreiten können, stellen diese eine zunehmende Konkurrenz für das Jakobskreuzkraut dar. Vor allem seine Rosetten, die der Überwinterung dienen, werden von den Schafen im Gegensatz zu den Rindern gefressen. Das Jakobskreuzkraut ist seit Beginn der Beweidungsumstellung in der Folge deutlich zurückgegangen.

 

Dafür ist die Besenheide aus alten Samenbänken wieder aufgewachsen und kommt wieder in einem schönen Bestand vor. Praktisch alle Blumen der Sandmagerrasen sind wieder vorhanden und haben sich stark ausgebreitet. Viele schützenswerte Arten kommen nun wieder tausendfach vor. So stellt dieser Magerrasen sicher einen der am besten ausgeprägten seiner Art im Emsland dar. Mit dem Ährigen Ehrenpreis hat sich auch eine besonders seltene Art wieder angesiedelt. Er kommt in  Westniedersachsen nur noch an vier Stellen vor und das Vorkommen im Beel ist mit Abstand das größte davon.

Die Bäume im Beel (zumeist Stieleichen) sollen erhalten bleiben. Solche Hute- und Kratteichen sind typisch für diese Art von Weidelandschaften und bieten Nistgelegenheit für verschiedene Vogelarten.

Weiterhin hat die Eulenschutzgruppe des NABU im Beel Nisthilfen für den Steinkauz angebracht. Wir hoffen auf eine Ansiedlung in den kommenden  Jahren, da der Lebensraum alle Ansprüche dieser bedrohten Eulenart erfüllt.

31. Oktober 2017

 

Eine arbeitsreiche Zeit liegt hinter uns. Nicht nur hatten zwei Herbststürme auch sowohl in Berßen als auch am Heidesee Bäume auf unsere Zäune gestürzt, die dann entfernt wereden mussten. Auch stand der Verkauf der diesjährigen Nachzucht an. Wir haben Zuchttiere nach Emstek in Niedersachsen, in die Lüneburger Heide und nach Thüringen verkauft. Einige Herdbuchtiere gingen auch auf den Hümmling im Emsland.

Unser neuer Zuchtbock ist seit ein paar Tagen im Einsatz, die beiden Schafzüchter Ludwig und Stefan Schmitz aus Werpeloh haben sechs vielversprechende Böcke für die Auktion 2018 in Uelsen ausgesucht. Außerdem haben wir den Weidezaun am Heidesee freigeschnitten, im Bokeloher Beel hat die Beweidung begonnen und die Orchideenwiese im Bourtanger Moor ist ebenfalls kahlgefressen. Das Schaf auf dem Bild oben hatte Hunger und ist in der umgestürzten Hafertonne steckengeblieben. Aber das war schnell befreit. Derzeit laufen erste Vorbereitungen, um auch den Weidezaun auf den Mansenbergen neu zu errichten. Er ist nach 22 Jahren in Teilen abgängig und soll wenn möglich ebenfalls wolfssicher gebaut werden. 

15. September 2017

 

Wir freuen uns, dass eine Truppe Jugendlicher aus vielen Teilen der Erde im Emsland an einem Naturschutz-Workcamp teilgenommen und dabei auch unseren Heidesee besucht hat. Denn die jungen Leute aus  Algerien, Mexiko oder der Türkei haben nicht nur die Natur genossen, sondern richtig mit angepackt und zwei Tage lang aufkommende Birken gezogen. Die Birken stehen der Heideentwicklung im Wege. Das Camp, das von Maike Hoberg vom Hotspot-Emsland-Projekt organisiert wurde, war ein großer Erfolg. Mehr dazu in zwei Zeitungsartikeln, die hier und hier zu finden sind.

 

3. September 2017

 

Unter dem Motto "Heideblüte und botanische Kostbarkeiten" hat eine gemeinsame Exkursion von NABU und Land Unter e.V. an den Versener Heidesee geführt. Bei schönem Wetter konnte an diesem Nachmittag die Heidelandschaft in ihrer vollen Blüte bewundert werden. Das Vorkommen zahlreicher stark bedrohter Pflanzenarten im NSG versetzte manchen der mehr als 30 Naturfreunde ins Staunen. Es wurde deutlich, dass dieses Schutzgebiet ein Hot Spot des Artenschutzes im Emsland und darüber hinaus darstellt. Die Teilnehmer hatten weiterhin die Gelegenheit, sich über unsere Biotoppflegemaßnahmen im Naturschutzgebiet zu informieren.
 

24. August 2017

 

Auf Anfrage des Naturparkes Hümmling spielen unsere Schafe auf den Mansenbergen in einemWerbefilm mit. Die Firma Freshmotion aus Lingen hat einen Tag lang gedreht. Leider blüht ausgerechnet in diesem Jahr die Heide auf dem Hümmling aufgrund der Trockenheit sehr dürftig.

Einen Tag später hat eine Journalistengruppe mit Teilnehmern aus ganz Deutschland den Versener Heidesee besucht. Hier kam die Anfrage nach einer Führung vom Internationalen Naturpark Moor.

 

Einen schönen Reisebericht des Portals Reisefeder finden Sie hier

 

Weinen weiteren Reisebericht finden Sie hier.

 

Einen Bericht der Meppener Tagespost mit schönem Foto sehen Sie hier.

20. August 2017

 

 

Die offizielle Vorstellung unseres Weidezauns hat Spaß gemacht. Wir danken mehr als 100 Gästen aus Politik, Verwaltung und natürlich aus unserem Verein. Außerdem waren viele Gäste und Interessierte anwesend.

Das Bild rechts zeigt den Vorstand und die Ehrengäste.

 

 

 

 

Der Vorstand möchte sich an dieser Stelle noch einmal herzlich bei allen Beteiligten bedanken, unter anderem auch bei der Fiema Plane & Gut aus Meppen für ein geliehenes Zelt..

 

 

 

 

 

Festakt zur Inbetriebnahme:

Zaun soll Schafe am Versener Heidesee vor Wölfen schützen

 

Meppen. Der Meppener Naturschutzverein Land Unter e.V. hat seine neue Zaunanlage offiziell in Betrieb genommen. Sie dient unter anderem dem Schutz der vereinseigenen Schafe vor dem Wolf.

 

Rund 50000 Euro habe der Bau des Zaunes samt Nebenanlagen im Naturschutzgebiet Versener Heidesee gekostet, berichtete Vorsitzender Tobias Böckermann laut Pressemitteilung. Bei einem Festakt im Schafstall des Vereins mit mehr als 100 Gästen dankte er allen am Bau und der Finanzierung beteiligten Behörden, Institutionen und Firmen.

Er erläuterte die Gründe für den Bau eines neuen Zaunes am Heidesee. Demnach war der alte aus dem Jahr 1999 abgängig. Die Ausbreitung des Wolfes ins Emsland habe zudem die Errichtung eines „wolfsabweisenden Grundschutzes“ erforderlich gemacht, für den das Land Niedersachsen Mindeststandards vorgebe. Allerdings sei nur ein Teil der Bausumme allein dem Wolfsschutz zuzuschreiben, da ein neuer Zaun auch ohne ihn hätte errichtet werden müssen.

Andere Wolfsschutzmaßnahmen wie Esel oder Herdenschutzhunde seien aus verschiedenen Gründen nicht umsetzbar gewesen.

 

83 Arten der Roten Listen

Der vor 20 Jahren im Zuge des Autobahnbaus entstandene Heidesee stelle inzwischen eines der artenreichsten Naturschutzgebiete der Region dar – hier lebten 83 gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Hervorzuheben seien die Pflanzen der Heideweiher wie Fadenenzian, Igelschlauch oder Strandling. Sie alle seien einst im Emsland typisch gewesen und auf die Beweidung der Ufer durch Schafe angewiesen. Ansonsten komme schnell Wald auf, der die Licht und Sandboden liebenden Pflanzen verdränge, sagte der Vorsitzende.

Eine mechanische Pflege sei kaum vergleichbar möglich und würde laut Land Unter e.V. bis zu 20000 Euro pro Jahr kosten. Deshalb sei ein elektrifizierter Zaun die einzige kostengünstige und dauerhafte Möglichkeit zum Erhalt des Naturschutzgebietes in der jetzigen Form gewesen

 

Bemühen um Finanzierung

Drei Jahre lang habe man sich um eine Finanzierung bemüht, die leider aus dem eigentlich dafür vorgesehenen Wolfsprogramm des Landes nicht möglich gewesen sei. „Denn dort werden nur 80 Prozent der Materialkosten bezahlt. Bei 3,5 Kilometern Zaun ist es im Ehrenamt, in dem der Vorstand bereits 600 Stunden pro Jahr leistet, aber nicht zu schaffen, selbst einen solchen Zaun zu bauen.“ Außerdem berechne das Land die Zuschüsse für Wolfszäune nicht nach den Erfordernissen vor Ort, sondern nach der Zahl der gehaltenen Schafe. „Heidepflege erfolgt aber extensiv, also mit wenigen Tieren auf großer Fläche. Vom Land hätten wir deshalb maximal 6566 Euro erhalten.“

Nun also sei eine andere Lösung gefunden worden. Aus dem Leader-Projekt Moor ohne Grenzen seien bis zu 25000 Euro zugesagt worden, der Landkreis Emsland habe 15000 Euro bereitgestellt und die Emsländische Sparkassenstiftung 8500. Der Verein steuere rund 5000 Euro aus Eigenmitteln für das Gesamtprojekt bei, zu dem unter anderem auch die Anschaffung von Niederländischen Landziegen gehöre.

 

Neue Landziegen

Der Verein dankte den vielen Mitstreitern in den eigenen Reihen und in den mit dem Bau befassten Behörden. „Wir sind im Emsland sehr gut unterstützt worden“, sagte Böckermann.

Landrat Reinhard Winter dankte dem Verein für den Erhalt einer „charakteristischen Landschaft.“ Diese sei ein wertvolles Kapital des Emslandes, in dem 15000 Hektar unter Naturschutz und 25000 Hektar unter Landschaftsschutz stünden. Viele ehrenamtliche Initiativen kümmerten sich um deren Erhalt und bildeten gemeinsam mit dem Hauptamt die Grundlage für den Erfolg.

Auch Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein lobte das ehrenamtliche Engagement und freute sich über das artenreiche „Kleinod“ vor Meppens Haustür.

 

Lob und Dank

Oliver Rosen von der Emsländischen Sparkassenstiftung sah „Parallelen zwischen dem Verein und den Zielen der Stiftung“. Die Stiftung engagiere sich unter anderem für die Erhaltung von Kunst und Kultur, im Heimatgedanken und beim Denkmalschutz. Grundsatz sei die „Hilfe zur Selbsthilfe. Wir suchen dabei das ehrenamtliche Engagement. Und das wollen wir fördern.“

Und Sylvia Backers, Leiterin des Amtes für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, Geschäftsstelle Meppen, das unter anderem für die Vergabe der Leader-Mittel verantwortlich ist, war sich sicher, dass das Geld in ein sehr bedeutsames und unterstützenswertes Projekt geflossen sei.

Das sah übrigens auch das Ehepaar Bäumler so. Mit 577 Kilometern hatten die beiden Vereinsmitglieder die weiteste Anreise zum Festakt. Zu den Ehrengästen gehörten neben den genannten Festrednern auch der CDU-Landtagsabgeordnete Bernd-Carsten Hiebing, der Leiter der Moorverwaltung Eberhard Masch, Versens Ortsvorsteher Gerd Gels und der stellvertretende Vorsitzende des Landes-Schafzuchtverbandes Weser-Ems, Ludwig Schmitz.

Nach den Festreden führte der Vereinsvorstand die rund 100 Gäste durch die Heide. Ein befreundeter Schäfer zeigte mit seinem Hütehund eine kleine Hütevorführung.

30. Juli 2017

 

Die Auktion in Uelsen hat in diesem Jahr ohne einen Bock aus unserem Bestand stattgefunden. Wir hatten einfach keine Zeit. Dafür haben wir den Siegerbock der gesamten Auktion für unsere Zucht ersteigern können. Er stammt aus Emsland, nämlich vom Betrieb Steenken aus Werpeloh.

12. Juli 2017

 

Im Bokeloher Beel beginnt der Sandmagerrasen zu blühen. Die Pflege der Fläche hatten wir 2016 in Zusammenarbeit mit einem befreundeten Schäfer übernommen. Hauptziel war die Erhaltung des damals stark überweideten, aber mit dem giftigen Jakobskreuzkraut übersähten 4,8 Hektar großen Gebietes als an der Hase selten gewordener Offenstandort.

Die Schafe haben bisher dort weidende Kühe ersetzt. Letztere hatten das Kreuzkraut verschmäht und so gefördert. Außerdem wurden die Schafe sehr sparsam eingesetzt und die Fläche nur einmal abgeweidet. Hinzu kamen Pflegemaßnahmen mit dem Freischneider.

In diesem Jahr ist das Kreuzkraut deutlich zurückgegangen. Stattdessen steht der Ährige Ehrenpreis in blauer Blüte,  eine der Charakterblumen des Landkreises Emsland. Er wächst im Emsland nur noch an sehr wenigen Orten. Gelb blüht das Labkraut, das auch ganz hervorragend duftet. Das zweite Foto zeigt die Dornige Hauhechel (Fotos: Carsten Marien).

25. Juni 2017

 

Bei so viel Bauerei kann der eigentliche Pflegeerfolg schon mal aus dem Blick geraten. Aber die Natur hat sich trotz extremer Trockenheit in diesem Frühjahr weiterentwickelt.

So haben auf unserer Orchideenfläche in diesem Jahr rund 2200 Übersehene Knabenkräuter geblüht und damit 700 weniger als im vergangenen Jahr. Die Blume hat deutlich unter der Trockenheit gelitten, so dass viele Exemplare nicht zur Blüte kamen.

 

Am Heidesee ist der Wasserstand so stark gesunken, dass mehrere Strandlingsfelder seit Wochen auf dem Trockenen liegen. Das mach den Pflanzen nichts aus, sie können das eine Zeitlang aushalten und nutzten die Gelegenheit, zu blühen. Das ist ein durchaus seltenes Bild und zeigt einen der Vermehrungswege dieser Extrempflanze. Meistens vermehrt sie sich durch Ausläufer im Wasser, manchmal aber eben auch durch Samenbildung.

 

Und auch der Fadenenzian ist wieder da - mehr Exemplare als im Vorjahr scheinen es zu sein. Die Vielästige Glanzleuchteralge beginnt derweil mit dem Austrieb aus dem Sandboden.

21. Juni 2017

 

Nachdem der Zaun nun fertig ist und sowohl als wolfs- als auch als ziegensicher gilt, haben wir neue Mitarbeiter eingestellt. Sechs Niederländische Landziegen sollen und dabei helfen, den Aufwuchs an Moorbirken besser in den Griff zu bekommen.

 

Die „Nederlandse Landgeit“ wurde für die ehemals kleinräumige Landwirtschaft in den Niederlanden gezüchtet, vor allem als Milchlieferant. Auf Gemälden aus der Zeit zwischen 1600 und 1750 taucht sie häufig auf. Die widerstandsfähige Rasse war Anfang des 20. Jahrhunderts fast überall in den Niederlanden verbreitet.

Als Folge von Einkreuzungen ausländischer Milchrassen und aufgrund des abnehmenden Interesses nach der einsetzenden Intensivierung der Landwirtschaft war die Niederländische Landziege um das Jahr 1950 aber fast verschwunden – ein Schicksal, das sie mit vielen alten Haustierrasen teilte.

Im Jahre 1958 kamen die letzten beiden bekannten Exemplare, ein Bock und eine Geiß, zu einer Schafherde in einem Naturreservat, später wurden sie an den Tierpark Blijdorp in Rotterdam weitergegeben. Ein Bock und zwei Geißen kamen 1969 in einen Tierpark in Emmen, wo der Bestand bis 1971 auf 13 Tiere zunahm. Um den Inzuchtgrad zu senken, wurden Ziegen anderer Rassen eingekreuzt, die den Landziegen äußerlich sehr ähnelten. 2002 waren wieder mehr als 1600 Tiere im Herdbuch verzeichnet.

22. Mai 2017

 

Der Bau unseres neuen Zaunes am Heidesee hat begonnen. Die Firma Highland Stall und Weide aus Oyten hat schnell gearbeitet, der Bau wird aber noch gut eine Woche dauern. Wir hoffen derzeit, dass der Stromanschluss rechtzeitig errichtet wird.

Die Trasse für den 3,6 Kilometer langen ist vor dem Bau von der Staatlichen Moorverwaltung freundlicherweise freigestellt worden und der alte Zaun wurde abgebaut.

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© Land unter e. V. Fotos und Layout: Tobias Böckermann