Land unter e. V.
Land unter e. V.

2016 (das Beste)

Der Ährige Ehrenpreis mit Heidenelke im Bokeloher Beel 2016. Foto: Carsten Marien

8. Juli 2016

 

In diesem Jahr starten wir ein neues Beweidungsprojekt: In Meppen-Bokeloh haben wir an der Hase einen Sandmagerrasen übernommen. Das "Bokeloher Beel" ist 4,8 Hektar groß und gehört der Kirchengemeinde Bokeloh. Das Gebiet stellt einen der wenigen Reste jener beweideten Sandlandschaften dar, die es einst an Ems und Hase sehr zahlreich gab.

Das Besondere: im Bokeloher Beel blüht einer sehr seltene und zugleich sehr hübsche Pflanze zu Hunderten: der Ährige Ehrenpreis. Diese blaue Blume benötigt mageren Sandboden bei gleichzeitiger Beweidung, um gut zu Blüte zu kommen. Er wächst gerne gemeinsam mit Magerrasenarten wie der Heidenelke oder dem Echten Labkraut. Das Bokeloher Beel stellt eines von nur etwa drei Vorkommen im Emsland (eines liegt im NSG Borkener Paradies) und damit ganz Westniedersachsen dar, ansonsten hat die Art hier keinen Lebensraum mehr und kommt hauptsächlich in Ostdeutschland an der Elbe vor. Insgesamt ist der Ehrenpreis recht selten und steht in Niedersachsen auf der Roten Liste.

Im Bokeloher Beel litt die Art zuletzt unter der zu starken Beweidung der Fläche durch Rinder. Das hat auch dazu geführt, dass sich das bei Rinder- und Pferdehaltern wegen seiner Giftigkeit gefürchtete   Jakobs-Kreuzkraut im Beel extrem ausgebreitet hat: während die Magerrasenarten litten, vermehrte sich das vom Vieh verschmähte Kreuzkraut.

Deshalb hat der Verein Land Unter 2016 die Fläche von der Kirchengemeinde Bokeloh gepachtet mit dem Ziel, die Magerrasenarten zu fördern und das Kreuzkraut zurückzudrängen. Deshalb haben wir zunächst die Fläche bisher aus der Beweidung genommen, um den seltenen Pflanzen und auch dem Heidekraut einen Neustart zu ermöglichen. Damit das Kreuzkraut sich derweil nicht noch stärker ausbreitet, haben Carsten Marien und Markus Paetzold aus unserem Vorstand jetzt die Blüten abgeschnitten, so dass eine Auskeimung begrenzt wird.

Im Herbst wird dann Dirk Gerrits, der für uns schon eine weitere Fläche als Lohnschäfer bewirtschaftet, das Beel scharf abweiden. Seine Bentheimer Landschafe haben im Gegensatz zu Rindern kein Problem mit dem Jakobs-Kreuzkraut und fressen seine Rosetten einfach auf. So lautet jedenfalls der Plan verknüpft mit der Hoffnung, dass das Kreuzkraut dauerhaft durch Schafbeweidung verdrängt werden kann.  

Ziegenmelker im Nest. Foto: Carsten Marien

16. Juni 2016

 

Unser Vorstandsmitglied Carsten Marien hat auf unserer Orchideenfläche Pflegearbeiten durchgeführt und eine ganze Menge Weiden abgeschnitten, die die Orchideen behindern und von den Schafen nicht gefressen wurden. Dabei hat er eine außergewöhnliche Entdeckung gemacht: Auf der Fläche brüten nicht nur Scharz- und Blaukehlchen, sondern auch der Ziegenmelker. Ein Altvogel flog vom Nest auf und verleitete - er versuchte also, Carsten von seinem Nest wegzulocken. Das Nest mit zwei Jungen hat Carsten trotzdem gefunden und mit der gebotenen Distanz fotografiert.

Der Ziegenmelker ist auf offene bis halboffene Moor- und Heidelebensräume angewiesen und steht auf der Roten Liste. Man nennt ihn auch Nachtschwalbe. Der Ziegenmelker ist dämmerungsaktiv, schnarrt in der Paarungszeit wie eine Nähmaschine und fängt Insekten.

Eine Reportage über den Ziegenmelker aus der Neuen Osnabrücker Zeitung
Ziegenmelker kleiner.pdf
PDF-Dokument [5.8 MB]

1. Juni 2016

 

Am Wesuweer Schloot direkt neben dem See hat ein hartnäckiger Biber eine Lärche als Futterbaum gefällt. Das Besondere: Er hat seit Anfang Februar daran gearbeitet und immer wieder Nachtschichten eingelegt.  Das Problem: Der Biber kam von der Wasserseite nicht an den Baum heran, weil ein anderer im Weg steht. Davon hat sich das Tier aber nicht entmutigen lassen und einfach so lange weitergemacht, bis er nun in der vergangenen Nacht endlich den Baum umgenagt hatte. Die zarten Spitzentriebe des sicher 10 Meter langen Baumes hat der Biber bereits abgenagt.

 

Es könne sein, dass er versucht, direkt neben dem See ein Revier zu gründen. Darauf deutet das Anlegen von sogenannten Markierungshügeln hin.

 

Mehr zu den Bibern im Emsland auf der Seite emslandbiber.de.

Viele der einstigen Gründungsmitglieder waren auch nach 20 Jahren wieder dabei.

17. April 2016

Wir haben unsere Generalversammlung zum 20. Vereinsjubiläum abgehalten. Mit 70 von 140 Mitgliedern war sie ein großer Erfolg. Vielen Dank an alle, die das möglich gemacht haben.

 

20 Jahre Landschaftspflege

Verein Land Unter aus Meppen feiert Jubiläum

 

pm Meppen. Der Meppener Naturschutz- und Landschaftspflegeverein Land Unter hat sein zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Hauptaufgaben sind die Erhaltungszucht des Bentheimer Landschafes und die Pflege seltener Heideflächen.

Vorsitzender Tobias Böckermann blickte einer Pressemitteilung zufolge kurz auf die Geschichte des Vereins zurück. Danach habe eine kleine Gruppe Interessierter schon 1994 damit begonnen, im Raum Fullen/Versen Bentheimer Landschafe zu halten. „Damals waren die aus der Region stammenden Tiere akut vom Aussterben bedroht. Gleichzeitig standen die Reste der einst großen emsländischen Heidegebiete zwar unter Naturschutz, aber die Erkenntnis, dass diese Lebensräume aus Menschenhand weiter genutzt werden müssen, um sie zu erhalten, hatte sich noch nicht durchgesetzt.“

Also habe man Schafe gekauft und sie ein paar Hektar Heide- und Moorflächen abfressen, also pflegen lassen. So wurde die Wiederbewaldung dieser Kulturlandschaft verhindert und Platz für seltene, auf Offenland spezialisierte Tiere und Pflanzen geschaffen. 1996 folgte die Vereinsgründung mit 30 Mitgliedern, heute habe der Verein Land Unter 140 Mitstreiter (von denen 70 zur Generalversammlung im Kossehof erschienen) und rund 60 Bentheimer Landschafe, die in Herdbuchzucht gehalten würden.

Aus anfänglich gut zehn Hektar Heide und Moor wurden 40, darunter das Naturschutzgebiet Versener Heidesee, das sich zu einem Kleinod der heimischen Natur entwickelt habe, sagte Böckermann. Dank einer einmaligen Kombination aus nährstoffarmem Baggersee und umgebende Heide habe man alle dort 134 Tierarten festgestellt, von denen 50 auf der Roten Liste stünden. Nicht alle leben dauerhaft hier, sie nutzen aber den See zumindest als Teillebensraum. Hervorzuheben seien Flussuferläufer, Bekassine, Schlingnatter und Kreuzotter.

Von 104 Pflanzenarten stehen 32 auf der Roten Liste. Einige sind hochspezialisiert und leben nur in Heideweihern, darunter der Gemeine Igelschlauch, der am Heidesee seinen größten Bestand im Raum Weser-Ems hat. Und die Vielästige Glanzleuchteralge gibt es in ganz Deutschland sogar nur an vier Wuchsorten. Außerdem kümmert sich der Verein um einen der größten Orchideenbestände des Emslandes und in Groß Berßen um eines der ältesten Heidegebiete.

Auch im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Tierzucht sei man erfolgreich gewesen, teilte der Vorstand mit. So seien viele der insgesamt rund 1000 im Vereinsbestand geborenen Lämmer nach ganz Deutschland und in die Niederlande zur Zucht verkauft worden. Und das Bentheimer Landschaf als alte Rasse der Grafschaft und des Emslandes habe einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht – auch dank zahlreicher Führungen mit mehreren 100 Teilnehmern. Auch die Gründung des Archehofes im Emsland Moormuseum zählte der Verein zu seinen Erfolgen.

Sorgen bereitet die geplante Errichtung wolfsabweisender Zäune an allen Pflegeflächen. Die Kosten lägen nur für den Heidesee im fünfstelligen Bereich, sagte Vorsitzender Böckermann. Die Finanzierung gestalte sich trotz der Unterstützung durch den Landkreis und die Staatliche Moorverwaltung schwierig, da das Land Niedersachsen bisher keine Entscheidung über eine beantragte Förderung getroffen habe.

Kassenwart Jürgen Scholz dankte allen Mitstreitern und Helfern, die sich über Jahre engagiert hätten, darunter besonders Bernadette Gels und Christine Gößling-Preuß. Aus dem Vorstand ausgeschieden ist nach 16 Jahren Björn Korff. Nach der Neuwahl gehören ihm Carsten Marien, Günter Wester, Jürgen Scholz, Markus Paetzold und Tobias Böckermann an.

20 Jahre Land Unter e.V.
Die Präsentation zum Jahr 2015 und zu 20 Jahren Land Unter als pdf
Land Unter 2016.pdf
PDF-Dokument [9.6 MB]

17. Januar 2016

 

Bei bestem Winterwetter haben wir unseren dritten Neujahrsempfang im Schafstall am Heidesee veranstaltet. Bei Kaffee, Tee, Kinderpunsch vom Lagerfeuer, Kuchen, Plätzchen, Lammbratwurst und einem kleinen Winterspaziergang mit Hütehunden und Schafen waren gut 50 Vereinsmitglieder, Freunde und Nachbarn dabei. 

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© Land unter e. V. Fotos und Layout: Tobias Böckermann