Land unter e. V.
Land unter e. V.

2017/2018

14. Mai 2017

 

Wir haben unsere Generalversammlung abgehalten und freuen uns, dass mehr als 60 Interessierte teilgenommen haben. Hier die Pressemitteilung für die Zeitung, ein paar Fotos und der Jahresrückblick als pdf-Datei.

 

Verein Land Unter zieht Bilanz

20 Jahre Schutz für seltene Heidebewohner

 

pm Meppen. Der Meppener Naturschutzverein Land Unter e.V. hat Bilanz gezogen. Im Mittelpunkt der Jahresmitgliederversammlung stand der Bau eines neuen wolfsabweisenden Zaunes.

Der gemeinnützig tätige Verein kümmert sich seit 1996 um die Rettung des damals akut vom Aussterben bedrohten Bentheimer Landschafes. Mit den Tieren wird der zweite Vereinszweck verfolgt, nämlich der Erhalt seltener Heidelandschaften, die auf Beweidung angewiesen sind.

Wie der Vorstand um Tobias Böckermann, Günter Wester, Carsten Marien,  Jürgen Scholz und Markus Paetzold einer Pressemitteilung zufolge berichtete, betreut der 140 Mitglieder starke Verein derzeit insgesamt rund 40 Hektar Heide, Moor und Magerrasen. Die Naturschutzgebiete liegen in Meppen-Versen, Fullen, Bokeloh und Groß Berßen.

Mit rund 40 Bentheimer Landschafen wird gezüchtet, außerdem existiert eine Bockherde sowie eine Herde mit Jährlingsschafen. Die meisten Nachwuchstiere gehen bundesweit in die Zucht anderer Betriebe.

Im vergangenen Jahr hatte der Verein mit der Generalversammlung im Meppener Kossehof sein 20-jähriges Bestehen gefeiert, auch die aktuelle Versammlung fand dort statt. Der Vorstand berichtete über die 34 Pflanzen- und 49 Tierarten, die laut Roter Liste als zum Teil stark im Bestand gefährdet ausgewiesen sind und in den Schutzgebieten des Vereins leben.

Vor allem der Versener Heidesee beherberge durch die Kombination von nährstoffarmem Gewässer mit offener Heide Kostbarkeiten wie den 2016 erstmals nachgewiesenen Fadenenzian, den größten niedersächsischen Bestand des Gemeinen Igelschlauchs oder die Schlingnatter. Das habe im vergangenen Jahr zahlreiche Botaniker aus Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen an den See geführt, sagte Vorsitzender Tobias Böckermann.

Hauptthema war der Bau eines wolfsabweisenden neuen Zaunes. Wie der Vorstand berichtete, ist zum einen der bisher verwendete, 20 Jahre alte Zaun, abgängig gewesen. Außerdem sei man gesetzlich dazu verpflichtet, die Schafe vor einem möglichen Übergriff durch Wölfe zu schützen. Dies sei ohnehin im eigenen Interesse, da nach eigener Auffassung auf Dauer eine Schafhaltung im Wolfsgebiet ohne größtmögliche Schutzmaßnahmen nicht mehr möglich sein werde. Dabei gehe es um weit mehr, als die finanzielle Entschädigung für möglicherweise getötete Schafe.

Nach rund drei Jahren Vorlaufzeit habe man inzwischen, Eigenmittel eingeschlossen, die notwendigen Gelder zusammen, um den Zaun in diesen Wochen errichten lassen zu können. Der Verein dankte allen Mitstreitern bei den verschiedenen Projekten, den Geldgebern Amt für Regionale Landentwicklung (ArL), Landkreis Emsland und Sparkassenstiftung sowie Mitarbeitern verschiedener Behörden und Verbände für die Unterstützung beim Zaunbau.

2017 wird zudem ein historischen Vorbildern nachempfundener Bienenzaun errichtet.

 

Der Jahresrückblick 2017
Land Unter 2017.pdf
PDF-Dokument [12.1 MB]
Die Vielästige Glanzleuchteralge im Versener Heidesee
Nitella hyalina im Versener Heidesee.pdf
PDF-Dokument [236.1 KB]

11. April 2017

 

Jetzt ist es soweit: Das 1000. Lamm in der nunmehr 23 Jahre währenden Geschichte unserer Schafhaltung ist da. 1994 haben wir die ersten Schafe von örtlichen Züchtern gekauft, im gleichen Winter kamen die ersten Lämmer. Im Laufe der Zeit wurden immer mehr und nun sind - ziemlich genau - 1000 zusammen gekommen. Für einen Berufsschäfer mit 1000 Ablammungen und mehr pro Jahr ist das nichts Besonderes. Aber für unseren kleinen Verein schon. Wir hoffen, dass in diesem Jahr noch einige dazu kommen. Unser Ablammergebnis lag im vergangenen Jahr bei 141 Prozent. Unsere Tiere gehen übrigens seit vielen Jahren zum größten Teil an andere Schäfer zur Zucht. 

10. Februar 2017

 

Eine schier unendliche Geschichte könnte nun bald beendet werden: seit heute liegt auch die letzte noch notwendige Zusage für den Bau eines sogenannten "wolfsabweisenden Grundschutzes" vor. Gemeint ist ein Zaun, der in der Lage ist, den Wolf von den Schafen fernzuhalten - zumindest in den allermeisten Fällen.

 

Seit 2014 laufen die Bemühungen und Überlegungen für eine passende Lösung zunächst am Versener Heidesee. Der Wolf ist seit einigen Jahren im Emsland heimisch und bislang noch recht unauffällig. Er hat nur wenige Schafe gerissen und wenn es dabei bliebe, wäre das kein Problem für uns. Das ist aber nicht zu erwarten. Alle Experten gehen von einer baldigen Gründung eines Rudels im Emsland aus und erwarten eine Zunahme von Wolfübergriffen auf Schafe.

Deshalb muss jeder Schafhalter seine Herde mit geeigneten Maßnahmen schützen - ansonten gäbe es keinerlei Entschädigung. Selbstverständlich haben wir - wie jeder andere Schafhalter auch - großes Interesse daran, unsere Tiere zu schützen, und zwar ganz unabhänig von einer möglichen Entschädigung. Die Frage war nur: wie?

 

Wir haben alle Möglichkeiten durchdacht, also auch Herdenschutzhunde und Esel, aber beide Varianten schieden aus verschiedenen Gründen aus. Unter anderem sind Herdenschutzhunde teuer (1000 Euro pro Jahr) und wir bräuchten sechs dieser Tiere in drei verschiedenen Koppeln. Der Arbeitsaufwand wäre immens. Esel haben sich bislang als nicht wirksam erwiesen und sind auf Moorboden nicht artgerecht zu halten.

Also blieb ein elektrifizierter Zaun, das war schnell klar. Das Problem: am Heidesee benötigen wir rund 3,6 Kilometer davon, einen Stromanschluss gibt es bislang nicht. Nun heißt es ja, das Land Niedersachsen zahle die Kosten für einen Zaun - aber auch hier war schnell klar: das ist nicht einmal annähernd so. Das Land zahlt (Stand Frühjahr 2017) maximal 15000 Euro in drei Jahren pro Betrieb für Präventionsmaßnahmen und Entschädigung. Wer die 15000 Euro verbraucht hat, bekommt also erst einmal nichts mehr. Außerdem wird in der Regel gar kein Festzaun gefördert, sondern Elektronetze. Für uns als ehrenamtliche Naturschützer sind sie aus Zeitgründen (sie müssen ständig versetzt werden) und wegen des stets möglichen Wolfszugangs durch den See (er schwimmt einfach durch, die Seeseite müsste stets abgezäunt werden, was der extrem seltenen Pflanzenwelt schaden würde) nicht praktikabel. Außerdem halten Netze nur ein paar Jahre und fallen bei Schneelast schnell um (Ausbruchgefahr).

Für Festzäune, so mussten wir erfahren, zahlt das Land nur einen Anteil an den Materialkosten (nicht den Aufbau) und macht diesen Anteil auch noch abhängig von der Zahl der Schafe (Wirtschaftlichkeitsgebot). Für uns bedeutet das: weil der Heidesee extensiv, also mit wenigen Tieren pro Hektar beweidet werden muss (und das geht vielen Naturschutzprojekten so), gibt es für viel Fläche mit langem Zaun nur sehr wenig Geld. In unserem Fall hätte das Land rund 6500 Euro bezahlt.

Das Problem: Der Zaun kostet mehr als 50000 Euro. Also mussten wir uns mehrfach auf den Weg machen, um dieses Geld zu beschaffen. Keine leichte Aufgabe, denn wir mussten immer wieder erklären, dass der Zaun nicht nur der Schafhaltung dient, sondern mittelbar der Erhaltung von mehr als 30 Pflanzenarten der Roten Liste. Leider ist so eine Art "Zweckübetragung" nirgends vorgesehen, so dass drei Jahre ins Land gehen mussten, um alles zusammenzubekommen.

Nun also steht die Finanzierung: Der Landkreis Emsland gibt  einen erheblichen Anteil, die Emsländische Sparkassenstifung hat 8500 Euro zugesagt, wir selbst zahlen einen Eigenanteil und nun ist die Genehmigung über 25000 Euro aus einem Programm der Europäischen Union gekommen (LEADER-Mittel im Naturpark Moor).

 

Um die scheinbar hohen Kosten einordnen zu können, noch einige Informationen:

 

  • der alte Zaun ist nach fast 20 Jahren abgängig und muss ohnehin ersetzt werden
  • der neue Zaun hat eine Lebenserwartung von 30 Jahren
  • die Pflege des Naturschutzgebietes ohne Schafe sondern mit Maschinen und von Hand kostet alternativ bei einer Fläche von 22 Hektar etwa 20000 Euro pro Jahr.

 

An dieser Stelle sei allen Mitstreitern in Behörden und Stiftungen gedankt - es waren mindestens 30 Personen damit befasst.

 

Vorgesehen ist der Bau (der Auftrag muss noch vergeben werden) für den Zeitraum Mai/Juni/Juli 2017. Wir werden regelmäßig informieren.    

20. Januar 2017

 

Ganz herzlichen Dank sagen wir der Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland. Denn sie hat uns mehrere hochwertige Arbeitsgeräte der Firma Stihl gesponsert. Eine Motorsäge, einen Hochentaster und einen Freischneider benötigen wir, um unsere Flächen von Birkenbewuchs zu befreien und vor allem, um die Zaunanlagen ab und an freizuschneiden. Auch gibt es auf einigen Flächen noch Birken, die nicht in die Heide gehören und gefällt werden müssen. 

Und ein ebenso großer Dank gilt Heinz Helle (Foto), der beim Landkreis Emsland die Pflege der Naturschutzgebiete verantwortet und mit dem wir seit vielen Jahren hervorragend zusammenarbeiten. Heinz Helle hat uns beim Kauf der Geräte beraten und noch allerhand Zubehör wir Schutzkleidung, Kanister und Feilen dazugepackt und uns die neuen Errungenschaften gebracht. Die Naturschutzstiftung hatte uns auch früher bereits mehrfach gefördert.

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