Land unter e. V.
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Das Jahr 2014

 

Schäferblog 2014
  
  
  

31. Dezember    
Mit den besten Wünschen für das kommende Jahr verabschieden wir uns aus 2014. Am Sonntag, dem 11. Januar ab 14 Uhr veranstalten wir zum zweiten Mal unseren Neujahrsempfang im Schafstall am Heidesee und hoffen auf reges Interesse.
  
  

  
8. November    
Der Wolf ist ins Emsland zurückgekehrt. Es gibt mindestens zwei Tiere und als Landschaftspflege- und Naturschutzverein freuen wir uns über seine Rückkehr ins Emsland nach mehr als 150 Jahren. Allerdings verändert seine Anwesenheit die Situation: als Nahrungsopportunist frisst der Wolf auch ab und zu Schafe (die Jagd auf sie ist einfach und ungefährlich) und er hat das nur wenige 100 Meter entfernt von unserer Weide wohl auch schon getan. Der Verlust wäre finanziell ab und zu zu verkraften. Angriffe vom Wolf bedeuten aber, dass die Herden unruhig werden und kaum noch lenkbar sind. Außerdem besteht die große Gefahr, dass eine panische Schafherde die Zäune durchbricht und auf die Autobahn läuft. Dieses Risiko wollen wir nicht eingehen und wir versuchen, uns auf die veränderte Situation vorzubereiten. Allerdings ist das nicht so einfach: Ohne neue oder verbesserte Zäune (genauer: ohne einen "wolfsabweisenden Grundschutz") werden wir auf Dauer wohl keine Schafe mehr halten können. Erste Gespräche mit den Behörden laufen. Bis es soweit ist, haben wir den Zaun am Heidesee so weit es uns möglich ist in Schuss gebracht wie uns das möglich ist. Er ist mehr als 3,5 Kilometer lang.
 
 
27. September    
In diesem Jahr besteht großes Interesse an unseren Zuchtböcken. Wir haben anderen Betrieben mit insgesamt vier vom Verband gekörten Tieren weiterhelfen können, darunter auch einer Großschäferei mit mehr als 700 Bentheimern. Ende September war eine kleine Delegation Züchter aus den Niederlanden in Berßen und am Heidesee und hat unsere Tiere begutachtet. IN Holland züchten sie das "Große Heideschaf" und versuchen, aus den alten niederländischen und deutschen Heideschafrassen eine neue, möglichst noch bessere Rasse zu züchten. Einer unserer Böcke wird vielleicht auch dazu eingesetzt.
 
 
 

  
27. September    
Von Ende August bis Ende September haben wieder Schafe von Thomas Hasken aus Emsbüren auf unserer Orchideenfläche geweidet. Wir hoffen, dass sich der Bestand der Knabenkräuter im kommenden Jahr noch weiter erhöht. Carsten Marien hat noch viele Stunden investiert, um die von den Schafen nicht gefressenen Stängel der Weiden abzumähen.
 
 
 
16. September    
Auf den Mansenbergen bei Berßen weiden unsere Schafböcke. Zeit für eine Siesta.
 
 
 
15. September    
Unser Vorstandsmitglied Carsten Marien hat am Schafstall am Heidesee eine ganze Reihe Nisthilfen für Vögel und Insekten sowie Unterschlupf für Fledermäuse angebracht, die er zuvor selbst gebaut hat. Heinz Helle vomLandkreis Emsland steuerte noch einen Schleiereulennistkasten bei.
 
 
 
15. September    
Dank der Unterstützung unseres Mitgliedes Gerd Gels haben wir nun einen Bauwagen am Stall. So können wir bei Arbeitseinsätzen oder Führungen auch bei schlechtem Wetter tätig sein. Herzlichen Dank auch an Andreas Scholz, der uns den Bauwagen aus Meppen mit dem Traktor hergefahren hat.
 
 
 

15. Juni    
Auf einer unserer Pflegeflächen stehen die Orchideen in Blüte. Das Gefleckte und das Übersehene Knabenkraut, dazu viele Hybriden der beiden Arten und die Echte Sumpfwurz sind zu finden. Seit Beginn der Pflege ist die Zahl der blühenden Exemplare um 15 Prozent gestiegen.
 
 
 
  
20. Mai    
Endlich ist unser neuer Viehanhänger eingetroffen und angemeldet. Es handelt sich um ein Modell der britischen Marke Ifor Williams, das aus England importiert wurde. Der Anhänger ist mit allem ausgestattet, was wir für unsere Arbeit benötigen. Beim Kauf haben uns die Emsländische Sparkassenstiftung und die Emsländische Naturschutzstiftung maßgeblich unterstützt. Wir bedanken uns sehr herzlich dafür.

Quasi neu im Team des Vereins ist eine Hündin: Spy ist acht Monate alt und soll zum Hütehund ausgebildet werden.
 
 

27. April    
Die Ablammzeit ist fast beendet und ohne größere Komplikationen verlaufen. Bisher haben wir 47 Lämmer, was einem Schnitt von 1,56 pro Mutterschaft entspricht.
 
 
15. April    
Hier ein Bericht unserer Generalversammlung.

Meppen. Der Meppener Naturschutzverein Land Unter e.V. hat eine positive Jahresbilanz gezogen. Einer Pressemitteilung zufolge, sind im Jahr 2013 weitere Naturschutzprojekte in Angriff genommen worden.
Der Verein betreibt Landschaftspflege mit den noch immer im Bestand bedrohten Bentheimer Landschafen. Zu diesem Zweck hält der Verein eigenen Angaben zufolge derzeit 30 Mutterschafe, zehn Jährlinge sowie ein Dutzend Böcke. Die Tiere beweiden Naturschutzgebiete im Raum Meppen und auf dem Hümmling - insgesamt rund 35 Hektar. Die bundesweit gefragten Zuchttiere wurden in die Lüneburger Heide und nach Ostfriesland verkauft. Wie Vorsitzender Tobias Böckermann und Kassenwart Jürgen Scholz den gut 45 erschienen Mitgliedern auf dem Meppener Kossehof mitteilten, ist die Pflegefläche des Vereins im vergangenen Jahr um etwa einen Hektar gewachsen. Beweidet wird in Kooperation mit einem weiteren Schäfer eine nicht mehr wieder zu vernässende Fläche im Bourtanger Moor bei Fullen, auf der sich seit Jahren einer der größten Orchideenbestände der Region etabliert hat. 2013 blühten dort allein 1300 Knabenkräuter zweier verschiedener Arten. Um ein Zuwachsen mit Birken zu vermeiden hat die Projektgruppe Naturschutz des NABU die Fläche entkusselt, der Landkreis Emsland hat sie eingezäunt und im September weideten dann 40 Bentheimer Landschafe auf der Fläche.
Der rund 130 Mitglieder zählende Verein hat sich an einem Forschungsprojekt der Uni Gießen beteiligt, war auf der Auktion in Uelsen erstmals mit zwei Tieren vertreten, von denen eines für 600 Euro und damit einen der Spitzenpreise verkauft werden konnte. Außerdem haben an mehreren Führungen im Sommer rund 130 Personen teilgenommen. Auf den Pflegeflächen des Vereins leben mehr als im Bestand bedrohte 40 Tier- und rund zum Teilextremseltene 30 Pflanzenarten.
Vorbereiten will sich der Verein auf die Rückkehr des Wolfes, für dessen Fernhalten von den Schafen auf Dauer nach Einschätzung des Vereinsvorstandes besondere Zäune nötig sein werden. Probleme bereitet der massive Eintrag von Stickstoff aus Landwirtschaft und Straßenverkehr, der die auf den Heiden und im Versener Heidesee wachsenden nährstoffsensiblen Pflanzenarten im Bestand bedroht und den Erhalt der Heide erschwert. Welche Auswirkungen die gerade erarbeitete Agrarreform auf die Landschaftspflege mit Schafen habe, sei noch nicht endgültig abzusehen, teilte der Vorstand mit. Man hoffe aber auf eine Aufstockung der Mittel für ökologisch und am Erhalt der Landschaft orientierte Betriebe.
Nach 18 Jahren Vorstandsarbeit trat Vereinsmitgründer Andreas Brüning-Weißelberg aus Zeitgründen von seinem Amt zurück. Jürgen Scholz dankte ihm ausdrücklich und von Herzen für seine Aufbauarbeit, ohne die der Verein in seiner heutigen Form nicht denkbar sei. Der freie Vorstandsposten soll im kommenden Jahr neu besetzt werden. Info: www.bentheimer-landschaf.de
 
  
30. März    
In ein paar Tagen beginnt bei uns die Lammzeit. Bis dahin stärken sich die Schafe mit einem kräftigen Schluck Moorwasser.
 
 
28. März    
Der Frühling ist viel früher gekommen, als sonst. Im Versener Heidesee tummeln sich etwa 100 Erdkrötenpärchen und auch ein paar "Trios". Sie laichen derzeit ab.
 

31. Januar    
Noch haben die Schafe ihre neue Futtermöglichkeit nicht entdeckt. Aber unsere neue englische Heuraufe wird sie sicher bald interessieren. Sie hat Räder und kann deshalb nach einer Weile gut verstellt werden. Denn bei Regenwetter weicht der Futterplatz schnell auf.
 
 

12. Januar    
Unser kleiner Neujahresempfang mit Kaffeetrinken im Schafstall war ein schöner Erfolg. Vereinsmitglieder und Freunde des Vereins hatten ein paar gemütliche Stunden bei bestem Wetter. Ein kleiner Spaziergang zum See war auch möglich. INsgesamt waren rund 40 Erwachsene und 20 Kinder am Heidesee.
 

Schäferblog 2013

 

27. Dezember    
Die Projektgruppe Naturschutz des Naturschutzbundes Meppen hat die Entkusselung der Orchideenfläche im Bourtanger Moor abgeschlossen. Dort geht es um den Erhalt von mehreren seltenen Orchideenarten, die durch aufkommende Gehölze verdrängt wurden. Wir hoffen,dass Beweidung und Entkusselung den schönen Blumen helfen werden.

Am 12. Januar veranstalten wir nach vielen Jahren der Pause wieder ein Kaffeetrinken im Schafstall. Alle Mitglieder samt Familien und Freunde sind eingeladen. Beginn ist um 14 Uhr.

 


 



 
17. November    
Die Staatliche Moorverwaltung hat einen Teil der Flächen am Versener Heidesee gemäht. Zum Einsatz kam ein Spezialgerät hinter einem Schlepper, mit dem in 15 Zentimeter Höhe gemäht werden konnte. So treibt die Heide schneller wieder aus - das ist jedenfalls der Plan. Gleichzeitig konnten Birkenschösslinge geschwächt werden.
Gleichzeitig ist unser Zuchtbock noch im Einsatz. Auf dem Foto hat er sich ein paar der 40 Schafe zu einem kleinen Harem versammelt.

 
 
 
 


 
10. November    
Wir haben inzwischen unsere überzähligen Zucht- und Schlachttiere weitgehend verkauft und den Bock in die Herde gebracht. In fünf Monaten gibt es dann hoffentlich reichlich Nachwuchs. Der Schafzuchtverband hat vor einigen Tagen unsere Schafe, die in die Zucht gehen sollen, ins Herdbuch aufgenommen, die Lämmer aus diesem Jahr stehen erstmals für drei Wochen vor dem Winter noch auf einer Grasweide.

 
 


 
17. September    
Seit einigen Tagen läuft ein neues Beweidungsprojekt zum Schutz von Orchideen. Der Landkreis Emsland hat für uns eine Fläche eingezäunt, auf der in diesem Jahr mehr als 1300 Exemplare des Gefleckten und des Übersehenen Knabenkrautes geblüht haben. Die rund einen Hektar große Fläche droht zu verbuschen und muss deshalb beweidet werden. Hier kommt auch die Kreuzotter vor, der Moorfrosch und weitere Pflanzenarten der Roten Liste. Wir sind Pächter der Fläche und arbeiten mit einem Schäfer zusammen, der 45 Bentheimer Landschafe weiden lässt. Wir denken, dass nach 2 Wochen die aufgeschlagenen Bäume abgefressen und der Filz aus Gras und Heide beseitigt ist. So sollen im kommenden Jahr die Orchideen bessere Entwicklungschancen haben.
In diesem Sommer haben wir am Heidesee insgesamt 4 Führungen mit rund 120 Gästen veranstaltet. Eine häufig gestellte Frage war die nach dem Aussehen von Heidschnucken. Die meisten Menschen verbinden Heide mit Heidschnucken, wir haben aber Bentheimer. Um bei kommenden Führungen den Unterschied zeigen zu können, haben wir nun zwei Mutterlämmer der Rasse Weiße Gehörnte Heidschnucke gekauft. Diese Rasse ist ebenfalls stark bedroht und hat ihre Wurzeln in Nordwestdeutschland und auch im Emsland. Wir werden nicht reinrassig züchten, sondern Kreuzungslämmer Heidschnucke x Bentheimer bekommen. Hauptzweck ist aber neben dem Anschauungswert die Hoffnung, dass die Schnucken die Moorbirke gezielt fressen. Unsere Bentheimer mögen sie nicht so gerne wie die Traubenkirsche, die wiederum andere Schafe nicht so gerne fressen.

 
 
 
 



 
23. August    
In den vergangenen Tagen haben wir am Versener Heidesee drei Führungen veranstaltet. Mit dabei waren gut 100 interessierte Gäste, die das Glück hatten, bei bestem Spätsommerwetter den Duft der Heide zu kosten und den Lungenenzian zu sehen.
Am Sonntag, dem 25. August veranstalten wir noch gemeinsam mit dem Nabu eine Fürhung durch die Mansenbergein Berßen. Treffen ist um 15 Uhr am Bahnhof Meppen oder um 15.20 Uhr in der Heide.

 
 
 
 



 
3. August    
In diesem Jahr haben wir Probleme mit einem sehr starken Wachstum von Brombeere und Moorbirke. So weit das zeitlich möglich ist, wird ein Teil gemäht. Bisher sind dabei schon mehr als 20 Arbeitsstunden zusammengekommen.

 
 
 
 


 
2. August    
Der inzwischen sehr seltene Lungenenzian beginnt am Heidesee zu blühen.

 
 


 
28. Juli    
Die 19. Eliteauktion für Bentheimer Landschafe war für unseren Verein ein großer Erfolg. Erstmals haben wir zwei eigene Böcke aufgetrieben und auch verkauft. Ein sehr korrekt gewachsenes Tier mit geradem Rücken und guten Fundamenten ging für 600 Euro an den Tierpark Nordhorn und war damit in der Spitzengruppe der teuersten Jährlingsböcke.
Zu verdanken haben wir diesen Erfolg auch Jens und Hans Holtkamp aus Hamminkeln. Die beiden Berufsschäfer haben in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Erhaltung alter und bedrohter Haustierrassen ein Forschungsprojekt ermöglicht, das von der Uni Gießen und dem Veterinär und Bentheimer-Züchter Henrik Wagner begleitet wurde. IN einer eigens geschaffenen Bockgruppe wurde rund ein Dutzen Bentheimer-Böcke aus verschiedenen Betrieben aufgezogen und zwar unter Bedingungen der Landschaftspflege, vornemlich auf Streuobstwiesen und Deichen. Die Böcke der Zuchtgruppe waren durchweg etwas leichter als ihre Konkurrenz, was aber Schäfern, die mit ihren Herden Landschaftspflege betreiben, eigentlich entgegenkommt.
Vater und Sohn Holtkamp haben die Böcke nicht nur aufgezogen, sondern auch auktionstauglich gemacht und an das Führen am Strick gewöhnt. Henrik Wagner hat die Tiere regelmäßig wissenschaftlich auf Gesundheitszustand und Leistungsfähigkeit untersucht. Endergebnisse des Versuches wird es in absehbarer Zeit geben.
Für unsere Herde haben wir einen Bock des Blekker-Hofes in Uelsen ersteigert. Er gehört zur P-Linie, die wir lange nicht eingesetzt haben. Seit Samstagabend läuft er auf dem Hümmling in der Heide.

 
 
 
 


 
21. Juli    
Wir haben für kurze Zeit einen Konik-Hengst auf einer unserer Weiden. Er gehört der Bürgerinitiative Haselünne, die sich um den dortigen Wacholderhain kümmert. Der Hengst wird zu Zuchtzwecken eingesetzt, muss aber für einige Wochen aus der Herde und es fehlte die Fläche. Bei uns kann er nun einige Zeit bleiben.

 
 


 
12. Juli    
Auf einer 0,7 Hektar kleinen Wiese hat ein Landwirt freundlicherweise für uns bestes Bioheu produziert. 230 kleine Ballen sind der Lohn und bieten eine Futterreserve für schneereiche Winter.
Am Heidesee sind bei warmem Wetter die Bläulinge unterwegs. Weniger positiv ist der Tod eines Bussards. Er lag am See, Todesursache unbekannt.

 
 
 
 


 
13. Juni    
Das Bentheimer Landschaf ist Teil eines bundesweiten Forschungsprogramms gewesen, das die Gesellschaft zur Erhaltung bedrohter Haustierrassen gemeinsam mit der durchgeführt hat. Dabei ging es unter anderem um die Vergleichbarkeit von Böcken aus verschiedenen Haltungsformen, die gemeinsam aufgezogen wurde. Ein erstes Zwischenergebnis: Die Tiere haben sich sehr gleichförmig entwickelt.
Das Forschungsprogramm war vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit 8000 Euro unterstützt worden. Neben den Bentheimer Landschafen werden zum Beispiel auch das Ansbach-Triesdorfer Rind, das Alpine Steinschaf oder das Sachsenhuhn untersucht - insgesamt zehn Haustierrassen.
Projektkoordinator ist der promovierte Tierarzt und Bentheimer-Züchter Henrik Wagner von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und bedrohter Haustierrassen (GEH). Er arbeitet am Klinikum Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen und hat zahlreiche Untersuchungen und eine Feldprüfung an den insgesamt zehn für den Versuch zur Verfügung gestellten Tieren angestellt. Die Böcke waren im Alter von vier bis acht Monaten im Herbst 2012 zu einer Herde zusammengestellt worden und stammten aus sechs Betrieben in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Hans und Jens Holtkamp, seit Jahren passionierte Berufsschäfer, haben die Böcke auf ihrem Betrieb in Hamminkeln im Rheinland dann großgezogen.
"Es ging uns darum zu untersuchen, wie sich die Tiere unterschiedlicher Herkunft in der Landschaftspflege entwickeln", erläuterte Henrik Wagner bei einem Ortstermin Anfang Juni in Hamminkeln. "Die Böcke erhielten kein Kraftfutter und standen im Winter vor allem auf ungedüngten Deichflächen am Rhein." Es gehe also darum, den Einfluss der Aufzuchtbedingungen auf die Leistungen der Tiere vergleichbar zu machen.
Ein Endergebnis der Untersuchung liegt noch nicht vor. Aber es zeichnet sich ab, dass die einzelnen Schafe unterschiedlich anfällig zum Beispiel für Verwurmung sind und trotz gleicher Fütterung über einen längeren Zeitraum noch Unterschiede in der Ausstattung mit Spurenelementen wie Kupfer, Calcium oder Selen aufweisen. Für Hans Holtkamp lag die eigentliche Überraschung in der relativ einheitlichen Entwicklung der Tiere, die bei der Anlieferung noch sehr erhebliche Größen- und Gewichtsunterschiede aufgewiesen hatten.
Bei dem Versuch sind auch zwei Schafe aus unserem Bestand dabei - sie sollen auf der Auktion 2013 aufgetrieben werden.
Die Bundesregierung hatte im Jahr 2003 ihr Nationales Fachprogramm zur Erhaltung und Nutzung tiergenetischer Ressourcen verabschiedet mit dem Ziel, alte Haustierrassen zu erhalten - zum Beispiel als Option für die zukünftige menschliche Ernährung. Ein Bestandteil dieser Strategie sind sogenannte Erhaltungszuchtprogramme, für die es aber laut GEH bis heute keine konkreten Vorgaben gibt. Dies soll mithilfe des GEH-Modell- und Demonstrationsvorhabens "Infrastrukturaufbau für die bundesweite Zucht bestandsgefährdeter Nutztierrassen" möglichst geändert werden.

 
 


 
28. April    
Der Frühling hat endlich halbwegs Einzug gehalten. Neben dem Kuckuck sind derzeit auch Flussregenpfeifer, Kiebitze und Austernfischer am Versener Heidesee. Die Fotos zeigen einige unserer Lämmer.

 
 
 
 


 
20. April    
Nach unserer Generalversammlung vor gut zwei Wochen folgt hier nun unser Jahresbericht:
Der Meppener Landschaftspflegeverein Land Unter e.V. hat Jahresbilanz gezogen. Unter anderem hat er 2012 die von ihm gepflegte Heidefläche um gut einen Hektar erweitert.
Wie der Verein in einer Pressemitteilung berichtet, hat der Landkreis Emsland im vergangenen Jahr ein bisher nicht beweidetes Teilstück des Naturschutzgebietes "Hügelgräberheide bei Groß und Kein Berßen" eingezäunt und von Bäumen befreit. Nun können die Bentheimer Landschafe des Vereins auch hier dafür sorgen, dass sich die alte Heidelandschaft wieder regeneriert - sie ist auf Beweidung angewiesen und auf den Mansenbergen, wie das Gebiet auch heißt, vermutlich seit mehreren Tausend Jahren präsent. Der Verein hatte das 1936 unter Schutz gestellt Gebiet 1996 übernommen und in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Emsland aus einem verbuschten Gebiet wieder eine Heide werden lassen.
Der Verein hat mehr als 130 Mitglieder und im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben mit dem Bau eines Weideunterstandes auf einer Nachbarfläche des Naturschutzgebietes "Verseneer Heidesee" bei Meppen ein für eigene Verhältnisse großes Projekt in Angriff genommen. Dank galt in diesem Zusammenhang den Mitgliedern, die durch Eigenleistung den Bau erst ermöglicht hatten sowie der Staatlichen Moorverwaltung, dem Landkreis Emsland und der Emsländischen Service-Agentur für Beschäftigung, ESBA.
Erfolgreiche war der Verein, der rund 50 Bentheimer Landschafe hält, im vergangenen Jahr mit seiner "Bentheimer Heidebratwurst". Sie wird ausFleisch vom Bentheimer Landschaf und vom Bunten Bentheimer Schwein hergestellt. Mit dem schnell ausverkauften, nur saisonal erhältlichen Wurstprodukt unterstützen Käufer die Erhaltung der beiden seltenen Haustierrassen aus der Region.
Der Verein Land Unter e.V. beweidet mit seinen Schafen rund 34 Hektar Heide in mehreren Naturschutzgebieten bei Meppen und auf dem Hümmling. Auf diesen Flächen leben 36 Tier- und 20 Pflanzenarten der Roten Listen. Die meisten sind auf die Beweidung der Heide angewiesen, das sie nur durch diese Pflege nicht wieder zu Wald wird.
Das Bentheimer Landschaf ist vor rund 150 Jahren in der Grafschaft Bentheim und dem Emsland gezüchtet worden und stand zwischenzeitlich vor dem akuten Aus. Heute gibt es zwar wieder mehr als 2000 Zucht- und 10000 Gebrauchstiere, die Rasse ist aber noch immer im Bestand bedroht.
Wir danken besonders Christine und Bernadette Gels, die uns immer wieder auf dem Meppener Kossehof ein festliches Essen zaubern. In diesem Jahr gab es neben Blumen auch einen Apfelbaum der Sorte "Bödikers Goldrenette". Das Foto zeigt sie zusammen mit unserem Kassenwart Jürgen Scholz.

 
 


 
3. März    
Am Heidesee haben wir eine tote Kreuzotter gefunden. Eventuell ist diese sehr seltene Schlange etwas zu früh aus dem Winterschlaf gekommen und dann bei einem Kälteeinbruch gestorben.

Der Schlosskeller Clemenswerth hat unsere Bentheimer Heidebratwurt und Gutes vom Bentheimer Lamm im Angebot. Hier ist der Link zum Schlosskeller:

Schlosskeller Clemenswerth


 
16. Februar    
Ein paar neue Fotos von unseren Winterlämmern.

 
 
 
 
 
Die Projektgruppe Naturschutz des Naturschutzbundes im Altkreis Meppen hat zwei Samstag lang eine mehr als einen Hektar große Fläche im Naturpark Moor entkusselt. Es handelt sich um einen Hochmoorrest, der nicht wiedervernässt werden kann und beweidet werden soll. Um die dort lebenden sehr seltenen Pflanzen zu fördern, wurde schon mal das Gehölz entfernt.
 


 
22. Januar    
Der Winter hat auch im Emsland zugeschlagen - Schnee so weit das Auge reicht. Den Schafen macht er nichts aus, sie schlafen weiter im Freien, obwohl sie in den neuen Stall könnten. Der Schnee auf ihrem Fell schmilzt nicht, so gut sind die Tiere durch ihre Wolle isoliert.
Erfreulicherweise haben wir ein erste Lamm zu vermelden.Wir hatten im vergangenen JAhr einige Schafe früher decken lassen, um möglicherweise ein paar Lammböcke auf der Auktion in Uelsen vorstellen zu können. Der größte Teil unserer Lämmer soll aber weiter erst Ende März/Anfang APril geboren werden. Nun haben wir ein erstes Mutterlamm von einem sehr schreckhaften, erstgebärenden jungen Schaf.
 
 


 
Schäferblog 2012






 
16. Dezember    
Die Bentheimer Heidewurst war begehrt: Mehr als 500 Stück sind beim Weihnachtsmarkt in Sögel verkauft worden.

An den Heidesee kommen die ersten Sing- und Zwergschwäne. Sie überwintern im Emsland - solange die Temperaturen eingermaßen mild sind.
 
 
 
 



 
6. Dezember    
Am Wochenende lohnt sich ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt am Schloss Clemenswerth in Sögel. Dort verkauft das Restaurant Schlosskeller unter anderem unsere neue "Bentheimer Heidewurst", die wir aus unseren Schafen und Bunten Bentheimer Schwein haben herstellen lassen.
 
 



 
2. Dezember    
Die Meppener Tagespost hat einen Artikel zum Schmallenbergvirus und zur Schafhaltung imEmsland gebracht. Hier ist der Link:

Meppener Tagespost vom 1.12.12

 
1. Dezember    
Die letzten Spätzünder bereichern die Natur am Heidesee. Das Bild zeigt die Heidekeule, einen auf die Landschaft spezialisierten Pilz, der erst im November Fruchtkörper über die Erde schiebt. Auf dem See übernachten schon wieder die ersten Sing- und Zwergschwäne.
 
 




 
23. Oktober    
Goldener Oktober am Heidesee.
 
 



 
11. Oktober    
Goldener Oktober am Heidesee.
 
 



 
4. Oktober    
Nachdem wir vor einigen Wochen erstmals den seltenen Moorfrosch auf unserer Fläche am Versener Heidesee nachweisen konnten, ist jetzt ein hübsches ausgewachsenes Exemplar vor die Kamera-Linse gehüpft. Im Frühling färben sich die Männchen für ein paar Tage ganz in blau. Im Herbst aber sind sie nur schwer von Grasfröschen zu unterscheiden. Das weiße Rückenband ist zum Beispiel ein gutes Indiz.
 
 




 
3. September    
Heideblüte auf den Mansenbergen bei Berßen.
 
 



 
2. September    
An einer Führung an den Versener Heidesee, den wir gemeinsam mit dem Nabu veranstaltet haben, haben 23 Personen teilgenommen.
 
 



 
28. August    
Der Biologe Ralf Becker aus Oldenburg hat am Heidesee noch einmal die seltenen Armleuchteralgen untersucht und dabei eine dritte gefährdete Art bestimmt, nämlich Chara virgata, die Feine Armleuchteralge. Sie hat sich innerhalb von zwei Jahren im See massenhaft ausgebreitet. Außerdem fand Ralf Becker die Vielstengelige Sumpfsimse, eine typische Heideweiherart.
 
 
 
 
 
26. August    
Trotz des anfänglich katastrophalen Wetters war unsere Generalversammlung ein Erfolg. Am Ende waren gut 50 Vereinsmitglieder und Interessierte dabei, als wir einen neuen Vorstand gewählt und vor allem unseren Weideunterstand in Betrieb genommen haben.
Hier ein kleiner Bericht: Der Verein Land Unter hat Jahresbilanz gezogen und den Vorstand wiedergewählt. Der Verein kümmert sich um die Erhaltung des Bentheimer Landschafes und um die Pflege von Heidegebieten.
Einer Pressemitteilung zufolge hat der 138 Mitglieder starke Verein im vergangenen Jahr zahlreiche Zuchttiere verkauft und so einen kleinen Beitrag zur Erhaltung des nach wie vor im Bestand gefährdeten Bentheimer Landschafes geleistet. Derzeit gibt es demnach bundesweit rund 2300 Zucht- und bis zu 10 000 Gebrauchstiere.
Der Verein Land Unter hält 50 Bentheimer Landschafe und pflegt damit rund neun Hektar Sandheide im Naturschutzgebiet Mansenberge bei Klein Berßen sowie 23 Hektar Moorheide im Naturschutzgebiet „Versener Heidesee“ bei Meppen-Versen. Dort fand auch im Rahmen der Generalversammlung eine Führung statt. Das Naturschutzgebiet beherbergt den Angaben zufolge rund 30 Tier- und etwa 15 Pflanzenarten der Roten Liste. Viele Kinder haben an der Führung teilgenommen und die Artenliste um zwei weitere Tierarten ergänzt: Sie fanden Teichmolch und Moorfrosch, die nach einem heftigen Regenschauer durch die nasse Heide gewandert waren. Am See kommt der 2008 erstmals gefundene Gewöhnliche Igelschlauch vor, der in diesem Jahr mit mehr als 800 Exemplaren geblüht hat. Die Pflanze ist stark im Bestand gefährdet.
Die Mitgliederversammlung wählte den Vorstand ohne Gegenstimme wieder. Vorsitzender bleibt Tobias Böckermann, Kassenwart Jürgen Scholz. Außerdem gehören Carsten Marien, Andreas Brüning-Weißelberg, Björn Korff und Günther Wester dem Führungsteam an. Aus beruflichen Gründen nicht mehr dabei ist Norbert Feislachen – er erhielt zum Dank ein Exemplar des Buches „Das Bentheimer Landschaf“, das 2009 erschienen war und die Geschichte dieser Nutztierrasse und die des Emslandes und der Grafschaft Bentheim beleuchtet sowie Züchter aus ganz Deutschland porträtiert.
Vor der eigentlichen Sitzung hat unser Vorstandsmitglied und Diakon Jürgen Scholz den Stall gesegnet. Danach ging es raus zu der Führung, bei der vor allem die Kinder viel Spaß beim Entdecken von Tieren und Pflanzen hatten.
 
 
 
 
 
 




 
18. August    
Das Bentheimer Landschaf wird Bestandteil eines bundesweiten Forschungsprogramms. Mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ist heute eine Zuchtgruppe für Böcke gebildet worden. Mit dabei sind auch Schafe aus unserem Bestand.
Porojektkopordinator ist Henrik Wagner von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und bedrohter Haustierrassen (GEH). Insgesamt stehen für das Vorhaben rund 8000 Euro bereit. Neben den Bentheimer Landschafen werden zum Beispiel auch das Ansbach-Triesdorfer Rind, das Alpine Steinschaf oder das Sachsenhuhn untersucht - insgesamt zehn Haustierrassen.
Die Bundesregierung hatte im Jahr 2003 ihr Nationales Fachprogramm zur Erhaltung und Nutzung tiergenetischer Ressourcen verabschiedet mit dem Ziel, alte Haustierrassen zu erhalten - zum Beispiel als Option für die zukünftige menschliche Ernährung. Ein Bestandteil dieser Strategie sind sogenannte Erhaltungszuchtprogramme, für die es aber laut GEH bis heute keine konkreten Vorgaben gibt. Dies soll mithilfe des GEH-Modell- und Demonstrationsvorhabens "Infrastrukturaufbau für die bundesweite Zucht bestandsgefährdeter Nutztierrassen" möglichst geändert werden.
Deshalb wertden rund 15 Lammböcke des Bentheimer Landschafes von verschiedenen Züchtern zusammengeführt und unter gleichen Bedingungen aufgezogen. Einer der Abholorte war die Weide unseres Vereins am Versener Heidesee. Die Schafe kommen nun zu Hans Holtkamp nach Hamminkeln, der unter anderem rund 400 Bentheimer Landschafe hält und die Aufzucht der Tiere sicherstellen wird.
"Wir wollen die sogenannte Genotyp-Umwelt-Interaktion ausschalten", sagt Henrik Wagner. Es gehe also darum, den Einfluss der Aufzuchtbedingungen auf die Leistungen der Tiere vergleichbar zu machen. Die von den Züchtern bereitgestellten Böcke sollen dann ein Jahr später bei der Kör- und Absatzveranstaltung 2013 in Uelsen vorgestellt werden. In Versen haben Züchter aus dem Emsland, der Grafschaft Bentheim und dem Landkreis Diepholz insgesamt sechs Lammböcke umgeladen. Weitere aus Nordrhein-Westfalen kommen noch hinzu.
Eine unserer Projektflächen, der "Wiesengrund" in Berßen, zeigt in diesen Tagen deutlich, wie wichtig Landschaftspflege ist und welchen Einfluss die standortfremde Traubenkirsche aus Nordamerika hat. Das Foto zeigt, dass auf einer vor zwei Jahren abgeplaggten Fläche Heide blüht und auf der nicht behandelten die Traubenkirsche absolut dominiert - und das trotz Beweidung und Mahd in diesem Jahr.
 
 
 
 
 
12. August    
In gut zwei Wochen findet unsere Generalversammlung erstmals und ausnahmsweise am Heidesee statt. Grund ist der neue Weideunterstand, den wir unseren Mitgliedern präsentieren wollen. Bei der Sortierung der Bocklämmer haben wir ihn erstmals benutzt - obwohl er noch nicht ganz fertig ist.
Außerdem zeigen wir ein paar Fundstücke aus unseren Schutzgebieten: eine junge Waldeidechse, die Raupe des Kleinen Nachtpfauenauges und eine junge Kröte, vermutlich Erdkröte.
 
 
 
 
 
 
 
 




 
29. Juli    
Die Auktion in Uelsen hat wieder viele Käufer angelockt. Hier ein erster Bericht und einige Fotos. Mit dabei war auch Niedersachsens Agrarminister Gert Lindemann, der ein Exemplar des Buches "Das Bentheimer Landschaf" erhielt.

Die 18. Eliteauktion für Bentheimer Landschafe in Uelsen hatte eine ganze Reihe Schwergewichte aufzubieten, und das in zweifacher Hinsicht. Zum einen stattete Niedersachsens Agrarminister Gert Lindemann den Schafzüchtern einen Besuch ab. Zum anderen zeigten die Züchter aus dem gesamten Bundesgebiet auch 17 Stammböcke - also seit Jahren bewährte Zuchttiere, die ein besonders stattliches Bild abgaben.
"Schafpolitik" zu betreiben ist bei der Auktion in Uelsen seit einigen Jahren neben der Bewertung der Tiere und der anschließenden Versteigerung ein wichtiges Unterfangen - jedenfalls aus Sicht der Schafhalter. Zu sehr machen ihnen schwankende Preise und vor allem die Tatsache, dass sie bei der Vergabe von Fördermitteln oder dem Verfassen von Agrarprogrammen und neuen Vorschriften entweder vergessen oder aus ihrer Sicht schlicht missverstanden werden. Kennzeichnungspflicht für Einzeltiere, fehlende Flächenprämien für Grenzertragsstandorte wie Heiden und Moore, immer höherer bürokratischer Aufwand und letztlich der Umgang mit Tierseuchen: Themen haben die Schafhalter genug, zuletzt die neuen Tierkrankheiten Blauzunge und Schmallenberg.
So wurde Agrarminister Lindemann folgerichtig vom Vorsitzenden des Landes-Schafzuchtverbandes Weser-Ems, Heiko Schmidt, in besonderer Weise erwartet. "So nah kommen wir Ihnen schließlich nicht jeden Tag", sagte Schmidt. Dabei stünden die Schäfer über ihre Verbände durchaus in regem Kontakt zum Ministerium, sagte der Minister. "Wir wissen, dass es vor allem für Schafhalter, die keine eigenen Flächen bewirtschaften, manchmal schwierig ist, Fördergelder zu bekommen." Und genau das können die wenigsten - Schafe werden vor allem auf Deichen oder in Heiden gehalten, die meistens der Allgemeinheit gehören und deren Pflege erwünscht ist. Heiko Schmidt beklagte, die Vermaisung der Landschaft sei frappierend, der Konkurrenzdruck auf die Fläche für Schafhalter nur noch selten auszuhalten. "Die Preise für Lammfleisch waren gut - wie wäre es, wenn wir sie für 20 Jahre festschreiben würden?", fragte er mit Blick auf die Förderung von Bioenergie. "Wir müssen wieder stärker Betriebe fördern, die ihre Tiere überhaupt noch draußen halten", forderte er und schloss auch Milchvieh mit ein.
Minister Lindemann erwiderte, bei der Förderung seien Änderungen auf EU-Ebene im Gespräch, beim Schmallenbergvirus hoffe man, dass die Bestände inzwischen durchseucht, also mit dem Erreger in Kontakt gekommen seien und man nun weniger Probleme haben werde. Viele Dinge, die Schafhalter bemängelten, seien überdies auf Landesebene nicht zu beheben.
Bei einem Rundgang über das Gelände nahm sich der Minister Zeit, die vielen Angebote des Grafschafter Haus- und Nutztiertages zu begutachten, einige regionale Produkte zu probieren und ein Buch über das Bentheimer Landschaf in Empfang zu nehmen.
Bei den Zuchtergebnissen waren emsländische Züchter wieder sehr erfolgreich. Gesamtsieger aller Zuchtklassen wurde mit einem Bock von Gerfried de Lange zwar ein Grafschafter. Danach platzierte sich aber Helmut Melbaum mit einem Jährlingsbock als Reservesieger und bei den Lammböcken lag erneut Georg Steenken aus Werpeloh ganz vorne. Alle drei erhielten von Agrarminister Gert Lindemann Auszeichnungen des Landes Niedersachsen beziehungsweise der Landwirtschaftskammer.
Hinzuzufügen ist, dass der Durchschnittspreis der Jährlingsböcke bei 465 Euro und der der Lammböcke bei 470 Euro lag. Von den 50 aufgetriebenen Bentheier Landschafen wurden 13 nicht verkauft. Der teuerste Bock wechselte für 1500 Euro den Besitzer.

 
 
 
 
 
 





 
26. Juli    
Der Gemeine Igelschlauch dürfte am Versener Heidesee eines seiner größten Vorkommen im Weser-Ems-Gebiet besitzen. In diesem Jahr konnten wir 815 blühende Exemplare zählen nach 260 im Vorjahr. Das Foto zeigt eine Uferpflanze. Andere wachsen komplett im Wasser, einige nur unter Wasser wo sie dann aber nicht blühen. Gut zu sehen sind die Fruchtstände, die der Pflanze den Namen gaben. Die kreisrunden Blätter gehören zum Wassernabel.
 
 



 
24. Juli    
Endlich wird es etwas sommerlicher und einige interessante Beobachtungen sind am Heidesee möglich. So fliegt derzeit das Rotbraune Ochsenauge - am See konnten wir den im Bestand bedrohten Schmetterling erstmals beobachten. Gut zu sehen ist bei passendem Sonnenstand und windstillem Wasser, wie sich Armleuchteralgen und das Stumpfblättrige Laichkraut am Südufer ausgebreitet haben. Beide sind ebenfalls im Bestand bedroht und benötigen klares, nährstoffarmes Wasser.
 
 
 
 






 
13. Juli    
Das Land Unter-Land ist wieder ein Stückchen größer geworden. Auf Mansenberge sind etwa 2500 Quadratmeter Heide dazu gekommen, die bislang nicht eingezäunt waren. Genauer gesagt handelt es sich um ehemalige, heute verbuschte Heide. Die Traubenkirschen wurden vom Landkreis Emsland abgeschlagen, nun soll Schafbeweidung wieder für neue Heide sorgen.
 
 





 
29. Juni    
Der Nabu Sögel-Werlte hat eine Exkursion nach Mansenberge durchgeführt. Bei schlechtem Wetter ging es nicht nur um die Heide, sondern auch um unsere Vorfahren, die vor mehr als 3000 Jahren die Hügelgräber errichtet hatten.
Am Heidesee in Versen gibt sich das Blaukehlchen wieder die Ehre. Außerdem führen die Reiherenten Junge und der Igelschlauch beginnt zu blühen.
 
 
 
 




 
29. Mai    
Im Mai haben die Schafe immer mehr als genug Futter. Trotzdem oder gerade deshalb sind sie immer auf der Suche nach einem Leckerbissen. So wie dieses Schaf, das gerne Weidenblätter frisst.

In der Zwischenzeit steht der Rohbau unseres neuen Weideunterstandes. Herzlichen Dank an die Erbauer.
 
 
 
 



 
29. April    
Die Ablammung ist beendet. 46 Lämmer haben unsere Herde verstärkt - damit haben wir für die Weidesaison insgesamt wieder rund 100 Schafe zur Verfügung.
Am Heidesee liegt wieder ein toter Fuchs. Schon merkwürdig, das ist der dritte innerhalb von zwei Jahren.
Landschafts- und Biotoppflege mit Schafen und Ziegen: Es findet ein viertägiger Lehrgang am 19./20. und 26./27. Juni im Tierpark Nordhorn sowie in Tecklenburg statt. Lehrgangsinhalte sind die wichtigsten Weidebiotope, geeignete Schaf- und Ziegenrassen für die Biotoppflege, Einsatzbereiche von Schaf- und Ziegenbeweidung, Beweidungstechniken, manuelle Pflege,Wirtschaftlichkeit, Niedersächsische Förderprogramme im Vertragsnaturschutz. Der Lehrgang besteht aus einem allgemeinen Teil und 3 Exkursionstagen zu den Biotoptypen: Moor- und Sandheiden, Magerrasen und montane Wiesen, sowie Extensivgrünland und Deiche. Gebühr 60,- €/Tag, maximal 25 Teilnehmer. Es sind noch einige Plätze frei. Den theoretischen Teilwird der Land Unter e.V. in bescheidenem Umfang mitgestalten.


 
16. April    
Das Frühjahr ist kalt und nass - aber die Ablammung läuft weitgehend problemlos. Bisher haben 28 Mutterschafe 41 Lämmer bekommen. Vier bis fünf fehlen noch, dann sind wir durch.
 
 




 
1. April    
Einen Tag früher als erwartet, sind die ersten Lämmer zur Welt gekommen. Die Zwillinge sind wohlauf - keine Selbstverständlichkeit in Zeiten des Schmallenbergvirus. Wir erwarten noch etwa 30 weitere Ablammungen und 40 bis 50 Lämmer.
 
 



 
30. März    
Eine neue niederländische Studie hat die Verwandtschaft verschiedener Schafrassen untereinander untersucht. Hans Lenstra von der Universität Utrecht hat dabei herausgefunden, dass das Bentheimer Landschaf mit dem Schoonebeeker Schaf eng verwandt ist, im Verwandtschaftsgrad folgt danach das Veluweer Heideschaf. Die anderen deutschen Heideschafe, nämlich Graue Gehörnte und Weiße Heidschnucke, stehen dagegen weiter abseits. Die Studie bestätigt damit bisherige Annahmen, die aufgrund anderer Genanalysen, aber vor allem aufgrund der Zuchtgeschichte gemacht wurden. Siehe hierzu auch das Buch "Das Bentheimer Landschaf". Für die Übermittlung der Studie Dank an Edgar de Poel (NL).


 
23. März    
Am Versener Heidesee errichten wir in einigen Wochen einen Weideunterstand. Die Vorbereitungen haben begonnen - unter anderem haben wir einen neuen Zaun gezogen. Dabei gab es natürlich auch Pausen und Lammbratwurst. In den mansenbergen konnten wir erstmals seit Beginn der Beweidung 1995 wieder eine Heidelerche hören. Vielleicht richtet sie sich dort ein Revier ein. Der einstige Allerweltsvogel ist inzwischen längst selten geworden.


 
 
 
 




 
7. März    
Das Naturschutzgebiet Mansenberge ist mit 8,3 Hektar etwas größer als die tatsächlich durch unsere Schafe beweidete Fläche. Das liegt vor allem daran, dass eine von einem Sandweg abgetrennte Spitze bisher nicht in die Beweidung mit einbezogen werden konnte. Das hat sich nun geändert - auf unser Bitten wird der Landkreis Emsland eine etwa 2000 Quadratmeter große Fläche zusätzlich einzäunen. Da hier ohne Beweidung Traubenkirschen, Birken und Eichen aufgewachsen sind, müssen einige der Bäume zunächst entfernt werden. Mit diesen Arbeiten hat der Landkreis Emsland noch im Februar begonnen. Wann die Einzäunung erfolgt, ist noch nicht klar.


 
 


 
3. März    
Die Mitgliederzeitschrift der Gesellschaft zur Erhaltung alter und bedrohter Haustierrassen (GEH) hat einen sehr freundlichen Beitrag über das Buch zum Bentheimer Landschaf gebracht, der hier nachzulesen ist. Auch das niederländische Pendant, die Zeitschrift "Levende Have", hat kurz auf das Buch hingewiesen. Gleiches gilt für das Magazin "Emskopp" aus dem Emsland.

Arche Nova 2012
Hier der Link zum Emskopp:
http://www.emskopp.de/?p=5082
 
10. Februar    
Hier ein Bericht über den Schmallenbergvirus aus der Neuen Osnabrücker Zeitung:
http://www.www.noz.de/artikel/60712277/das-leiden-kam-per-mueckenstich

 
3. Februar    
Die Staatliche Moorverwaltung hat die klirrende Kälte und den damit hart gefrorenen Boden am Heidesee dazu genutzt, überalterte Heidebestände und Binsen zu mähen. In zwei bis drei Jahren steht dort wieder junge Heide, die von unseren Schafen kurz gehalten werden kann.
Nicht nur der Winter, auch ein neuer Virus hat jetzt zugeschlagen. Der sogenannte Schmallenberg-Virus lässt Lämmer verkrüppelt oder tot zur Welt kommen. Der Schafhaltung dürfte das wieder einen neuen Schlag versetzen. Wir sind bislang nicht betroffen, unsere Lämmer kommen aber auch erst Ende März. Zu diesem Thema, zur Schafhaltung allgemein und zum Bentheimer Landschaf hat sich Züchterkollege und stellvertretender Vorsitzender des Landesschafzuchtverbandes Weser-Ems, Ludwig Schmitz aus dem emsländischen Werpeloh, in einem Radio-Interview geäußert. Hier der Link.
http://www.emsvechtewelle.de/podcast/talk-ludwig-schmitz.html
 


 
18. Januar    
Endlich ist Zeit, um ein paar Fotos von der Buchvorstellung zu zeigen. Das obere zeigt das Erhaltungszüchter-Ehepaar Heidotting aus Twist/Emsland gemeinsam mit Friedrich Reinking vom Gut Düneburg in Haren - ebenfalls Erhaltungszüchter. Das zweite Foto zeigt Thomas Berling - ehemals Tierparkleiter in Nordhorn, nun Bürgermeister. Das Buch ist im Handel, sowie im Tierpark Nordhorn und über diese Homepage (Kontakt) erhältlich. Hier noch ein Link zu einem Interview der Ems-Vechte-Welle: www.emsvechtewelle.de
http://www.emsvechtewelle.de/podcast/buch-ber-bentheimer-landschaft-erschienen.html
 
 
 




 
10. Januar    
In diesem Jahr stehen einige Termine an. Zunächst wollen wir auch am Versener Heidesee einen Weideunterstand bauen. Die Planungen laufen, Baubeginn soll im Frühjahr sein.
Da der Weideunterstand bis zum Frühjahr fertiggestellt sein soll, können wir in diesem Jahr unsere Generalversammlung dort vornehmen und gleichzeitig eine Führung an den See zur Heideblüte und ein kleines Einweihungsfest veranstalten.

 
Schäferblog 2011




 
28. November    
Heute ist im Tierpark Nordhorn das neue Buch "Das Bentheimer Landschaf - Geschichte und Zukunft einer Nutztierrasse" vorgestellt worden. Zu der Veranstaltung kamen rund 30 Interessierte und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Kulturbetrieb. Außerdem waren auch einige Schäfer der Einladung gefolgt. Außerdem weisen wir gerne darauf hin, dass es nun auch das passende Lesezeichen für das Buch gibt. Mehr dazu unter www.bentheimer-filz.de.
www.bentheimer-filz.de


Hier schon mal die Pressemitteilung zum Thema:

Langsteert taucht auf
Wie das Bentheimer Landschaf in die Welt kam - Neues Buch über nordwestdeutsche Agrargeschichte

Das Buch "Das Bentheimer Landschaf - Geschichte und Zukunft einer alten Nutztierrasse" hat der Meppener Journalist Tobias Böckermann veröffentlicht. Auf 124 Seiten beschreibt der Redakteur der Neuen Osnabrücker Zeitung, wie das Schaf mit dem Charakterkopf vor gut 200 Jahren entstanden ist.
Mit dem Bürgermeister der Stadt Nordhorn, Thomas Berling, verbindet Böckermann das Engagement für dieses Schaf - beide sind auch Züchter. Fünf Jahre lang haben sie Akten und alte Bücher gewälzt, Zuchtgeschichten recherchiert und sowohl in Deutschland als auch in Holland Nachforschungen angestellt - mit Unterstützung von rund einem Dutzend Schäfer, Historiker oder sonstigen Sachkundigen.
Wichtigste Erkenntnisse: Das Bentheimer Schaf wurde 1864 erstmals erwähnt - rund 50 Jahre früher als bisher angenommen. Es war schon im 19. Jahrhundert in Frankreich und Holland als Schlachttier gefragt und hat im Laufe der Jahrzehnte aufgrund seiner besseren Leistungen die dominierende Heidschnucke im Emsland und in der Grafschaft verdrängt.
Mit dem Schoonebeeker Schaf ist in den benachbarten Niederlanden eine genetisch weitgehend identische Schwesterrasse entstanden - beide Schafe dürften nach Erkenntnissen des Autors zeitgleich die Heiden und Moore der Grenzregion erobert haben. Das Bentheimer Schaf wurde erstmals in einer Region um Neuenhaus in der Grafschaft als solches benannt.
Mit der Kultivierung von Heiden und Mooren wurden Bentheimer allerdings immer seltener gebraucht - sie standen 1970 vor dem Aussterben. Damals hielten nur noch drei emsländische Züchter die im Volksmund früher Langsteert genannte Rasse im Herdbuch. Die Entwicklung von damals nur 50 Zuchttieren bis zum heutigen Bestand von 2300 Zucht- und rund 10000 Gebrauchstieren deutschlandweit ist engagierten Menschen zu verdanken. Vor allem hat man die hervorragende Eignung der Rasse für die Landschaftspflege erkannt.
Das Buch porträtiert neun Züchter aus mehreren Bundesländern, darunter die Erhaltungszüchter. Es beschreibt die Vorteile der Bentheimer und gibt Tipps für die Landschaftspflege und erläutert, durch welche ökologischen Besonderheiten sich die Heide auszeichnet. Außerdem wirft es einen intensiven Blick auf die Agrargeschichte des 19. Jahrhunderts und erläutert, wie die Heide entstanden ist und wie die Menschen durch den Export von Wolle und Strickzeug oder durch den Schafdung von ihren Tieren profitierten. Ein Serviceteil nennt wichtige Adressen.
"Das Bentheimer Landschaf - Geschichte und Zukunft einer alten Nutztierrasse" umfasst 124 Seiten und enthält 82 Farb- und 30 historische Schwarzweißfotos, dazu etwa ein halbes Dutzend Karten, Grafiken und Zeichnungen. Es ist im Verlag der Emsländischen Landschaft e.V. (Sögel) unter der ISBN-Nummer 978-3-925034-45-9 erschienen, kostet 14,60 Euro und ist im Buchhandel oder über diese Internetseite erhältlich.
  

 
10. November    
Der Bau eines Weideunterstandes im NSG Mansenberge in Berßen schreitet voran. Die Mitarbeiter der Emsländischen Service-Agentur für Beschäftigung haben ein sehr schönes Gebäude vorgefertigt, das nun aufgestellt wird. Es soll in strengen Wintern als Rückzugsmöglichkeit für die Schafe dienen. Gefördert wird der Bau von der Emsländischen Umweltstiftung.
 
 



 
19. Oktober    
Ende November, ein paar Tage vor dem 1. Advent, wird das erste Buch über das Bentheimer Landschaf erscheinen. Wir möchten schon jetzt darauf hinweisen. Enthalten ist unter anderem die Geschichte dieser Schafrasse - deren Existenz durch die Forschungen zu dem Buch schon für den Beginn des 19. Jahrhunderts festgestellt werden konnte. Außerdem erzählt das Buch, warum die Heide so bedeutsam war für die Entstehung dieses Schafes und berichtet über zehn Schäfer aus ganz Deutschland, die Bentheimer Schafe halten.

 
10. Oktober    
Vor genau 75 Jahren sind die Mansenberge bei Berßen unter Naturschutz gestellt worden. Die Hügelgräberheide wurde damals allerdings weniger wegen der Heide unter Schutz gestellt - sie gab es 1936 noch in viel größerem Umfang als heute und sie galt keineswegs als schutzwürdig. Den Behörden ging es damals vielmehr um die Grabhügel, zu deren Schutz als Kulturgut auch das Naturschutzgesetz herhalten konnte. Die Mansenberge waren seit jeher Schafweide, wurden aber spätestens seit etwa seit 1970 nicht mehr beweidet. Dies erfolgte erst wieder durch das Engagement unseres Vereins und zwar erstmals am 1. April 1995. Seitdem ist der Verein Land Unter e.V. ununterbrochen Pächter des Naturschutzgebietes. Gemeinsam mit dem Landkreis Emsland ist aus einem Birkenwäldchen seitdemwieder eine Heide geworden.




 
29. September    
Heute hat Michael Gertenbach vom Landesschafzuchtverband Weser-Ems aus Oldenburg unseren Nachwuchs ins Herdbuch aufgenommen. 25 Tiere standen zur Begutachtung an und die Noten fielen ganz gut aus. Bewertet wird, ob die Wolle in Ordnung ist (bei Bentheimern sollte sie flach abfallen und nicht gewellt sein oder gar Locken werfen. Aber von diesem Typ gibt es nicht mehr viele), wie gut die Tiere bemuskelt sind und wie die äußere Erscheinung ist. Zu letzterem gehört auch das Fundament, also die Beinstellung oder ob der Rücken gerade ist. Nicht zuletzt spielt das typische Bentheimer-Gesicht eine Rolle - mit Zeichnung im Gesicht und Ramsnase.

 
4. September    
An dieser Stelle noch einmal der Hinweis auf unsere Heideführung am Sonntag, dem 4. September. Um 15 Uhr treffen wir uns in Berßen an der Hügelgräberheide bzw. um 14.30 Uhr am Bahnhof Meppen, wo der NABU, der die Führung in sein Programm aufgenommen hat, eine Fahrgemeinschaft bilden wird. Kontakt: Tobias Böckermann und Carsten Marien (Tel.: 0176 - 77 18 45 35).


 
4. September    
An der Führung durch die blühenden Mansenberge haben zehn Personen teilgenommen. Geboten bekamen sie in diesem Jahr eine duftende Blütenpracht wie sie nur bei feuchtwarmem Wetter zu erleben ist.


 
8. August    
Von oben betrachtet sieht die Welt ganz anders aus. Deshalb haben wir in diesem Jahr erstmals Luftbilder vom Heidesee angefertigt. Trotz des erneuten Auftretens des Heideblattkäfers und deutlicher Schädigungen in einigen Bereichen blüht die Heide prächtig.
 
 
 
 




 
23. Juli    
Erstmals konnten wir am Heidesee den Pillenfarn nachweisen, eine Pflanze der Heideweihergesellschaften. Er wächst an zwei Standorten und bedeckt insgesamt rund 3-4 Quadratmeter. Die Pflanze ist auf wechselnden Wasserstand und nährstoffarmes Wasser angewiesen. Er steht auf der Roten Liste und wurde vermutlich durch Wasservögel in den See getragen.
Auf einer im vergangenen Jahr auf dem Hümmling abgeplaggten Heidefläche keimen in diesem Jahr Hunderte junge Heidepflanzen. In ein paar Jahreen dürfte die Fläche "Am Wiesengrund" wieder purpur blühen. Hingewiesen sei schon jetzt auf unsere Führung durch die Mansenberge am ersten September-Sonntag. Der Regen der vergangenen Wochen verspricht eine schöne Heideblüte. Der Biber hat sich auch einmal an den See gewagt und eine der wenigen Birken durchgeknabbert.
 
 
 
 




 
6. Juli    
Am Heidesee blüht der Gemeine Igelschlauch, eine sehr seltene Heideweiherblume. 2008 konnten wir erstmals rund 30 Exemplare zählen, 2009 waren es 60, 2010 110 und in diesem Jahr 260 blühende Pflanzen.
Derzeit fliegen Blaupfeil und Große Königslibelle, erfolgreiche gebrütet haben erstmals zwei Nilgänse, die sechs Junge führen. Die Art breitet sich als Neozoon immer weiter aus. Auch Reiherenten und Zwergtaucher waren erfolgreich im Brutgeschäft, dazu viele Schwarzkehlchen.


 
23. Mai    
Für den Naturpark Moor und seinen Naturpark-Triathlon haben wir eine Führung am Heidesee veranstaltet. Rund 30 Personen haben an der kombinierten Rad-/Wandertour teilgenommen.
Erstmals scheint die auffällig gelbe Schafstelze am Heidesee zu brüten. Sie ist nicht ausgesprochen selten, passt aber vom Namen her sehr gut zu unserer Weide. Tatsächlich jagd sie gerne Mücken und andere Kleininsekten, die von Weidetieren aufgescheucht werden.

 
 
 
 



 
22. April    
Die Ablammung ist fast beendet. Rund 30 Lämmer sind schon da. Auf den Mansenbergen blüht der Englische Ginster, eine inzwischen selten gewordene Ginterart, die sich mit Stacheln gegen das Gefressenwerden wehrt und deshalb bevorzugt in Heiden vorkommt. Am Heidesee ist der Kuckuck wieder eingetroffen.




 
8. April    
Die Ablammung hat begonnen. Mehr als ein Dutzend Lämmer sind schon da.
Gleichzeitig kehren auch viele Tiere zurück. Der in Deutschland sehr seltene Steinschmätzer zieht wie in den Vorjahren am Heidesee durch, der Feldsandlaufkäfer ist bei warmem Wetter auf der Suche nach Beute. Ein Silberreiher sucht regelmäßig noch nach Beute, die Grasfrösche haben gelaicht, ein Schwarzmilan ist durchgezogen.

 
 
 
 
 
 





 
26. März    
Am Versener Heidesee verläuft quer zum Nordende des NSG ein naturnah gestalteter Entwässerungsgraben, der aus dem Wesuweer Moor kommt. Dort haben wir nun erstmals deutliche Verbissspuren des Bibers festgestellt.

 
 






 
12. März    
Sehr gute Resonanz hat unsere 15. Generalversammlung im Kossehof gefunden. Mehr als 30 Vereinsmitglieder waren beim offiziellen Teil dabei, beim anschließenden Essen - zählt man die vielen Kinder mit - waren es rund 50. Es gab Grünkohl mit Bratkartoffeln, dazu Mettwurst vom Bentheimer Landschaf und Salami, ebenfalls von unseren Tieren. Unser Dank gilt Christine Gößling-Preuß für die Bereitsstellung des Kossehofes und die Vorbereitungen und natürlich ihrer Schwester Dette Gels für das köstliche Essen.

 
 
 
 






 
5. März    
Ein Erfahrungsaustausch hat einige Züchter des Bentheimer Landschafes aus der Grafschaft Bentheim, dem Emsland und Nordrhein-Westfalen in die benachbarten Niederlande geführt. In der Provinz Gelderland stand der Besuch mehrerer Herden des Schoonebeeker Schafes und damit einer Art Zwillingsschwester der Bentheimer, auf dem Programm. Beide Rassen verbindet eine gemeinsame Zuchtgeschichte, die bei dem Treffen intensiv diskutiert wurde. Hier gibt es noch Forschungsbedarf. Die Schoonebeeker von heute sind deutlich dunkler als die Bentheimer.

 
 
 
 






 
25. Februar    
Am Freitag, dem 11. März 2011, um 18.30 Uhr, im Kossehof, Meppen. In diesem Jahr findet die Versammlung wieder im zeitigen Frühjahr statt. Nach dem offiziellen Teil gibt es ein Abendessen, das zur Jahrzeszeit passt.
Wer schon absehen kann, dass er/sie an dem Essen teilnimmt, der melde bitte sich bis spätestens zum 5. März bei einem unserer Vorstandsmitglieder oder per E-Mail unter: land-unter@bentheimer-landschaf.de an.
Schon jetzt wollen wir darauf hinweisen, dass in diesem Jahr mehrere Führungen stattfinden. Am Sonntag, dem 22. Mai, veranstaltet der Internationale Naturpark Moor am Heimathaus Versen einen Triathlon für die ganze Familie. Dabei gibt es vormittags und nachmittags je eine Tour mit dem Bus, einen Radtour und eine Wanderung in den Naturpark. Eine der Radtouren führt am Vormittag vom Heimathaus zum Heidesee, der zum Naturparkgehört.




 
7. Januar    
In diesem Jahr wird es wieder gemeinsam mit dem NABU eine Führung in die Mansenberge geben - passend zur Heideblüte. Auch eine Führung an den Heidesee wird es vorraussichtlich geben.





 
Schäferblog 2010

2. Januar    


Der Winter hat mit aller Macht zugeschlagen. Wir müssen die Schafe inzwischen füttern da die Heide mit Schnee bedeckt ist.
 
 


 
5. Januar    
Der Osnabrücker Biologe Axel Degen hat mitgeteilt, dass der Schwan "Helsinki EJ0782" sich wie im Vorjahr nahe Versen niedergelassen hat. 2008 hatte er mit seinem Partner neun Jungtiere aus Finnland ins Emsland geführt- in diesem Jahr sind beide ohne Nachwuchs da. Der Schwan "Helsinki EJ0782" wurde vor 14 Jahren in der finnischen Provinz Häme, 1350 Kilometer vom Emsland entfernt, geschlüpft und später von Forschern beringt worden. Auf demFoto ist der Schwan rechts zu sehen.

 
 




 
2. Februar    
Der Winter will nicht enden. Die Morgenstimmung am See ist dafür allerdings recht beschaulich. Schwäne und Enten haben ein Eisloch freigehalten.

 
 



 
28. Februar    
Unsere Generalversammlung 2010 werden wir im Sommer auf dem Meppener Kossehof veranstalten.





 
13. März    
Auf unserer Fläche am Wiesengrund in Berßen hat der Landkreis Emsland etwa einen Hektar abgeplaggt. Diese mühevolle Handarbeit dient dazu, die alles beherrschende Traubenkirsche zurückzudrängen. Das erste Foto zeigt die Fläche im Spätsommer 2006. Trotz mehrfacher mechanischer Bekämpfung der aus den USA eingeführten Baumart und Beweidung konnte sich kaum Heide durchsetzen. Das großflächige Abplaggen hat die über Jahrzehnte ohne Beweidung entstandene Humusschicht bis auf den Mineralboden abgetragen. Jetzt soll hier wenn alles klappt Heide keimen.

 
 
 
 





 
30. März    
Nach harten Winterwochen sind nun endlich die ersten Lämmer geboren worden.

 
 





 
30. März    
Das Umweltministerium des Landes Niedersachsen gewährt Fördermittel für das Abplaggen unserer Heideflächen. Auf Mansenberge in Berßen können 6400 Euro eingesetzt werden, am Versener Heidesee 8000 Euro. Das Plaggen dient der Verjüngung überalterter Heidebestände und gehörte über Jahrtausende zur traditionellen Wirtschaftsweise in den Heiden.





 
2. April    
Hier ein interessanter Artikel aus der Neuen Osnabrücker Zeitung über Heideweiher, in dem der Versener Heidesee vorkommt.

 
 


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12. April    
Am Heidesee haben zwei Kanadagänse. Rast gemacht. Mit ihnen saßen zwei Graugänse auf dem kleinen Teich. Wohl auch nur Durchzügler. Die Kanadagans stammt aus Nordamerika.

 
 




 
5. Mai    
Das gefährlich anmutende Tier auf dem Foto unten ist ein drei Zentimeter kleiner männlicher Stierkäfer. Er lebt in unseren Projektflächen vom Schafkot und wird jetzt wieder munter. Als Bewohner sandiger Heiden und lichter Wälder ist er nur noch lokal verbreitet und wird insgesamt seltener.

 
 




 
25. Mai    
Die Niedrige Schwarzwurzel (Fotos) ist eine sehr seltene Pflanze der Heiden. Sie kam früher auch in dem von uns betreuten NSG Hügelgräberheide in Berßen vor, ist dort aber bisher nicht wieder aufgetreten. Sie ist hier letztmals in den 1960er Jahren gefunden worden.
Die Fotos stammen von einem anderen Naturschutzgebiet auf dem Hümmling, in dem die Blume nach Renaturierungsmaßnahmen vor 5 Jahren wieder gekeimt war. Inzwischen wurde die nachfolgende Beweidung mit Moorschnucken leider wieder aufgegeben.

 
 
 
 




 
11. Juni    
Am Heidesee fliegt der Grüne Zipfelfalter, der einzige in Deutschland verbreitete Falter, der unterseits grün ist. Er ist nicht selten und lebt in trockenen Biotopen. Dieses Exemplar hat etwas von seiner grünen Farbe verloren.

 
 




 
18. Juni    
Seit einigen Tagen streifen zwei Kolkraben im Gebiet um den Versener Heidesee. Kolkraben sind im Emsland immer noch recht selten, stehen allerdings bundes- und landesweit nicht mehr auf der Roten Liste, die sie jahrzehntelang als akut vom Aussterben bedroht notierte. Konsequenter Schutz und die Einsicht Vieler, dass diese Vögel zwar hochintelligent aber keine Schädlinge sind, haben die Bestände wieder steigen lassen.
Das erste unscharfe Foto stammt vom See - die Tiere sind leider sehr scheu. Das zweite ist aus dem Tierpark Nordhorn.

 
 


 
03. Juli    
Am Heidesee brütet erstmals ein Paar des Weißsternigen Blaukehlchens. Es brütet an deckungsreichen Ufer- oder Sumpfbereichen an Fließ- und Stillgewässern mit Bereichen freier Bodenoberfläche. Die Art kommt bevorzugt an den Unterläufen der großen Flüsse und an größeren Stillgewässern im Norden Niedersachsens vor. Durch die Zerstörung kleiner Feuchtgebiete war der Bestand der Art stark rückläufig. In den letzten Jahren hat das Blaukehlchen vor allem die seedeichnahe Grünland- und Ackermarsch im Nordwesten Niedersachsens besiedelt, wo heute der Großteil der Gesamtpopulation brütet. Der Bestand hat auf mehr als 3.000 Brutpaare zugenommen. Weltweit ist die Art nicht gefährdet, sie galt aber in Deutschland lange Zeit als Inbegriff der vom Aussterben bedrohten Tierarten.

 
 







 
20. August    
Der Tierpark Nordhorn hat 8 Zuchttiere bei uns gekauft, vier Lämmer und vier Zutreter, also Schafe, die noch nicht gelammt haben, aber schon ein Jahr alt sind. Der Verkauf lief reibungslos bis auf die Tatsache, dass ein Schaf offensichtlich nicht aus dem Emsland in die Grafschaft wechseln wollte. Vor lauter Aufregung ist es in den See gesprungen und hat im Wasser rund 200 Meter zurückgelegt um dann am anderen Ufer wieder auszusteigen. Es darf jetzt bei uns bleiben - vorerst jedenfalls.

 
 
 
 
 
 





 
1. September    
Die Heide blüht in diesem Jahr üppiger als in den Vorjahren. Der Regen im Sommer hat ihr offensichtlich gut getan.

 
 






 
13. September    
Wir haben unsere Generalversammlung abgehalten. Etwa 25 Personen nahmen daran teil und freuten sich am Ende über ein kleines, aber sehr gelungenes Grillfest auf dem Archehof des Kossehofes in Meppen.

 
 






 
16. September    
Eine neue Internetseite ist online gegangen. Sie beschreibt die Hudelandschaften des Emslandes. Siehe unter www.borkener-paradies.de



 
22. September    
Ein interessanter Text des aid zur Erhaltung der genetischen Vielfalt sei hier wiedergegeben.

Tiere aus dem Eis
Kryokonservierung als letzte Rettung?
(aid) - Jeden Monat stirbt weltweit eine Haustierrasse aus - das ist auch Folge eines jahrelangen Trends zur Zucht von Hochleistungsrassen. In den USA beruht beispielsweise die Milchwirtschaft zu 90 Prozent auf Holsteinkühen. Auf einer Farm der privaten SVF Foundation in den USA sollen nun von 40 gefährdeten Nutztierrassen je 300 Embryonen und 3 000 Samenproben gewonnen und eingefroren werden, um dem Verlust der Vielfalt an Nutztierrassen entgegenzuwirken. Bei dem Verfahren der "Kryokonservierung" werden fünf bis sieben Tage alte Embryonen zunächst in flüssigem Stickstoff bei minus 197 Grad Celsius tief gefroren. Diese Rassen haben laut SVF Eigenschaften, die sich zu erhalten lohnen. Beispiele dafür seien u. a. die Tunis-Ziege, die extreme Hitze ertragen kann, oder die Gulf- Coast-Schafe, die resistent gegen Parasiten und Fußfäule sind.
"Man weiß nie, wofür man sie noch brauchen kann, deshalb macht es Sinn, interessante Genvarianten zu konservieren", so Eckard Wolf vom Lehrstuhl für Molekulare Tierzucht und Biotechnologie in München. Das könnte auch für die Holstein Kühe irgendwann mal nötig sein. Darüber, dass die Erhaltung der Arten und damit der genetischen Ressourcen notwendig ist, sind sich die Experten einig. Jedoch über die richtige Methode herrschen unterschiedliche Vorstellungen. Einen ganz anderen Weg geht das deutsche Vorzeigeprojekt der "Arche Warder" im Holsteinischen Naturpark Westensee. Hier leben ca. 800 Tiere siebzig verschiedener Rassen. Kai Fröhlich, Direktor der Arche Warder argumentiert, dass die Kyrokonservierung alleine nicht ausreiche und nur eine Ergänzung zur Lebenderhaltung darstellen könne. "Um eine genetische Variabilität zu garantieren, können die Rassen nur in Netzwerken gehalten werden", so Fröhlich in einem Bericht der Wochenzeitung" Die Zeit".
Antje Feldmann, Geschäftsführerin der Gesellschaft zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen (GEH) ergänzt: "Für die langfristige Zucht braucht man Tiere, die sich an die wechselnden Umweltbedingungen anpassen können." Es sei unverzichtbar, lebende Herden zu halten, damit die Zucht als dynamischer Prozess funktionieren kann. Bevor jedoch eine Rasse ganz verschwindet, ist die Tiefkühlvariante wohl als letzte Rettung anzusehen. Friederike Eversheim, www.aid.de




 
24. September    
Etwa 500 Meter Luftlinie vom Versener Heidesee entfernt wächst im Wesuweer Moor der Hirschsprung (Corrigiola litoralis ) Diese interessante Pflanze ist inzwischen sehr selten geworden - sie lebt auf wechselnassem Sandboden. Im Wesuweer Moor besiedelt sie einen Sandweg.

 
 






 
24. Oktober    
Die Zeit der Zugvögel hat begonnen. Am Versener Heidesee hat ein Trupp Kanadagänse gerastet.

 
 







 
28. Oktober    
Zwei Höckerschwäne rasten jetzt auf dem See. Sie scheinen ein Paar zu bilden, jedenfalls turteln sie manchmal miteinander.

 
 







 
1. Dezember    
Jetzt sind auch Sing- und Zwergschwäne wieder am See. Etwa 70 Tiere nächtigen dort.

 
 









 
5. Dezember    
Der Verein Land Unter hat gemeinsam mit dem Meppener Landbüro einen Geburtstagskalender im Format DIN-A-3 hergestellt. Dank der Unterstützung und weitgehenden Finanzierung durch das Landbüro war es möglich, 500 Exemplare des Kalenders zu drucken. Die Mitglieder des Vereins Land Unter bekommen einen Kalender pro Haushalt kostenlos zugeschickt. Wer weitere Exemplare wünscht, kann sie beim Vorstand für 10 Euro kaufen.
Der Kalender unter dem Titel "LandKultur" enthält 13 Aufnahmen, darunter 9 von Bentheimer Landschafen, einmal Schwäne am Heidesee, einmal Bentheimer Schweine und einmal Hochlandrinder im Haselünner Wacholderhain. Er soll zeigen, welche Kulturgüter in unserer Region durch Landwirtschaft entstanden sind.

 
 







 
24. Dezember    
Der Winter hat wieder zugeschlagen. Genau wie im vergangenen Jahr behindern wahre Schneemassen (ungewöhnlich für die Verhältnisse im Nordwesten) die Tiere beim Fressen, weil die Heide zum Teil eingeschneit ist. Aber sie werden gut versorgt.

 
 








 
Schäferblog 2009


 
1. Januar    
Am Versener Heidesee rasten derzeit mehr als 50 Singschwäne und mehrere Hundert Enten, dazu einige Zwergtaucher. Die Vögel versammeln sich um die letzten eisfreien Stellen im See. Erstmals seit Jahren scheint er vollständig zuzufrieren.


 

 
 
7. Januar    
Überraschender Besuch am Versener Heidesee. Zu den rastenden Singschwänen und Enten haben sich ein paar Zwergschwäne und heute auch ein junger Kranich gesellt (auf den Fotos leider nur schlecht zu erkennen). Er hat offenbar den Anschluss an seinen Vogelzug verpasst.


 
27. Februar    
Unsere diesjährige Generalversammlung findet am Freitag, dem 20. März, ab 18.30 Uhr im Kossehof statt. Am Sonntag, dem 23. August bieten wir erstmals eine Führung an den Versener Heidesee an. Sie beginnt um 14.30 Uhr.


 
1. März    
In den vergangenen zwei Wochen sind im Altkreis Meppen so viele Kraniche beobachtet worden wie wohl nie zuvor. Das Foto zeigt eine Gruppe von etwa zehn Tieren im Emstal zwischen Wesuwe und Meppen.Sie rasten auf einem Maisacker. Heute sind mehrere Gruppen über den Heidesee und später den Ort Versen hinweggezogen. Über Versen dürften es mindestens 100 Kraniche gewesen sein.
Auch andere Frühlingsboten stellen sich ein: Krickenten in Mengen, dazu Haubentaucher und Kiebitze auf und am See.

 


 
10. März    
Nach einigen Jahren ist wieder der Nachweis einer Kreuzotter am Heidesee gelungen. Das ausgewachsene Tier ist vermutlich gerade aus der Winterruhe erwacht und hatte sich unter einer Heidestrauch versteckt.

 
22. März    
Hier ein Bericht unserer Generalversammlung:

Bestand der Bentheimer Landschafe stagniert
Naturschutzverein Land Unter zieht Bilanz
Meppen. Der Meppener Naturschutzverein Land Unter e.V. hat eine positive Bilanz für das Jahr 2008 gezogen. Der Verein kümmert sich um die Erhaltung des Bentheimer Landschafes und um die Pflege von Heidegebieten.
Einer Pressemitteilung zufolge hat der 138 Mitglieder starke Verein im vergangenen Jahr zahlreiche Zuchttiere an einen Betrieb in Vechta und einen in den Niederlanden verkauft und so einen kleinen Beitrag zur Erhaltung des nach wie vor im Bestand gefährdeten Bentheimer Landschafes geleistet. Derzeit gibt es demnach bundesweit rund 4500 bis 5000 Bentheimer Landschafe, davon etwa die Hälfte reinrassig als ins Herdbuch eingetragene Zuchttiere. Der Anteil am deutschen Gesamtschafbestand beträgt aber immer noch nur rund 0,3 Prozent. Nach einem Ausfwung seit Mitte der 1990er Jahre stagniert der Gesamtbestand derzeit.
Der Verein Land Unter hält 40 Bentheimer Landschafe und pflegt damit rund neun Hektar Sandheide im Naturschutzgebiet Mansenberge bei Klein Berßen sowie 23 Hektar Moorheide im neu entstandenen Naturschutzgebiet „Versener Heidesee“ bei Meppen-Versen. Rund um eine 16 Hektar große, mit Wasser gefüllte Sandentnahmestelle ist in diesem Teil des Naturparkes Moor ein wertvoller Lebensraum entstanden, der dem der früher für einen Teil des Emslandes typischen Heideseen und Heiden entspricht. 2008 wurde er unter Naturschutz gestellt.
Derzeit kommen am Heidesee nach Vereinsangaben rund 40 gefährdete Tier- und Pflanzenarten vor, darunter 20 Vogelarten der Roten Liste als Brutvögel oder Nahrungsgäste. 2008 sei mit dem erstmals gefundenen Gewöhnlichen Igelschlauch das einzige bekannte Vorkommen dieser Pflanze im ganzen Weser-Ems-Gebiet festgestellt worden, hieß es während der Mitgliederversammlung. Für die Pflege des Heidesees war der Verein 2008 mit dem Klimaschutzpreis der Stadt Meppen ausgezeichnet worden.


 
1. April    
Endlich sind die ersten Lämmer da. Bei bestem Wetter geht es jetzt Schlag auf Schlag.

Am Heidesee haben wir die Zwergschnepfe feststellen können - einen interessanten Durchzügler. Der Vogel ist noch deutlich kleiner als eine Bekassine - wurde aber früher auch Zwergbekassine genannt. Die Zwergschnepfe brütet heute nur noch in Sümpfen und Mooren von Skandinavien bis Ostsibirien, hat aber vor 100 Jahren sehr vereinzelt im Emsland gebrütet. Aus der Region Dersum stammen die einzigen angeblich sehr sicheren Brutnachweise in Mitteleuropa (1920er Jahre). Gesichtet wird sie im Winter als Durchzügler häufiger. Die Tiere fliegen erst auf, wenn man 30 Zentimeter vor ihnen steht.



 
21. April    
Wir haben erfreulich viele Lämmer - bisher 38. Sie werden morgends von der Weide geholt, die Mütter laufen hinterher. (Foto: Felix Stang)


 
22. April    
Zwei neue Bücher aus dem Tecklenborg-Verlag in Steinfurt beschäftigen sich unter anderem mit den Landschaften, die unser Verein mit seinen Schafen pflegt. Das Buch "Natur im Emsland" enthält eine ausführliche Beschreibung über die Entstehung der emsländischen Heiden und Heideweiher und geht auch auf das Bentheimer Landschaf ein. Das Buch "Moor - eine norddeutsche Landschaft" befasst sich mit Mooren und Moorrandbereichen. Bei beiden Büchern handelt es sich um hochwertige Bildbände, deren Aufnahmen von renommierten Fotografen stammen. Zu beziehen sind sie für 24,50 Euro (Emsland) und 34,80 Euro (Moor) im Buchhandel.




 
9. Mai    
Uwe Geisink, Bentheimer-Züchter aus der Grafschaft Bentheim hat eine eigene Internetseite zum Thema erstellt. Unter www.schafzucht-geisink.de ist sie zu sehen.
www.schafzucht-geisink.de


 
11. Mai    
Am Heidesee haben wir wieder einige seltene Tiere beobachtet. Flussuferläufer und Steinschmätzer stehen auf der Roten Liste der bedrohten Vogelarten ganz weit oben. Auch die Nordische Moosjungfer, eine große Libellenart, ist selten, weil sie auf Moore und Moorränder als Lebensraum angewiesen ist. Das Reh dagegen ist überall vertreten.




 
23. Mai    
Der Flussuferläufer ist in Niedersachsen vom Aussterben bedroht. Das Foto zeigt zwei der Tiere - zugegeben estwas klein - am Heidesee. In Niedersachsen brüten etwa 25-30 Paare, die meisten im Süden. Ob der Flussuferläufer am Heidesee brütet ist nicht klar. Er ist aber seit 3 Jahren zur Brutzeit vor Ort. Flussuferläufer überwintern in Afrika und fliegen nur für wenige Monate nach Europa.

 
 



 
27. Mai    
Wir haben die Schafe gegen die Blauzungenkrankheit geimpft. Am See ist wieder ein Weißsterniges Blaukehlchen aufgetaucht. Es handelt sich vermutlich um ein rastendes Tier. Die Art war einst sehr selten, brütet aber heute mit mehr als 3000 Paaren in Niedersachsen.


 
25. Juni    
Im NSG Hügelgräberheide in Berßen lebt die besonders geschützte Kahlrückige Waldameise (Formica polyctena). Sie ist eng mit der Roten Waldameise verwandt und wird in der Roten Liste in der Kategorie 2 "Stark gefährdet" geführt. In Berßen haben sie inmitten von Blaubeeren einen Hügel errichtet.

 
 




 
02. Juli    
Am Versener Heidesee blüht wieder der Gewöhnliche Igelschlauch - eine sehr seltene Art der Heideseen.
 
 


 




 
10. Juli    
Am Versener Heidesee und auf Mansenberge wird die Calluna-Heide großflächig braun und scheint abzusterben. Verursacher ist vermutlich der Heideblattkäfer, ein natürlicher Gegenspieler der Heide, der allerdings unter ungünstigen Bedingungen enorme Schäden bis zum Totalausfall der Heide für viele Jahre verursachen kann. Ein Gegenmittel gibt es nicht. Hilfe verschafft eventuell das maschinelle Abschoppern der Fläche, was allerdings 2000 bis 3000 Euro pro Hektar kosten kann. Das unterste Foto zeigt vermutlich die Larven des Käfers.
Heiden mit hohem Stickstoffeintrag sind besonders anfällig für Käferfraß. Im Emsland dürfte der Stickstoffeintrag aus der Luft bei 60 Kilogramm und mehr pro Hektar und Jahr liegen - verursacht durch Straßenverkehr und Landwirtschaft. Das ist weit mehr, als Bauern in den 1950er Jahren ihren Äckern aktiv in Form von Mist und Mineraldünger zugeführt haben. Der hohe Stickstoffeintrag macht den Erhalt der Heiden sehr schwierig und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Pflanzenwelt und damit die Tierwelt verarmen.

 
 


 
25. Juli    
Die Auktion in Uelsen hat in diesem Jahr keinen so guten Absatz gefunden wie in den Vorjahren. Interessant war sie dennoch. Hier ein Bericht.

Für Ernst Wiener war es ein langer Tripp vom relativ flachen Niederbayern ins ziemlich flacher Uelsener Land in der Grafschaft Bentheim. Seit zwölf Jahren züchtet der gebürtige Österreicher mit seiner Frau Marietta Eggmann in Reisbach in der Nähe von Landshut Bentheimer Landschafe - in diesem Jahr war er erstmals mit einem eigenen Nachwuchsbock bei der Auktion in Uelsen dabei.
Hulius heißt das gute Tier und war das mit Abstand das Tier mit dem längsten Anfahrtsweg, weshalb Züchter Wiener und sein Mitarbeiter Stefan Eichinger auch einen Sonderpreis der Gemeinde Uelsen mit nach Hause nehmen konnten. Wiener ist durch die Zucht von spanischen Herdenschutzhunden aufs Schaf gekommen - sozusagen. "Meine Frau kümmert sich seit Jahren intensiv um ihre Mastin Espanols", sagt der ehemalige Bühnenbauer. Bis zu 90 Kilogramm schwer werden diese wachsamen Hunde. "Ein Freund von uns züchtete die Rasse in der Grafschaft Bentheim und er hatte und hat bis heute Bentheimer Landschafe", sagt Erich Wiener.
Bei früheren Besuchen gefielen ihm die Schafe so gut, dass er und seine Frau eine Herde mit inzwischen 52 Mutterschafen aufgebaut haben. Auf ihrem acht Hektar Grünland umfassenden Einödhof leben die Hunde bei den Schafen. Viele, die zuvor in Spanien an das Bewachen von Herden gewöhnt worden sind, gehen dann über den Hof Eggmann-Wiener in Gebiete, in denen noch immer oder wieder Wölfe leben.
So hatte also Ernst Wiener eine illustre Geschichte zu erzählen, während die Organisatoren in Uelsen ein umfangreiches Rahmenprogramm auf die Beine stellten. Gefördert mit Mitteln der Europäischen Union hatten der Leiter des Tierparkes Nordhorn Thomas Berling und viele Mitstreiter erstmals einen Grafschafter Haus- und Nutztiertag ausgerufen, bei dem nicht nur die besten Zuchttiere bei den Bentheimer Landschafen im Mittelpunkt standen, sondern wie gewohnt auch Schwarz- und Weißkopfschafe. Das Stammbuch für Kaltblutpferde Niedersachsen führt in Uelsen zeitgleich mit der Schafauktion schon seit rund 20 Jahren eine Schau und Aufnahmeveranstaltung für Stuten und Fohlen der Rassen Rheinisch-Deutsches Kaltblut, Freiberger, Hannoversches Kaltblut und Schwarzwälder durch. Kutschfahrten, Streichelzoo mit Bentheimer Schweinen, Eseln, Zackelschafen und Kaninchen, Informationsstände von Tourismusvereinen sowie eine Oldtimer-Treckerschau zeigten, welche Bedeutung inzwischen der Auktionsstandort Uelsen erlangt hat.
Bentheimer wurden zum inzwischen 15. Mal in der Grafschaft gekört und versteigert, Uelsen ist die bundesweit einzige ernst zu nehmende Kör- und Absatzveranstaltung. Vorher war die Rasse jahrelang im emsländischen Twist und in Lingen vermarktet worden - das Emsland zählt zum Ursprungsgebiet der Rasse.
In diesem Jahr lagen denn auch emsländische Züchter ganz vorn. Unter 66 aufgetriebenen Tieren stellte Ursula Mehlbaum aus Haselünne den besten Jährlingsbock und damit auch den Gesamtsieger. Ein Bock von Thomas Hasken aus Emsbüren wurde von den Richtern zum Reservesieger erklärt. Den besten Lammbock stellten Heinrich und Margret Heidotting aus Twist. Beide wurden zudem dafür geehrt, dass sie als einzige Züchter seit 15 Jahren ununterbrochen in Uelsen Böcke aufgetrieben haben. Die Familie Heidotting hält seit mehr als 100 Jahren Bentheimer Landschafe und ist damit der traditionsreichste Betrieb. Der Blekker-Hof aus Uelsen hat die beste Zuchtgruppe gestellt und bekam einen Sonderpreis. Bei den Schwarzkopfschafen lagen Klaus Wuttke aus Krummhörn und Johann Vrielink aus Nordhorn vorn. In der Kategorie der inzwischen schon selten gewordenen weißköpfigen Fleischschafe siegte Hannes Warnke aus Butjadingen.
Die anschließende Versteigerung der Zuchtböcke lief nicht so gut wie in den Vorjahren. Zwar wurden zwei Bentheimer für 1800 beziehungsweise 1000 Euro teuer verkauft, aber 24 von gut 60 gekörten Tieren und neun von zwölf Fleischschafen fanden keinen Abnehmer. Die Durchschnittspreise lagen bei den Bentheimer-Jährlingen bei 533 Euro (2008: 517 Euro) und bei den Lammböcken bei 363 (405). Schwarz- und Weißkopfschafe fanden nur wenige Käufer, weshalb deren Züchter ein Sonderlob von Klaus Gerdes, Michael Gertenbach und Heiko Schmidt vom veranstaltenden Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems (LSV) für ihr Durchhaltevermögen erhielten.
Gertenbach vom bedauerte das Fehlen der Käufer in diesem Jahr. Dieses hat aber wohl noch nichts mit der befürchteten Krise in der Schafhaltung zu tun, die LSV-Vorsitzender Heiko Schmidt zuvor beim erstmals durchgeführten Lammessen prognostiziert hatte. In Gegenwart zahlreicher Politiker, unter ihnen der SPD-Bundestagsabgeordnete Dieter Steineke und der CDU-Landtagsabgeordnete Reinhold Hilbers, dazu Landkreis- und Gemeindevertreter sowie verdiente Züchter, warnte Schmidt vor einer weiter ausufernden Bürokratie für die Schafhaltung. Werde wie geplant die Einzeltierkennzeichnung eingeführt, werden nach seiner Einschätzung noch mehr kleine Tierhalter aufgeben - und das "ohne Nutzen für den Verbraucherschutz". Gerade die kleinen Züchter seien aber enorm wichtig. Schmidt zeigte sich bitter enttäuscht sowohl von der niedersächsischen Landesregierung als auch von Agrarministerin Ilse Aigner, die bisher nichts für die Schafhalter getan hätten.
Für den niederbayerischen Österreicher Ernst Wiener war die Auktion am Ende ein Erfolg. Seinen Bock "Hulius" konnte er relativ teuer verkaufen. Gleichzeitig ersteigerte er für 1800 Euro den teuersten Bock der Auktion - einen Jährling aus dem Betrieb Hans Holtkamp in Hamminkeln in Nordrhein-Westfalen.

Das Foto zeigt die Siegertiere und ausgezeichnete Züchter mit ihren Schafen.
 
 


 
19. August    
Erstmals ist am Versener Heidesee ein Exemplar des Lungen Enzians gefunden worden. Die Pflanze steht auf der Roten Liste und kommt bevorzugt an sandig, sauren oder torfigen Gewässerrändern vor. Möglicherweise ist sie schon länger am See vorhanden, bisher aber übersehen oder von den Schafen abgefressen worden.


 
24. August    
Exkursion zum Versener Heidesee - Unter dem Motto "die Farben des Moores" haben am Sonntag 33 Interessierte an einer Wanderung unseres Vereins gemeinsam mit dem Naturschutzbund teilgenommen.
 
 
 


 
29. September    
Ein Alpenstrandläufer hat den niedrigen Wasserstand am Heidesee genutzt, um auf dem Durchzug nach Futter zu suchen.
 
 
 


 
1. November    
Die ersten Zugvögel finden sich am See ein, darunter auch einige Singschwäne. Außerdem nutzt eine Uferschnepfe wie bereits im Vorjahr die Heide als Rückzugsraum bis zum Winter.


 
18. November    
Der NDR bringt am Mittwoch im Dritten Programm in der Reihe "Expeditionen ins Tierreich" den Film: "Das Emsland - Niedersachsens wilder Westen". Darin spielen Bentheimer Landschafe und die von ihnen gepflegten Landschafe eine Rolle. Eine Filmsequenz hat der Tierfilmer Ralph Schieke www.macrotele-film.de an einem Morgen im August 2008 in unserem Naturschutzgebiet Mansenberge gedreht und dabei unsere Schafherde gefilmt. Hier zwei Fotos von den Dreharbeiten.
 



22. November    
Etwa 20 Züchter des Bentheimer Landschafes haben sich in Dülmen/NRW getroffen und aktuelle Probleme beraten. Hier ein Bericht.

Der Bestand des Bentheimer Landschafes stagniert bei 2200 Zuchttieren, die Zahl der Böcke ist dagegen kleiner als angenommen: Das ist das Ergebnis einer überregionalen Züchtertreffens in Dülmen in Nordrhein-Westfalen.
Bei dem Treffen diskutierten etwa 20 Herdbuchzüchter gemeinsam mit Vertretern dreier Landesschafzuchtverbände. Federführen in der Bentheimer-Zucht ist nach wie vor der Landesschafzuchtverband Weser-Ems (LSV) mit den Schwerpunkten Grafschaft Bentheim und Emsland. Insgesamt gibt es in Weser-Ems 770 eingetragene Mutterschafe und 30 Böcke, in Schafzuchtverband Hannover, zudem der Verbreitungsschwerpunkt Diepholzer Moorniederung zählt, sank die Zahl der Tiere von 548 im Jahr 2008 auf 469 im Jahr 2009. In Nordrhein-Westfalen sank die Zahl der eingetragenen Mutterschafe von 347 im Jahr 2007 auf 328 im Jahr 2008. Neuere Zahlen lagen nicht vor. Weitere Bestände gibt es in den neuen Bundesländern, Bayern und dem Saarland. Insgesamt gibt es einige Hundert Tiere weniger als im Jahr 2005, als das Bentheimer Landschaf zur bedrohten Nutztierrasse des Jahres ernannt worden war und es etwa 2500 Zuchttiere gab.
Ein Grund für den Rückgang ist neben der allgemein abnehmenden Schafhaltung vermutlich die Blauzungenkrankheit, der vor den gezielten Impfkampagnen der Jahre 2008 und 2009 besonders viele Bentheimer zum Opfer gefallen waren. Tierärztin Dr. Antje Hamann-Tölken von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen empfahl allen Schafhaltern, ihre Bestände auch 2010 zu impfen und zwar selbst dann, wenn die Bundesländer aus Kostengründen von einer allgemeinen Impfpflicht abrücken sollten. "Wenn wir nicht impfen, gefährden wir den Erfolg aus den Vorjahren und setzen die Tiere der Gefahr einer tödlichen Erkrankung aus", sagte die Veterinärin in Dülmen.
Henrik Wagner, Rassebetreuer der Gesellschaft zur Erhaltung bedrohter Haustierrassen, hat im Rahmen seiner Doktorarbeit als Veterinär den Bestand der Bentheimer genau untersucht und ermittelt, welche Tiere es wo tatsächlich noch gibt. Das Problem: Tierzucht ist Ländersache und jedes Bundesland verwendet eigene Kennzeichnungsschlüssel für Schafe. Wechselt ein Schaf das Bundesland wird es oft ummarkiert. Wird es dann im alten Bundesland nicht aus den Beständen gelöscht, gebe es ein Schaf plötzlich doppelt, sagte Wagner. Dies sei in der Vergangenheit häufig passiert, so dass von offiziell 145 lebenden Zuchtböcken bundesweit wohl ein Drittel gar nicht vorhanden sei, was die Zuchtbasis der Rasse deutlich verkleinere und die Gefahr der Inzucht erhöhe. Ziel müsse eine einheitliche Kennzeichnung der Schafe sein, forderte Wagner, der aufgrund seiner Daten theoretisch Anpaarungsempfehlungen für ganze Herden geben kann. Zuchtleiter Klaus Gerdes schloss sich dieser Forderung an.
Bei seinen Untersuchungen hat Wagner festgestellt, dass der Beginn eines Zuchtprogramms gegen die Schafkrankheit Scrapie dazu geführt hat, dass zwei von nur noch fünf aktiven Bocklinien besonders oft im Bestand vorkommen, so dass eine genetische Verarmung einzutreten drohe, beziehungsweise schon eingetreten sei.
Klaus Gerdes und LSV-Vorsitzender Heiko Schmidt erläuterten noch kurz die bevorstehende elektronische Kennzeichnung von Schafen, die ab 2010 "trotz Protesten der Schafhalter" verpflichtend werden soll. Eine Durchführungsverordnung wurde aber bisher nicht erlassen, so dass Details erst Ende des Jahres bekannt werden dürften.
Das Foto zeigt Gastgeber Alfred Letterhaus mit seinem Zuchtbock. Rechts Heiko Schmidt vom LSV Weser-Ems.

 
24. Dezember    
Herzliche Weihnachtswünsche vom Verein Land Unter an alle Besucher unserer Seite. Weiße Weihnacht bedeuten für unsere Schafe ein etwas anstrengenderes Leben als sie es gewohnt sind. Aber trotz des Schnees finden sie genug Nahrung und können sich wenn sie wollen an einem Strohballen bedienen.
Regelmäßig übernachten wieder Sing- und Zwergschwäne auf dem Versener Heidesee. Am Tag ziehen sie auf die umliegenden Maisäcker. Das untere Foto zeigt ein Eltern- und ein Jungtier. Der Osnabrücker Biologe Axel Degen hat mitgeteilt, dass der Schwan "Helsinki EJ0782" sich wie im Vorjahr nahe Versen niedergelassen hat. 2008 hatte er mit seinem Partner neun Jungtiere aus Finnland ins Emsland geführt- in diesem Jahr sind beide ohne Nachwuchs da. Der Schwan "Helsinki EJ0782" wurde vor 14 Jahren in der finnischen Provinz Häme, 1350 Kilometer vom Emsland entfernt, geschlüpft und später von Forschern beringt worden.
 
 
 

 

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© Land unter e. V. Fotos und Layout: Tobias Böckermann