Land unter e. V.
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Die Heide - 5000 Jahre in Pink

Offene Weite, lila Blüten bis zum Horizont, das Summen der Bienen: Kaum jemanden lässt dieser Anblick unberührt. Was für eine herrliche Natur - mag man meinen und ist doch auf dem Holzweg. Denn mit Natur im ursprünglichen Sinn hat die Heide wenig zu tun. Sie ist eine Kulturlandschaft - seit 5000 Jahren in Europa heimisch, entstanden durch den Raubbau des Menschen am Wald.


"Lynghei, Hede, Heathland": In ganz Europa kennen die Menschen Wörter für die Heide. Kein Wunder: An fast allen Küsten des Kontinents hat sie sich in unterschiedlichen Ausprägungen ausgebildet. Allen Landschaften gemein war die Dominanz der Besenheide (Calluna vulgaris) und die Bewirtschaftung durch den Menschen. In der Steinzeit brannten die gerade sesshaft werdenden Bauern die Wälder nieder um Weidegründe für ihre neuen Haustiere zu schaffen, später hielt die Beweidung gemeinsam mit immer wieder gezielt eingesetzten Bränden und dem Schlagen von Heideplaggen als Dünger die Landschaft offen. Der Wald bekam keine Chance auf Rückkehr solange der Mensch an der Heide festhielt. Und dies tat er oftmals nicht nur aus reiner Not: Denn die Besenheide wächst selbst auf nährstoffärmsten Böden und in Zeiten ohne Kunstdünger bot sie den Bauern damit lange ein bescheidenes Auskommen.

 

Um 1800 hatte diese Landschaftsform an Europas Küsten und bis ins Binnenland die größte Ausdehung erreicht. Im Emsland war die Heide im 19. Jahrhundert so dominant, dass man auf dem Hümmling kilometerweit bis zum Horizont blicken konnte - ohne auf Baum oder Strauch zu stoßen. Die nebenstehende Karte zeigt in lila die Heiden um 1780, das Moor in braun. Seit 1850 nahm der Flächenanteil der Heide in Europa aber um 80 Prozent ab - Kunstdünger und Dampfpflüge machten die Kultivierung der Flächen möglich. Im Emsland ist neben dem vom Verein Land Unter e.V. bewirtschaftenen Naturschutzgebiet Mansenberge (8 Hektar) und der 280 Hektar großen Sprakeler Heide deshalb auch kaum noch etwas übrig von der alten Kulturlandschaft Heide. Die letzten Reste müssen nun wegen der Einzigartigkeit ihrer Tier- und Pflanzenwelt durch die alten Beweidungsmethoden gepflegt und damit erhalten werden.

Ganz besonders viele seltene Arten beherbergten im Nordwesten Europas einst die Heideweiher, von denen es im Emsland und der Grafschaft Bentheim besonders viele gab.

 



Neben der Heide gab es im Emsland auch riesige Hochmoore. Auch sie sind selten geworden. Kleinere Reste sind oftmals in ihrem Wasserhaushalt gestört und würden bewalden, wenn der Mensch nicht auch hier durch Beweidung eingreifen würde. Die Pflege beider Lebensräume übernimmt "Land Unter e.V.".

 

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© Land unter e. V. Fotos und Layout: Tobias Böckermann