Land unter e. V.
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Der Versener Heidesee (NSG WE 266)

Der Versener Heidesee

Im Zuge des Baus der Autobahn 31 entstand in den 90er Jahren ein 16 Hektar großer Baggersee nahe der Autobahnauffahrt Versen. Schnell entwickelte sich an seinen sandigen Ufern eine Heidevegetation, die aber ebenso schnell wieder von Birken verdrängt wurde. Die zuständige Staatliche Moorverwaltung Weser-Ems bat uns um die Beweidung der den See umgebenden Fläche, insgesamt rund 24 Hektar. Die Moorverwaltung selbst greift seit einigen Jahren zusätzlich maschinell ein, um die schon vor der Beweidung überalterte Heide zu verjüngen. Das Gebiet gehört zum 2006 gegründeten "Internationalen Naturpark Moor". 2008 wurde der See mitsamt der Heide als Naturschutzgebiet (WE 266) ausgewiesen. Damit wurde zum Einen den Anforderungen des Naturparkes Rechnung getragen, dessen Anteil an Naturschutzgebieten noch nicht ausreichte. Zudem wird aber der außerordentlich positiven Entwicklung Rechnung getragen - durch die Beweidung sind sehr wertvolle Lebensräume entstanden.

Auf dem Gebiet des heutigen Sees wuchs bis vor einigen Jahrzehnten Moor. Alte Landkarten und Flurbezeichnungen legen aber nahe, dass sich hier einst auch eine sandige Heidelandschaft mit vermutlich auch Heideweihern befunden haben muss. 

Die Tierwelt

Besondere Bedeutung hat der See für durchziehende Wasservögel, die im Winter zu Hunderten das Wasser bevölkern. Im Sommer brüten Kiebitze, Schwarzkehlchen und Reiherenten. Regelmäßig bevölkern Flussuferläufer, Zwergschnepfen und Bekassinen das Seeufer. Insgesamt konnten bisher 120 Tierarten am See festgestellt werden, darunter 41, die auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten Niedersachsens notiert sind.

 

Die Pflanzenwelt

Noch wichtiger ist der Heidesee für die Pflanzenwelt, denn er beherbergt aufgrund seiner extremen Nährstoffarmut Pflanzengesellschaften der sogenannten Heideweiher. Unter anderem kommen Strandling, Gemeiner Igelschlauch (größtes bekanntes Vorkommen in Weser-Ems), Pillenfarn oder der Fadenenzian vor. Größte BEsonderheit dürfte das Vorkommen der Vielästigen Glanzleuchteralge (Nitella hyalina). Sie kommt zwar weltweit vor, ist aber in ganz Europa extrem selten und in Deutschland in Kategorie 1 der Roten Liste geführt (vom Erlöschen bedroht). Die Vielästige Glanzleuchteralge hat aktuell 3 Wuchsorte in ganz Deutschland - dabei ist der Versener Heidesee mitgerechnet. Die anderen Wuchsorte liegen in Ostfriesland (Landkreis Wittmund) und bei Baden-Baden. Insgesamt stehen von 102 bekannten Pflanzen 30 auf der Roten Liste - der See beherbergt botanische Schätze.

 

 

 

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© Land unter e. V. Fotos und Layout: Tobias Böckermann