Land unter e. V.
Land unter e. V.

Aktuelles 2022

18. April 2022

 

Auch ein Schaf kann eine Diva sein: Der Sandhaufen, den wir im Zuge des Remisen-Neubaus in der Wiese platziert haben, diente bisher den frechen Ziegen als Spielplatz. 

Jetzt hat sich ein Schaf den Platz ganz oben zum Sonnen und Wiederkäuen ausgesucht. Vermutlich hat es einen tollen Blick auf das Geschehen rundherum oder will einfach auch mal Chefin sein.

Der Sandhaufen wird im Sommer in der Wiese verteilt, da sie immer etwas zu feucht ist im Winter. 

16.04.2022

 

Marie hat es wieder einmal  geschafft: Zwei weitere Lämmer hat sie gesund und munter zur Welt gebracht. Es sind die Lämmer 19 und 20 - damit dürfte sie unser Rekordschaf sein und bleiben, was die Lebensleistung angeht. Leider hat Marie altersbediingt kein gutes Gebiss mehr und wir müssen schauen, was in Zukunft noch geht. Vielleicht muss sie auch auf Rente.

Ansonsten läuft die Ablammung bisher bestens, mit einem deutlichen Überschuss an weiblichen Lämmern. Mehr als 30 Lämmer sind schon geboren.

9. April 2022

 

Das Pflastern war ein voller Erfolg - vielen Dank an alle fleißigen Helferinnen und Helfer. Rund 20 Vereinsmitglieder und Unterstützer haben rund 200 Quadratmeter gepflastert. In der neuen Remise und davor. 

Die Steine stammen von einem Schulhof, der neu gestaltet wurde, sind also klimafreundlich, da recycelt. Vielen Dank schon mal an Alfons Cordes für die Organisation und an das Unternehmen Engbers und Söhne, das uns ein Großgerät kostenlos zur Verfügung gestellt hat.

Mehr zur Aktion später hier. 

 

3. April 2022 

 

Das erste Lamm ist da. Ein wenig früher als erwartet, aber gesund und  munter. Die Mutter frisst gerade hinten an der Futterraufe, ist also nicht verschwunden.

Jetzt beginnt wieder eine spannende, aber auch anstrengende Zeit. Circa 4 Wochen lang können jetzt Lämmer geboren werden, am Ende erwarten wir 40 bis 50.

5. März 2022

 

Der Bau unserer Wolfsschutz-Remise schreitet voran und nun benötigen wir Hilfe. Am Samstag, dem 9. April 2022 wollen wir in Eigenleistung pflastern. Fachleute und Verpflegung sind vor Ort, benötigt werden aber Muskelkraft und Motivation von mindestens zehn Helferinnen und Helfern. Es wäre schön, wenn sich der eine oder andere beteiligen könnte. Rückmeldung zwecks Planung bitte an  land-unter@bentheimer-landschaf.de

 

 

20. Februar 2022

 

Gute und schlechte Nachrichten: Der Bau unserer Remise hat begonnen. Das Bauunternehmen Ahrens aus Lathen hat die Rahmen bereits aufgestellt.

Und das trotz aktuell miserabler Bedingungen. Gleich zwei Sturmtiefs haben die Arbeiten in den vergangenen Tagen bekanntlich schwser behindert. Leider sind auch eine ganze Reihe Bäume an unseren Flächen beschädigt worden und auf die Zäune gefallen. Hinzu kommt wieder einmal unfassbar viel Regen im Winter, gepaart mitr ausbleibendem Frost und fehlenden Hochdruckwetterlagen. Der Klimawandel lässt leider grüßen. Den Schafen behagt das stetig feuchte Wetter nicht unbedingt.   

8. Januar 2022

 

Das neue Jahr beginnt mit guten Nachrichten: Wir haben eine Spende in Höhe von 3000 Euro bekommen. Ermöglicht wurde die Spende durch den Verkauf des Buches "Wimmel-Max und Wimmel-Biene" unter anderem in den deutschen Filialen des Lebensmittel-Discounters Lidl. Das Buch soll Kinder über die moderne Landwirtschaft aufklären und 5 Euro pro verkauftem Buch fließen an Vereine mit landwirtschaftlichem Hintergrund.

Wir konnten die Jury mit unserer historischen Kobimkerei überzeugen und erhalten 3000 Euro für den Kauf einer Honigpresse. Vielen Dank an den Wimmel-Max-Verlag. Das Foto zeigt unser Vorstandsmitglied (und Imker) Günter Wester mit Andrea Raafkes, Geschäftsführerin von Wimmel-Max. 

Mehr dazu hier.

 

2. Januar 2022

 

Wir haben ein neues Gerät angeschafft: Der Hochgrasmulcher des Bremer Herstellers Vielitz wird dazu dienen, Zauntrassen freizuhalten, unerwünschten Birkenaufschlag im Zaum zu halten und vor allem, die in unserem Schutzgebiet Hügelgräberheide sehr stark aufkommenden Brombeeren zu zerkleinern.

Das Problem: In den langen starken Ranken verfangen sich Schafe, die noch nicht ausgewachsen und entsprechend kräftig sind und können den Dornen nicht entkommen. Dank aufmerksamer Beobachter und unserer eigenen Kontrollen haben wir bisher die Tiere stets rechtzeitig befreien können. Allerdings sollen die Brombeeren auch aus Naturschutzgründen nicht überhand nehmen und werden deshalb demnächst bekämpft - rechtzeitig bevor die Böcke, die derzeit auf einer anderen Winterweide sind, wieder zurückkehren.

 

Für die Anschaffung des Mulchers haben wir von der im emsländischen Lathen beheimateten Husmann Umwelt Stiftung eine Spende in Höhe von 1000 Euro erhalten. Herzlichen Dank für die unkomplizierte Unterstützung unseres Projektes. Mehr zur Stiftung hier.

Aktuelles 2021

29. November 2021

 

Baubeginn. 

21. November 2021

 

Die letzten Vorbereitungen für den Neubau der Remise laufen. Wir haben Platz geschaffen und zu, Beispiel das Insektenhotel von seinem Standort vor dem Stall auf einen neuen Standort am Bienenstand verlegt. Dorthin passt es thematisch besser und am bisherigen Ort wird die Remise gebaut.

 

14. November 2021

 

Lange haben wir an dieser Stelle nichts mehr berichtet aus unserem Verein. An unserer Untätigkeit lag es aber nicht, im Gegenteil. Es war zu viel. Beispielhaft dieses Foto von unserer Fläche am Wiesengrund. Dort hat ja der Landkreis Emsland die Traubenkirschen entfernt und einen neuen Zaun errichtet. 

Auf einem recht großen Teilstück blieb offener Boden und damit sich dort möglichst schnell Besenheide ansiedelt, haben Vater uns Ohn Schütte (selbst Schäfer) dort im Auftrag des Landkreises Heidedrusch ausgebracht. Der stammt von den rieseigen Heideflächen der benachbarten WTD 91 (Tinner Dose) und ist dort bei der maschinellen Verjüngung der Heide angefallen. Wir denken, dass am Wiesengrund in zwei Jahren Heide gekeimt sein dürfte. Herzlichen Dank an alle Beteiligten.

Außerdem erwarten wir in diesen Tagen eine neue Mähmaschine der Firma Vielitz aus Bremen - sie dient der Bekämpfung von Brombeeren, die unsere Schafe gefährden, weil sie sich darin rettungslos verfangen können.

Und schließlich beginnt in der kommenden Woche der Bau einer Remise am Heidesee. Sie dient dem Unterstellen unserer Gerätschaften und Fahrzeuge, vor allem aber als Rückzugsort für einen möglichen Wolfsangriff auf eine unserer Herden. Die Remise wird so errichtet, dass im Zweifel eine ganze Herde vorrübergehend nachts sicher eingestallt werden kann. 

Das Problem bei der Remise: Die Baupreise sind seit Beginn der Planung explodiert und das Projekt drohte zu scheitern. Dazu aber später mehr. 

29. August 2021

 

Ein paar Impressionen der aktuellen Heideblüte. Nach den dürrebedingten Ausfällen vieler Heidepflanzen in den vergangenen Jahren hat es 2021 ausreichend geregnet für ein pinkfarbenes Blütenmeer. Allerdings sind viele alte Heidesträucher 2018 und 2019 abgestorben.

17. August 2021

Die Generalversammlung 2019/2020 findet im Kossehof statt.

15. August 2021

 

Der Internationale Naturpark Moor hat ein neues Projekt gestartet, an dem wir teilnehmen. Es heißt "Kiek moal in!" und stellt 17 landwirtschaftliche Betriebe im Naturparkgebiet vor. Ein schickes Schild vor unseren Stall am Versener Heidesee erläutert unsere Arbeit. Auf der Rückseite ist eine Fahrradtour beschrieben, die nach unserem Verein benannt ist. Sie ist 28,8 Kilometer lang und führt vom Stall über Wesuwe, Hemsen und Holthausen zum Borkener Paradies.

Auf der Internetseite des Naturparks ist ein Film zu sehen, der zu unserer Tour einlädt. Über einen QR-Code oder die Internetseite lassen sich die Tourdaten herunterladen. 

Wir freuen uns über diese erneut gute Zusammenarbeit mit dem Naturpark Moor.

3. Juli 2021

 

Die Wolle muss runter: Rund 60 Tiere haben am Wochenende planmäßig ihr Vlies verloren. Dank an Kevin Arnold für die gute Arbeit. Nachdem wir zunächst am Heidesee im Stall geschoren haben ging es noch auf den Hümmling, wo die Böcke sich nur widerwillig aufs Hinterteil setzen ließen. Aber am Ende waren alle "nackt".

Schafe müssen einmal im Jahr geschoren werden, der Zeitpunkt dafür ist nicht festgelegt. Denn die Wolle muss schurreif sein, sich also gut scheren lassen. Wann das der Fall ist, hängt vor allem vom jährlichen Schurtermin ab. Unsere Tiere werden immer Ende Juni/Anfang Juli geschoren. Wenn vorher Hitzeperioden auftreten, schützt die Wolle übrigens auch vor zu großer Hitze. Dennoch ist klar: Irgendwann muss sie runter, weil es sonst den Tieren zu warm werden könnte. 

 

Die Wolle landet übrigens wahrscheinlich auf der Mülldeponie - es gibt kaum Verwendung dafür. Wer Interesse an rund 200 Kilogramm oder auch sehr viel weniger hat, kann sich gerne bei uns melden. 

 

Im NSG "Am Wiesengrund" geht der Zaunbau derweil nur sehr schleppend voran. Aber immerhin stehen inzwischen die Pfosten.  

27. Juni 2021

 

Unsere Orchideen sind gezählt und haben sich in diesem Jahr prächtig entwickelt. Das feuchte Frühjahr hat dazu geführt, dass mit 3518 Exemplaren des Übersehenen Knabenkrauts fast so viele blühen wie vor den letzten drei Dürrejahren. Besonders gut steht die Echte Sumpfwurz da. Nachdem 2019 nur 5 Exemplare zur Blüte gekommen waren, sind es 2021 genau 1064. 

17. Juni 2021

 

Orchideen sind selten geworden im Emsland, ihre Standorte benötigen fast immer Pflege – durch Schafe zum Beispiel. Eine Spende des Unternehmens Neptune Energy hilft jetzt dem größten Vorkommen dieser hübschen Blumen.

 

Das Lingener Unternehmen hat 6000 Euro bereitgestellt, mit denen der Zaun um eine 1,25 Hektar große Moorwiese im Bourtanger Moor bei Meppen erneuert wird. Die Fläche beherbergt mehrere Tausend Orchideen.

Sie wird seit 2013 beweidet, der dafür notwendige Zaun war aber inzwischen in Teilen abgängig und muss nachträglich elektrifiziert werden. Denn er sorgt zum einen dafür, dass Schafe und Ziegen nicht ungewollt auf Reisen gehen können. Und zum anderen muss er dafür sorgen, dass der Wolf hier möglichst nicht reinkommt.

Die Moorwiese gehört der Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland. Ihr genauer Standort soll nicht kommuniziert werden, um die Orchideen und weitere seltene Arten zu schützen. Der Meppener Naturschutzverein Land Unter e.V. kümmert sich seit 2013 um die Wiese, wie er einer Pressemitteilung zufolge bei einem Ortstermin erläuterte.

 

Landrat Marc-André Burgdorf, der Vorsitzende der Naturschutzstiftung, Bernhard van der Ahe, Maike Hoberg (Naturschutzstiftung), deren Geschäftsführerin Kirstin Meyer sowie Günter Wester vom Vorstand des Vereins Land Unter bedankten sich bei Andreas Scheck, Stefan Brieske sowie Annika Richter (alle Neptune Energy) für die Spende.

„Ohne Schafe wären die Orchideen gefährdet und ohne Zaun keine Schafe“, sagte Burgdorf und bedankte sich seinerseits bei allen Beteiligten. Die genaue Rolle der Vierbeiner erläuterte Günter Wester vom Vorstand des Vereins. Demnach weiden bis zu 100 Schafe nur einmal im Jahr für kurze Zeit auf der Fläche und zwar nach der Samenreife der Orchideen im Spätsommer. „Die Schafe fressen junge Bäume und langes Gras und ermöglichen so den Orchideen das Überleben.“

Denn die benötigten neben dem passenden, wechselfeuchten Boden vor allem Licht. Ohne Pflege würde die Wiese schnell zu Wald und ein maschinelles Offenhalten sei nicht möglich, sagte Wester. Demnach ist der Bestand des hier lebenden Übersehenen Knabenkrauts zwischen Beweidungsbeginn 2013 und dem Jahr 2018 von 1398 auf 3561 Exemplare gestiegen. Außerdem wachse hier die Echte Sumpfwurz, deren Zahl von 20 auf 283 angestiegen sei. Vor der Beweidung war das Areal für andere Zwecke abgezäunt und wurde ab und an von Hand gemäht.

Leider hätten die Dürresommer 2018 und 2019 vorübergehend für einen dramatischen Rückgang der auf Feuchtigkeit angewiesenen Orchideen gesorgt, sagte Wester. Teilweise sei der Bestand auf weniger als ein Drittel gefallen. 2021 sehe die Situation nach dem feuchten Frühjahr wieder deutlich besser aus. Eine Zählung stehe aber noch aus.

Der Naturschutzverein Land Unter e.V. organisiert ehrenamtlich die Beweidung mit Bentheimer Landschafen und Niederländischen Landziegen, teils in Zusammenarbeit mit einem befreundeten Schäfereibetrieb. Außerdem führt der Naturschutzbund NABU regelmäßig Pflegearbeiten mit Freischneidern durch. Von der Erhaltung des Offenlandstandortes profitierten weitere seltene Arten wie das Wechselfarbige Vergissmeinnicht, die Kreuzotter, der Neuntöter oder der Ziegenmelker, sagte Wester.

Neptune Energy fördert zum vierten Mal ein Naturschutzprojekt im Emsland. „Mit der Naturschutzstiftung verbindet uns eine enge Partnerschaft“, sagte Geschäftsführer Andreas Scheck. „Durch die Unterstützung von Naturschutzprojekten in der Nähe unserer Standorte können wir der Natur und der Region wieder etwas zurückgeben.“ In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen insgesamt 24.000 Euro für Maßnahmen der Naturschutzstiftung gespendet.

 

Der Standort

Die insgesamt etwa neun Hektar große Fläche im Bourtanger Moor wurde einst teilentwässert, aber nie vollkommen abgetorft. Auf Initiative des Naturschutzbundes Emsland-Mitte und mit Unterstützung des Landkreises Emsland wurde sie auf etwa sieben der neun Hektar wiedervernässt. Der Bereich mit den Orchideen lässt sich aus verschiedenen Gründen nicht wieder in ein intaktes Moor verwandeln.

Dass auch im Emsland wilde Orchideen wachsen, mag überraschen. Und doch findet man hier und dort Kostbarkeiten wie Kuckucksblume, Knabenkraut oder Zweiblatt – versteckt und heimlich in Mooren und Wäldern oder sogar ganz offensichtlich im eigenen Garten. Der Volksmund kannte die Blumen als „Gotteshand und Düvelshand“ oder „Engelkes und Düvelkes“.  Die meisten Arten sind extrem selten oder ausgestorben.

Das Übersehene Knabenkraut (Dactylorhiza praetermissa) ist mit seinen bis zu 70 Zentimetern Höhe eigentlich gar nicht zu übersehen und gehört zu den stattlichsten einheimischen Orchideen. Weil es aber bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts dauerte, bis Botaniker in ihr eine eigene Art erkannten, heißt sie "Übersehenes Knabenkraut."

Die Echte Sumpfwurz (Epipactis palustris) ist eine ausnehmend schöne Erscheinung, die bis Mitte des 20. Jahrhunderts an einigen Standorten des südlichen Emslandes und des Hümmlings vorkam. Viele Jahrzehnte galt die Blume, die die Niederländer wegen ihres feuchten Standortes als „Moeraswortel“ bezeichnen, als verschollen. 

 

 

12. Juni 2021 

 

Auch das Jahr 2021 birgt wieder botanische und faunistische Überraschungen. Am Heidesee konnten wir erstmals den Wolfsmilch-Ringelspinner feststellen. Dieser Nachtfalter aus der Familie der Glucken ist bundesweit im Bestand gefährdet. Im gesamten Nordwesten Niedersachsens waren nur Vorkommen im Emsland und dort nur in der Tinner Dose bekannt.

Aktuelle sind an mehreren Stellen große Ansammlungen von Raupen dieses Falters zu finden, die nach dem Schlüpfen vor einigen Wochen bis jetzt in einem gemeinsamen Gespinst gelebt haben. Demnächst werden sie sich vereinzeln. Interessanterweise bewegen sich die Raupen in der Heide gemeinsam fort und umgeben sich dabei immer wieder mit ihren klebrigen Gespinnstfäden. So lässt sich ihr Weg zum Teil über mehrere Meter nachverfolgen. Die Raupen ernähren sich bei uns trotz des auf Wolfsmilchgewächse verweisenden Namens von Besenheide. Die Art gilt als Anzeiger von närhstoffarmen und beweideten Lebensräumen und kommt in Süddeutschland auch auf Magerrasen vor.  

04. April 2021

 

Der Verein Land Unter e.V. wünscht frohe Ostern! Wir befinden uns mitten in der Ablammzeit und sind bisher zufrieden. Besondere Beachtung verdient unser ehemaliges Flaschenlamm "Marie" (rechts). Sie ist inzwischen 11 Jahre alt und hat in diesem Jahr ihre Lämmer Nummer 17 und 18 bekommen. Eine erstaunliche Lebensleistung!

 

Weil in diesem Corona-Jahr besonders viele Besucher zum Stall kommen, bitten wir darum, die Lämmer nicht anzufassen und den Stall nicht zu betreten. Anschauen von außen ist aber möglich und Gäste sind willkommen. 

 

Kurz vor Ende der Ablammzeit haben wir im Vergleich zu den Vorjahren besonders viele Lämmer: 51 sind es bisher. 

19. Februar 2021

 

Im Naturschutzgebiet "Am Wiesengrund" in Berßen tut sich was. Der Naturpark Hümmling ermöglicht gemeinsam mit dem Landkreis Emsland eine neue, wolfsabweisende Einzäunung der Fläche. Außerdem wird ein weiteres Teilstück geplaggt, also von der Humusauflage und in diesem Fall vom Wurzelwerk der hier alles überwuchernden Traubenkirschen befreit.

17. Januar/Februar 2021

 

Kaum zu glauben: Erstmals seitlanger Zeit fällt im Emsland mal wieder etwas Schnee. 

Mitte Februar hat sich die Situation dann sogar noch verschwärft: 20-30 Zentimeter Schnee und starker Dauerfrost. Den Schafen machte das wenig aus.

Aktuelles 2020

7. Dezember 2020

 

Wie auf der Startseite kurz berichtet, wird es in diesem Jahr keine Generalversammlung unseres Vereins geben. Die Corona-Pandemie lässt diese nicht unter normalen Bedingungen zu. 2021 wird eine Generalversammlung stattfinden und die wichtigsten Themen des Jahres 2019 (darum ging es ja eigentlich) kurz ebenfalls aufnehmen. 

Um alle Mitglieder auf dem Laufenden zu halten, erscheint an dieser Stelle in Kürze eine pdf-Datei mit einem Jahresbericht 2019. In einem postalischen Anschreiben werden wir unsere Mitglieder aber kurz vor den Feiertagen noch einmal gezielt informieren. 

 

03. Oktober 2020

 

Was sich unter der Wasseroberfläche tut, entzieht sich normalerweise unseren Blicken. Mit einer speziellen Kamera soll in Zukunft noch genauer untersucht werden, was dort wächst. 

3. Oktober 2020

 

Die letzten Wochen waren von einiger Arbeit geprägt. Deshalb kamen wir gar nicht dazu, einige Besonderheiten aus der Natur zu vermelden. 

Das Foto rechts zeigt (vermutlich, da ein sehr flüchtiges Tierchen) eine Hornissen Raubfliege. So etwas gibt es tatsächlich: Fliegen, die andere Insekten fressen. Diese 3 cm lange Raubfliege hat es dabei auf Heuschrecken, vor allem aber auf Dung- und Mistkäfer abgesehen und ist ein ausgesprochener Kulturfolger: Nur dort, wo Weidetiere mit ihrem Kot und Dung speziellen Käfern Nahrung bieten, hat diese Raubfliege eine Chance. Deshalb ist sie auch sehr selten und bundesweit im Bestand bedroht (Rote Liste 2). Am Heidesee konnte sie im August recht sicher erstmals nachgewiesen werden.

 

Mehr zur Art hier.

15. August 2020

 

Eine weitere Rote Liste-Art am Heidesee: Die Späte Gelb-Segge blüht mit einigen wenigen Exemplaren am Rande des Sees. Die Art bevorzugt nährstoffarme, aber basenreiche Standorte auf extensiv genutzten Wiesen oder am Rande von Gewässern. In der Roten Liste Niedersachsens wird sie in Kategorie 3 ("gefährdet") geführt. Deutschlandweit gesehen steht sie auf der Vorwarnliste. Entdeckt wurde die Art beim Besuch einer Botanikergruppe am See.

update August 2020/ 4. Juli 2020

 

Es gibt immer wieder Überraschungen: Am Rande des Versener Heidesees hat ein Schmetterlingsexperte einen seltenen Nachtfalter entdeckt. Der Heide-Bürstenspinner (Orgyia antiquoides) ist vor allem als Raupe hübsch anzusehen. Er lebt fast ausschließlich in Norddeutschland und wird in der Kategorie 1 der Roten Liste Deutschlands geführt, er ist also akut vom Aussterben bedroht.

Der Heide-Bürstenspinner hat eine merkwürdige Lebensweise: Seine Weibchen sind flugunfähig und warten einem selbst gesponnenen Kokon darauf, dass eines der flugfähigen Männchen sie ab Anfang August begattet. Der Nachtfalter lebt überwiegend auf Besen- und Glocken-Heide, benötigt aber moorige Standorte. Am Heidesee sind mehr als 400 Raupen auf einem gut 0,75 Hektar großen Moorheidebereich gezählt worden. Die Jungraupen schlüpfen erst im kommenden Frühjahr und werden vom Wind verweht. Dabei helfen die vielen Haare. 

 

05. Juli 2020

 

Auf einer unserer Flächen hat nach 2018 zum zweiten Malein Ziegenmelker gebrütet. Dieser sehr heimlich lebende Vogel bevorzugt die Nacht für eine Flüge durch die Heide. Tagsüber sitzt ein Elterntier extrem gut getarnt auf den Eiern oder hudert die Jungen. Dieser Vogel hatte sich einen verrotteten Holzhaufen ausgesucht und war nur extrem schwer auszumachen. Er hatte zwei Küken und wurde nur zufällig bei der Orchideenzählung entdeckt. 

Immerhin ging es bei den Orchideen trotz der Trockenheit etwas aufwärts. Nachdem 2019 nur noch 971 Pflanzen des Übersehenen Knabenkrauts geblüht haben (2018 waren es 3561) haben wir in diesem Jahr wieder 1205 blühende und leider zahlreiche sterile Pflanzen gezählt. Bei der Sumpfstendelwurz waren es 76 blühende nach nur noch 5 im Jahr zu vor. Der Höchststand hatte hier bei 283 gelegen. Immerhin: Auf jede blühende Echte Sumpfwurz kamen bis zu 5 nicht blühende, die bei ausreichendem Regen vielleicht im kommenden Jahr wieder durchstarten. 

5. Juli 2020

 

Der Einsatz von Stromzäunen zum Schutz von Weidetieren vor dem Wolf ist umstritten - vor allem, weil angenommen wird, die Zäune zerschnitten die Landschaft und bildeten eine unüberwindbare Barriere für Wildtiere. Wir können aus unserer Erfahrung sagen: Das ist so nicht der Fall.

Immer wieder wechseln Rehe in unsere mit 6 Litzen eingezäunten Flächen. Sie sind in der Lage, den Zaun mit 1,40 Metern Höhe entweder zu überspringen oder duch die Litzen hindurchzuspringen, was mehrfach beobachtet, aber leider nicht fotografiert werden konnte. Dabei haben sie, da im Sprung keine Erdung vorhanden ist, keinen Stromschlag zu fürchten. Was die Rehe immer wieder in die Schafweide zieht, ist unklar. Vermutlich äsen sie dort gerne. Das war schon vor Errichtung des Stromzaunes der Fall. Damals übersprangen die Rehe das 1 Meter hohe Schafknotengeflecht (stromlos).

Berechtigt ist die Frage, warum der Wolf sich von derartigen Zäunen abhalten lassen soll, wenn Rehe ihn überwinden können. Antwort: Einige Wölfe, leider auch einer bei uns, gehen so vor wie die Rehe und über- oder durchspringen den Zaun. Aber da niemand weiß, wie viele Wölfe dennoch abgehalten werden, und weil für uns keine andere Schutzmaßnahme möglich ist, sind wie der Überzeugung, dass der Stromzaun Schaden abhält bzw. minimiert. Beobachter gehen davon aus, dass zehn Prozent der Wölfe für mehr als 50 Prozent der Nutztierschäden verantwortlich sind. Diese Wölfe haben das Überwinden von Zäunen gelernt, die anderen nicht.

Zurück zum Zaun: Unsere Wildtierkameras haben ergeben, dass nachweislich auch Marderhund, Fuchs, Hasen, Nutria, Bisam und Hauskatze in die Fläche hinein und hinaus wechseln, bzw. in der eingezäunten Fläche vorkommen. Negative Auswirkungen hat der Zaun dagegen sehr selten auf Erdkröten, die an einer Engstelle (zwischen Bewuchs und Litze) unter dem Zaun hindurchwollen. Wenn sie ihn berühren, kann der Stromschag tödlich sein. Vermeidbar ist das nur durch eine sehr intensive Zaunpflege.   

25. Juni 2020 

 

Die Heuernte hat begonnen. Am Ende kamen aufgrund der Trockenheit nur ein paar wenige Ballen dabei heraus.Die allerdings enthielten viele Kräuter, weil die auf unserer Wiese der Tockenheit besser trotzen konnten als die Gräser.

15. Juni 2020

 

Endlich hat es auch im Emsland geregnet, für einige Arten vielleicht gerade ncoh rechtzeitig. Dennoch ist schon klar, dass ältere Heidepflanzen abgestorben sind und dass die Orchideenblüte wieder deutlich leiden wird. 

Erfreulich immerhin: Mit der Heidehummel (Foto rechts auf Bergsandglöckchen) ist wieder eine neue Art dazu gekommen. Sie lebt in Mooren und Heiden und steht auf der Roten Liste als im Bestand gefährdet.

Am Versener Heidesee ist derweil nach 2018 wieder der Nachweis des seltenen Medizinischen Blutegels gelungen. Mindestens 2 Exemplare saugten an einer verendeten Nilgans. Der häufigere Pferdeegel ist auch mit der Blutbeschaffung beschäftigt, er saugt an Amphibien wie dem auf dem Foto in der Galerie zu sehenden Braunfrosch. Immer wieder keimem am See auch Exemplare des Königsfarns. Sie werden bei uns aber nicht groß, da sie von den Schafen befressen werden. 

9. Mai 2020

 

In Vorbereitung auf eine wissenschaftliche Publikation hat der Characeen-Spezialist Ralf Becker aus Oldenburg gemeinsam mit Prof. Rainer Buchwald von der Uni Oldenburg den Versener Heidesee besucht. Dabei gelang ihm ein erstaunlicher Fund: Mit Nitella opaca, der Dunklen Glanzleuchteralge, ist bereits der fünfte Vertreter dieser so speziellen Pflanzenfamilie im Heidesee nachgewiesen worden.

Nitella opaca galt in Niedersachsen lange Zeit als ausgestorben und ist in der jüngeren Vergangenheit von Becker an einigen Standorten, darunter auch im Emsland, gefunden worden. Die Art lässt sich nur im Frühjahr sicher bestimmen, da sie dann fruchtet. Danach verschwindet sie von der Bildfläche. Wer also zu spät kommt, kann sie nicht finden. Im Versener Heidesee bildet die Art sehr große Bestände. 

Im August 2015 war mit Nitella hyalina, der Vielästigen Glanzleuchteralge,bereits der Fund einer deutschlandweit vom Aussterben bedrohten Armleuchteralge gelungen. Sie kommt bis heute im See vor, so wie drei weitere Arten.

24. April  2020

 

Die Ablammzeit ist beendet. Rund 40 Lämmer freuen sich des Lebens und der erstmals eingesetzte Bock hat sich ganz hervorragend vererbt. 

Auf dem Heidesee tummeln sich allerlei erwähnenswerte Wasservögel: In diesem Jahr bemühen sich gleich vier Grauganspaare um eine erfolgreiche Brut. Außerdem halten sich unter anderem Löffenten auf dem See auf. Erstmals seit vielen Jahren finden sich neben den hier brütenden Zwergtauchern auch Schwarzhalstaucher und ein Haubentaucherpaar. Letzteres dürfte als Fischfresser vermutlich nur auf der Durchreise sein.

Leider scheint der Klimawandel keinen Halt mehr zu kennen. Nachdem 2018 und 2019 jeweils sommerliche Dürre für erhebliche Probleme gesorgt hat, ist es jetzt schon wieder knochentrocken und zwar seit rund fünf Wochen. Sollte es nicht bald regnen, wird wieder ein Teil der verbliebenen Heide absterben, Futtermangel für die Schafe wäre die Folge zu einer Zeit, in der eigentlich der höchste Futteranfall des Jahres zu bewältigen wäre.

Mehrere Untersuchungen gehen davon aus, dass die Besenheide zu den Verlierern des Klimawandels gehörden wird: Sie benötigt zwar nicht so viel Wasser wie andere Pflanzen, braucht es aber zumindest zur passenden Jahreszeit. Der Klimawandel sorgt aber dafür, dass es im JAhresverlauf zwar in der Summe genügend regnen dürfte, dies aber zumeist im Winter, wenn die Pflanzen das Wasser nicht benötigen.

Hinzu kommt die Belastung der Umgebung durch diffundierenden Stickstoff auf dem Straßenverkehr, der Industrie und der Landwirtschft. Er düngt die Heide, diese bildet oberirdisch mehr Pflanzenmasse und bei Eintreten einer Dürre können die unterirdischen Wurzeln den Wasserbedarf der großen Pflanzen nicht mehr decken. 

22. März 2020

 

Nach langer Zeit mal wieder ein update. Wir waren die letzten Wochen nicht untätig, ganz im Gegenteil.

Unsere Generalversammlung, die eigentlich am 22. März stattfinden sollte, mussten wir leider wegen des Coronavirus absagen und in den November verschieben. Eine neue Einladung wird folgen.

Die Krankheit droht auch unsere Arbeit durcheinandernzubringen - wir haben einen Notfallplan erstellt und hoffen, dass immer einer von uns die Tiere in der kommende Woche beginnenden Ablammzeit versorgen kann.

Aufgrund der Dürre 2019 mussten unsere Böcke auf eine andere Weide außerhalb der Naturschutzgebiete und dort gefüttert werden. Seit gestern sind sie wieder zurück auf den Mansenbergen und wir hoffen, dass es nun wärmer wird und wieder etwas wächst.

Die letzten Wochen waren geprägt von Unmengen an Regen und ständigem Sturm. Tägliche intensive Zaunkontrolle trotz Fernüberwachung war eine der Folgen, denn es fielen regelmäßig Bäume und Äste auf die Zäune. Die flexiblen E-Netze, die die Böcke einzäunen, sind sehr windanfällig, was wir geahnt und nun schmerzlich erfahren haben. Ein erheblicher Mehraufwand, den auch alle Schäfer leisten müssen, die in Wolfsgebieten arbeiten.

Ganz in der Nähe unserer Mansenberge, im Raum Herzlake/Löningen ist eine Schäferei besonders von Wolfsangriffen des Herzlaker Rudels betroffen und weiß kaum, wie es weitergehen soll. Wir hoffen, dass wir weitgehend verschont werden, einen Wolfsangriff hatten ja aber auch wir bereits. Die Zahl der Wölfe im Emsland steigt derweil stark an - es gibt jetzt 2 Rudel und ein Paar, in der Grafschaft Bentheim eine einzelne Wölfin.

Das Wolfsbüro des LAndes Niedersachsen hat inzwischen den direkten Schaden, den der Wolfsangriff im Sommer 2019 verursacht hatte, bezahlt: Die toten Tiere und die Tierarztkosten wurden entschädigt. Die erhebliche Mehrarbeit nicht.

Der Wasserstand im Heidesee ist nach rund 140 Litern Regen pro Quadratmeter allein im Februar so hoch nie selten. Mal sehen, wie sich das Jahr entwickelt. 

 

19. Januar 2020

 

Auch 2020 geht es weiter mit einigen Neuigkeiten. Das Foto links zeigt mit hoher Wahrscheinlichkeiit einen Marderhund - eine ostasiatische Raubtierart, die vor einigen Jahrzehnten über den Umweg Russland auch ins Emsland gekommen ist und hier heimisch wurde. Das Foto hat eine unserer Wildkameras aufgenommen, die wir nach der Wolfsangriff in Betrieb genommen haben. Einen Wolf haben wir am Heidesee seitdem nicht gesehen oder fotografiert, dafür aber Füchse, Kaninchen, Hasen und mehrfach eben Marderhunde. Das Land Niedersachsen hat inzwischen den vom Wolf verursachten Schaden bezahlt.

 

Erfreulicher läuft dagegen die Imkerei: Ein Wintercheck ergab, dass die beiden Völker im Sommer fleißig Waben gebaut und Nektar eingetragen haben. Auch der Druck durch die Varoa-Milbe ist nicht allzu groß.

 

Die Bockherde befindet sich derzeit nicht in Berßen. Wir mussten sie wie schon im Vorahr auf eine andere Weide bringen, weil in Berßen durch die Dürre keine Winterheide mehr steht. Dazu haben wir auf unserer kleinen Grünlandfläche einen E-Zaun errichtet. 

24. August 2018

Der Naturpark Hümmling hat einige Videos produzieren lassen, die den Naturpark vorstellen sollen. Unsere Hügelgräberheide spielt in einem der Videos eine Rolle. Wichtigster Teil des Filmes ist aber unser Hund Spy.

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