Land unter e. V.
Land unter e. V.

2017/2018

8. Oktober 2018

 

Die Loki Schmidt Stiftung hat die Besenheide Calluna vulgaris zur Blume des JAhres 2019 ernannt. Das freut uns als Naturschutzverein, der sich um den Erhalt der Heidelandschaften bemüht, natürlich sehr. Und genau darum geht es der Stiftung nach eigenem Bekunden: es soll nicht nur die Besenheide in den Mittelpunkt des Interesses gerückt werden, sondern ihr Lebensraum und mit ihr seltene Insekten oder Blumen.

Denn - das muss man der Vollständigkeit halber anmerken - bei der Besenheide handelt es sich gar nicht um eine Blume, sondern um einen Zwergstrauch. Aber egal - die Schönheit der Heidelandschaften lässt diese botanischen Feinheiten schnell vergessen. Und tatsächlich sind die Heidelandschaften sehr selten geworden: seit 1850 haben sie laut Stiftung europaweit um 80 Prozent abgenommen, im Emsland, in dem wir unsere Arbeit verrichten, dürften es sogar mehr als 95 Prozent sein. 

Deshalb lohnt es sich, die Aufmerksamkeit ein Jahr lang auf die Besenheide zu richten, obwohl sie als eigenständige Art keineswegs gefährdet ist.

 

Hier ein kurzer Auszug aus der Pressemitteilung der Stiftung:

 

"Jeden Sommer verwandeln sich unsere Heidelandschaften in ein lilafarbenes Meer. Zu dem Augenschmaus trägt maßgeblich die Besenheide bei, die dem Besucher ihre zierlichen Blütenstände ab August entgegenstreckt. An der Besenheide tummelt sich das Leben. Ihre Bewohner haben sich mit der Zeit perfekt an die scheinbar lebensfeindlichen Bedingungen ihrer Umgebung angepasst. Kaum zu glauben, doch die artenreichsten Pflanzbestände wachsen tatsächlich auf mageren, sauren und trockenen Böden. Die Besenheide kann unter diesen Lebensraumbedingungen bis zu 40 Jahre alt werden und ist gerade deswegen für viele, teils seltene Insekten eine nachhaltige und verlässliche Futterquelle und Brutstätte.

 

Nicht nur in der Heidelandschaft, die einst durch ausgewogene Viehhaltung und kontrollierte Heidebrände geschaffen wurde, findet die Blume des Jahres optimale Lebensbedingungen. Auch an anderen offenen, sauren und sandigen Standorten, wie zum Beispiel an Waldrändern, in Sandgruben und Dünen, in Hochmooren, auf älteren Brachen und selbst an Straßenrändern ist die Art zu finden. Ein Großteil ihrer Lebensräume ist sehr selten geworden. Die Gründe hierfür reichen von einer Bebauung bis hin zu einem steigenden Stickstoffeintrag über die Luft. "

20. Juli 2018

 

Neuzugang auf vier Rädern: Wir haben uns einen gebrauchten Schlepper zugelegt. Der Deutz ist zwar schon ein Oldie, aber sehr gepflegt und mit Frontlader für unsere Zwecke gut geeignet. Er wird noch ein wenig aufgearbeitet und dann zum Beispiel bei der Heuwerbung, zur Zaunpflege oder zum Füttern im Winter eingesetzt.

18. Juli 2018

 

Wieder ist der Fund einer bedrohten Art gelungen: Die Sumpfschrecke lebt am Heidesee. Diese Heuschreckenart benötigt extensiv genutztes, feuchtes Grünland und findet es offenbar am Rande des Heidesees.

 

Ansonsten macht unseren Weiden die seit 6 Wochen herrschende Dürre schwer zu schaffen. Derzeit steht zu befürchten, dass sogar die Heide vertrocknet.

 

Immerhin kommen einige der schönen Heideweiherblumen jetzt zur Blüte.

05. Juli 2018

 

Wieder ist im Versener Heidesee der Erstfund einer seltenen Tierart gelungen. Ein großes Exemplar des Medizinischen Blutegels (Hirudo medicinalis), ließ sich jetzt an einem warmen Sommertag am Ostufer fotografieren. Der Medizinische Blutegel ist gesetzlich streng geschützt und steht im Anhang der FFH-Richtlinie. Nach der Schlingnatter stellt er damit die derzeit zweite FFH-Art am Heidesee dar.

Der Medizinische Blutegel saugt tatsächlich Blut von Wirbeltieren und wird auch zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Im 19. Jahrhundert wurde H. medicinalis millionenfach für medizinisch-therapeutische Zwecke gesammelt, heute ist er vielerorts nicht mehr nachweisbar und gilt als sehr selten. Mit wenigen Ausnahmen fehlen gezielte Erfassungen für diese FFH-Anhang V-Art. Über die heutige Verbreitung in Deutschland ist kaum etwas bekannt.

Deshalb ist es ein umso größerer Glücksfall, dass sich ein Exemplar zum passenden Zeitpunkt so offen gezeigt hat. Andere, weit weniger seltene Egelarten wie der Pferdeegel konnten schon viele Jahre lang beobachtet werden – sie saugen aber kein Blut, sondern ernähren sich zum Beispiel von Kaulquappen.

Der medizinische Blutegel kann dagegen selbst von Enten, die am Ufer brüten, Blut abzapfen. In der Hauptsache scheint er sich aber von Amphibienblut zu ernähren und ist deshalb auf intakte Gewässer mit großen Beständen angewiesen. Beides ist am Heidesee gegeben, hier laichen vor allem Erdkröten, Gras- und Moorfrösche sowie Grünfrösche in großer Zahl.

Wie viele Blutegel im See leben ist unbekannt, ebenso das Alter des Tieres. Medizinische Blutegel sollen bis zu 25 Jahre alt werden können.

 

Die Bestimmung der Art hat freundlicherweise der Experte Uwe Manzke übernommen, der auch an einer Untersuchung zu dieser Art mitarbeitet. Er ist an weiteren Fundmeldungen interessiert und unter der Seite www.laubfrosch-hannover.com erreichbar. Eines der wenigen bekannten Vorkommen in der Nähe des Heidesees liegt in der Grafschaft Bentheim.

 

Eine Reportage zum Blutegel lesen Sie hier.

 

 

23. April 2018

 

Der Bau des neuen Zaunes ist innerhalb von nur zwei Tagen abgeschlossen worden. Die Mitarbeiter der Firma Highland Stall und Weide haben insgesamt rund 1,8 km Zaun auf zwei Teilflächen gebaut.

Und das keinen Tag zu früh. Denn als wir am vergangenen Samstag die Bockherde und einige Ziegen nach Berßen gebracht haben, war kurz zuvor nur wenige Meter von unserer Weide ein Wolf gesichtet worden. Die Angaben dazu haben wir vom benachbarten Landwirt bekommen, der auch ein Video von dem Tier gemacht hat. Wir sind deshalb sehr zufrieden, dass uns der Zaunbau mit Unterstützung des Landkreises Emsland und des Landes Niedersachsen geglückt ist.

03. April 2018

 

Der niederländische TV-Sender TV Noord hat unseren Stall am Heidesee besucht. Thema der Sendung war der Wolf, der auch in den Niederlanden Fuß zu fassen scheint und eine Debatte über den Schutz der Schafe ausgelöst hat. Die Sendung findet sich hier, der Beitrag beginnt gleich am Anfang der Sendung.

 

Außerdem lohnt ein Blick auf die Seite des niederländischen Imkers Rob van Hernen. Er betreibt Bienenzucht in traditionellen Körben und unterstützt uns beim Aufbau einer eigenen kleinen Imkerei.

 

07. März 2018

 

Ein sehr interessantes Treffen hat am Versener Heidesee stattgefunden. Auf Einladung unseres Zaunbauers Highland Stall & Weide ist eine Delegation des weltweit führenden Weidezaungeräteherstellers Gallagher zum See gekommen.

 

Mark Harris, der weltweite Verkaufsleiter sowie Punit Solanski, Projektleiter Elektrotechnik kamen aus Neuseeland und aus den Niederlanden Meindert Dijkstra, Geschäftsführer Gallagher Europe sowie Vincent Staal, Produktmanager Europa. Sie standen Vertretern des Landes Niedersachsen und des Landkreises Emsland Rede und Antwort und zwar in Bezug auf die Technik der Weidezaungeräte und ihre sinnvolle Dimensionierung. Der Versener Heidesee wurde als Treffpunkt ausgewählt, weil er für die Beteiligten relativ zentral und einfach zu erreichen war und wir ein Gallagher-Gerät in Betrieb haben. Anschließend haben sich die Beteiligten auf dem Betriebshof der Staatlichen Moorverwaltung zwei Geräte angesehen, mit denen lange Stromzäune vom Bewuchs freigehalten werden können. Der Bewuchs ist das größte Problem der E-Zäune.

 

Mit unserem aktuell laufenden Antrag auf Bezuschussung eines neuen wolfsabweisenden Zaunes auf dem Hümmling hatte das Treffen nichts zu tun. Hier hat sich das Land leider auch nach mehr als drei Monaten noch nicht dazu durchringen können, uns die Höhe der Förderung mitzuteilen. Das bereitet uns und dem Landkreis Emsland druchaus zeitliche und logistische Probleme, ist aber ganz offensichtlich nicht zu ändern.    

28. Januar 2018

 

Die Moorverwaltung hat freundlicherweise am Heidesee die Binsen und überstehende Heide gemäht. Die Binsen werden von den Schafen zwar angefressen, aber nur zuzm Zeitpunkt der Samenreife. Zurückdrängen können sie sie kaum, da hilft ein Schnitt deutlich besser. Die Binsen zeigen meistens Staunässe oder einen verdichteten Boden an. An einigen Stellen am See gibt es das durchaus, da vermutlich schwere Maschinen hier zum Einsatz gekommen sind.

 

 

Eine sehr interessante Broschüre über den Wollingster See hat der Biologe und Heideweiherfachmann Hans-Christoph Vahle veröffentlicht. Darin beschäftigt er sich mit der Frage, wie der Wollingster See, der in der Wesermünder Geest zwischen den Orten Wollingst und Appeln in der Samtgemeinde Beverstedt, 20 km östlich von Bremerhaven, liegt, gerettet werden kann. Genauer gesagt, geht es um die seltene Pflanzenwelt, denn der See ist einer letzten Heideseen Deutschlands, in denen noch Lobelie und Strandling vorkommen. Außerdem gibt es dort den dritten, noch viel selteneren Heideweiherspezialisten, das Brachsenkraut. Der See ist schon sehr alt und ähnelte einst dem Heidesee in Versen. Allerdings verlandet er zunehmend, es bildet sich Schlamm an den Ufern wo Strandling und Co. reinen Sand bräuchten. Außerdem bereiten wühlende Fische Schwierigkeiten. In seiner Broschüre hat Vahle auch einige Fotos vom Versener Heidesee verwendet - er war 2016 bei uns und hat eine aufwendige Kartierung durchgeführt.

 

Am Wollingster See ist ebenfalls ein gemeinnütziger Verein für dessen Erhalt tätig, siehe hier.  Die Broschüre kann man hier herunterladen.

07. Januar 2018

 

Bei bestem Wetter haben wir unseren Neujahrsempfang veranstaltet. Rund 25 Personen waren dabei und haben einen Spaziergang zum See unternommen. Wir wünschen alles Gute für 2018.

31. Oktober 2017

 

Eine arbeitsreiche Zeit liegt hinter uns. Nicht nur hatten zwei Herbststürme auch sowohl in Berßen als auch am Heidesee Bäume auf unsere Zäune gestürzt, die dann entfernt wereden mussten. Auch stand der Verkauf der diesjährigen Nachzucht an. Wir haben Zuchttiere nach Emstek in Niedersachsen, in die Lüneburger Heide und nach Thüringen verkauft. Einige Herdbuchtiere gingen auch auf den Hümmling im Emsland.

Unser neuer Zuchtbock ist seit ein paar Tagen im Einsatz, die beiden Schafzüchter Ludwig und Stefan Schmitz aus Werpeloh haben sechs vielversprechende Böcke für die Auktion 2018 in Uelsen ausgesucht. Außerdem haben wir den Weidezaun am Heidesee freigeschnitten, im Bokeloher Beel hat die Beweidung begonnen und die Orchideenwiese im Bourtanger Moor ist ebenfalls kahlgefressen. Das Schaf auf dem Bild oben hatte Hunger und ist in der umgestürzten Hafertonne steckengeblieben. Aber das war schnell befreit. Derzeit laufen erste Vorbereitungen, um auch den Weidezaun auf den Mansenbergen neu zu errichten. Er ist nach 22 Jahren in Teilen abgängig und soll wenn möglich ebenfalls wolfssicher gebaut werden. 

15. September 2017

 

Wir freuen uns, dass eine Truppe Jugendlicher aus vielen Teilen der Erde im Emsland an einem Naturschutz-Workcamp teilgenommen und dabei auch unseren Heidesee besucht hat. Denn die jungen Leute aus  Algerien, Mexiko oder der Türkei haben nicht nur die Natur genossen, sondern richtig mit angepackt und zwei Tage lang aufkommende Birken gezogen. Die Birken stehen der Heideentwicklung im Wege. Das Camp, das von Maike Hoberg vom Hotspot-Emsland-Projekt organisiert wurde, war ein großer Erfolg. Mehr dazu in zwei Zeitungsartikeln, die hier und hier zu finden sind.

 

24. August 2017

 

Auf Anfrage des Naturparkes Hümmling spielen unsere Schafe auf den Mansenbergen in einemWerbefilm mit. Die Firma Freshmotion aus Lingen hat einen Tag lang gedreht. Leider blüht ausgerechnet in diesem Jahr die Heide auf dem Hümmling aufgrund der Trockenheit sehr dürftig.

Einen Tag später hat eine Journalistengruppe mit Teilnehmern aus ganz Deutschland den Versener Heidesee besucht. Hier kam die Anfrage nach einer Führung vom Internationalen Naturpark Moor.

 

Einen schönen Reisebericht des Portals Reisefeder finden Sie hier

 

Weinen weiteren Reisebericht finden Sie hier.

 

Einen Bericht der Meppener Tagespost mit schönem Foto sehen Sie hier.

20. August 2017

 

 

Die offizielle Vorstellung unseres Weidezauns hat Spaß gemacht. Wir danken mehr als 100 Gästen aus Politik, Verwaltung und natürlich aus unserem Verein. Außerdem waren viele Gäste und Interessierte anwesend.

Das Bild rechts zeigt den Vorstand und die Ehrengäste.

 

 

 

 

Der Vorstand möchte sich an dieser Stelle noch einmal herzlich bei allen Beteiligten bedanken, unter anderem auch bei der Fiema Plane & Gut aus Meppen für ein geliehenes Zelt..

 

 

 

 

 

Festakt zur Inbetriebnahme:

Zaun soll Schafe am Versener Heidesee vor Wölfen schützen

 

Meppen. Der Meppener Naturschutzverein Land Unter e.V. hat seine neue Zaunanlage offiziell in Betrieb genommen. Sie dient unter anderem dem Schutz der vereinseigenen Schafe vor dem Wolf.

 

Rund 50000 Euro habe der Bau des Zaunes samt Nebenanlagen im Naturschutzgebiet Versener Heidesee gekostet, berichtete Vorsitzender Tobias Böckermann laut Pressemitteilung. Bei einem Festakt im Schafstall des Vereins mit mehr als 100 Gästen dankte er allen am Bau und der Finanzierung beteiligten Behörden, Institutionen und Firmen.

Er erläuterte die Gründe für den Bau eines neuen Zaunes am Heidesee. Demnach war der alte aus dem Jahr 1999 abgängig. Die Ausbreitung des Wolfes ins Emsland habe zudem die Errichtung eines „wolfsabweisenden Grundschutzes“ erforderlich gemacht, für den das Land Niedersachsen Mindeststandards vorgebe. Allerdings sei nur ein Teil der Bausumme allein dem Wolfsschutz zuzuschreiben, da ein neuer Zaun auch ohne ihn hätte errichtet werden müssen.

Andere Wolfsschutzmaßnahmen wie Esel oder Herdenschutzhunde seien aus verschiedenen Gründen nicht umsetzbar gewesen.

 

83 Arten der Roten Listen

Der vor 20 Jahren im Zuge des Autobahnbaus entstandene Heidesee stelle inzwischen eines der artenreichsten Naturschutzgebiete der Region dar – hier lebten 83 gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Hervorzuheben seien die Pflanzen der Heideweiher wie Fadenenzian, Igelschlauch oder Strandling. Sie alle seien einst im Emsland typisch gewesen und auf die Beweidung der Ufer durch Schafe angewiesen. Ansonsten komme schnell Wald auf, der die Licht und Sandboden liebenden Pflanzen verdränge, sagte der Vorsitzende.

Eine mechanische Pflege sei kaum vergleichbar möglich und würde laut Land Unter e.V. bis zu 20000 Euro pro Jahr kosten. Deshalb sei ein elektrifizierter Zaun die einzige kostengünstige und dauerhafte Möglichkeit zum Erhalt des Naturschutzgebietes in der jetzigen Form gewesen

 

Bemühen um Finanzierung

Drei Jahre lang habe man sich um eine Finanzierung bemüht, die leider aus dem eigentlich dafür vorgesehenen Wolfsprogramm des Landes nicht möglich gewesen sei. „Denn dort werden nur 80 Prozent der Materialkosten bezahlt. Bei 3,5 Kilometern Zaun ist es im Ehrenamt, in dem der Vorstand bereits 600 Stunden pro Jahr leistet, aber nicht zu schaffen, selbst einen solchen Zaun zu bauen.“ Außerdem berechne das Land die Zuschüsse für Wolfszäune nicht nach den Erfordernissen vor Ort, sondern nach der Zahl der gehaltenen Schafe. „Heidepflege erfolgt aber extensiv, also mit wenigen Tieren auf großer Fläche. Vom Land hätten wir deshalb maximal 6566 Euro erhalten.“

Nun also sei eine andere Lösung gefunden worden. Aus dem Leader-Projekt Moor ohne Grenzen seien bis zu 25000 Euro zugesagt worden, der Landkreis Emsland habe 15000 Euro bereitgestellt und die Emsländische Sparkassenstiftung 8500. Der Verein steuere rund 5000 Euro aus Eigenmitteln für das Gesamtprojekt bei, zu dem unter anderem auch die Anschaffung von Niederländischen Landziegen gehöre.

 

Neue Landziegen

Der Verein dankte den vielen Mitstreitern in den eigenen Reihen und in den mit dem Bau befassten Behörden. „Wir sind im Emsland sehr gut unterstützt worden“, sagte Böckermann.

Landrat Reinhard Winter dankte dem Verein für den Erhalt einer „charakteristischen Landschaft.“ Diese sei ein wertvolles Kapital des Emslandes, in dem 15000 Hektar unter Naturschutz und 25000 Hektar unter Landschaftsschutz stünden. Viele ehrenamtliche Initiativen kümmerten sich um deren Erhalt und bildeten gemeinsam mit dem Hauptamt die Grundlage für den Erfolg.

Auch Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein lobte das ehrenamtliche Engagement und freute sich über das artenreiche „Kleinod“ vor Meppens Haustür.

 

Lob und Dank

Oliver Rosen von der Emsländischen Sparkassenstiftung sah „Parallelen zwischen dem Verein und den Zielen der Stiftung“. Die Stiftung engagiere sich unter anderem für die Erhaltung von Kunst und Kultur, im Heimatgedanken und beim Denkmalschutz. Grundsatz sei die „Hilfe zur Selbsthilfe. Wir suchen dabei das ehrenamtliche Engagement. Und das wollen wir fördern.“

Und Sylvia Backers, Leiterin des Amtes für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, Geschäftsstelle Meppen, das unter anderem für die Vergabe der Leader-Mittel verantwortlich ist, war sich sicher, dass das Geld in ein sehr bedeutsames und unterstützenswertes Projekt geflossen sei.

Das sah übrigens auch das Ehepaar Bäumler so. Mit 577 Kilometern hatten die beiden Vereinsmitglieder die weiteste Anreise zum Festakt. Zu den Ehrengästen gehörten neben den genannten Festrednern auch der CDU-Landtagsabgeordnete Bernd-Carsten Hiebing, der Leiter der Moorverwaltung Eberhard Masch, Versens Ortsvorsteher Gerd Gels und der stellvertretende Vorsitzende des Landes-Schafzuchtverbandes Weser-Ems, Ludwig Schmitz.

Nach den Festreden führte der Vereinsvorstand die rund 100 Gäste durch die Heide. Ein befreundeter Schäfer zeigte mit seinem Hütehund eine kleine Hütevorführung.

12. Juli 2017

 

Im Bokeloher Beel beginnt der Sandmagerrasen zu blühen. Die Pflege der Fläche hatten wir 2016 in Zusammenarbeit mit einem befreundeten Schäfer übernommen. Hauptziel war die Erhaltung des damals stark überweideten, aber mit dem giftigen Jakobskreuzkraut übersähten 4,8 Hektar großen Gebietes als an der Hase selten gewordener Offenstandort.

Die Schafe haben bisher dort weidende Kühe ersetzt. Letztere hatten das Kreuzkraut verschmäht und so gefördert. Außerdem wurden die Schafe sehr sparsam eingesetzt und die Fläche nur einmal abgeweidet. Hinzu kamen Pflegemaßnahmen mit dem Freischneider.

In diesem Jahr ist das Kreuzkraut deutlich zurückgegangen. Stattdessen steht der Ährige Ehrenpreis in blauer Blüte,  eine der Charakterblumen des Landkreises Emsland. Er wächst im Emsland nur noch an sehr wenigen Orten. Gelb blüht das Labkraut, das auch ganz hervorragend duftet. Das zweite Foto zeigt die Dornige Hauhechel (Fotos: Carsten Marien).

14. Mai 2017

 

Wir haben unsere Generalversammlung abgehalten und freuen uns, dass mehr als 60 Interessierte teilgenommen haben. Hier die Pressemitteilung für die Zeitung, ein paar Fotos und der Jahresrückblick als pdf-Datei.

 

Verein Land Unter zieht Bilanz

20 Jahre Schutz für seltene Heidebewohner

 

pm Meppen. Der Meppener Naturschutzverein Land Unter e.V. hat Bilanz gezogen. Im Mittelpunkt der Jahresmitgliederversammlung stand der Bau eines neuen wolfsabweisenden Zaunes.

Der gemeinnützig tätige Verein kümmert sich seit 1996 um die Rettung des damals akut vom Aussterben bedrohten Bentheimer Landschafes. Mit den Tieren wird der zweite Vereinszweck verfolgt, nämlich der Erhalt seltener Heidelandschaften, die auf Beweidung angewiesen sind.

Wie der Vorstand um Tobias Böckermann, Günter Wester, Carsten Marien,  Jürgen Scholz und Markus Paetzold einer Pressemitteilung zufolge berichtete, betreut der 140 Mitglieder starke Verein derzeit insgesamt rund 40 Hektar Heide, Moor und Magerrasen. Die Naturschutzgebiete liegen in Meppen-Versen, Fullen, Bokeloh und Groß Berßen.

Mit rund 40 Bentheimer Landschafen wird gezüchtet, außerdem existiert eine Bockherde sowie eine Herde mit Jährlingsschafen. Die meisten Nachwuchstiere gehen bundesweit in die Zucht anderer Betriebe.

Im vergangenen Jahr hatte der Verein mit der Generalversammlung im Meppener Kossehof sein 20-jähriges Bestehen gefeiert, auch die aktuelle Versammlung fand dort statt. Der Vorstand berichtete über die 34 Pflanzen- und 49 Tierarten, die laut Roter Liste als zum Teil stark im Bestand gefährdet ausgewiesen sind und in den Schutzgebieten des Vereins leben.

Vor allem der Versener Heidesee beherberge durch die Kombination von nährstoffarmem Gewässer mit offener Heide Kostbarkeiten wie den 2016 erstmals nachgewiesenen Fadenenzian, den größten niedersächsischen Bestand des Gemeinen Igelschlauchs oder die Schlingnatter. Das habe im vergangenen Jahr zahlreiche Botaniker aus Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen an den See geführt, sagte Vorsitzender Tobias Böckermann.

Hauptthema war der Bau eines wolfsabweisenden neuen Zaunes. Wie der Vorstand berichtete, ist zum einen der bisher verwendete, 20 Jahre alte Zaun, abgängig gewesen. Außerdem sei man gesetzlich dazu verpflichtet, die Schafe vor einem möglichen Übergriff durch Wölfe zu schützen. Dies sei ohnehin im eigenen Interesse, da nach eigener Auffassung auf Dauer eine Schafhaltung im Wolfsgebiet ohne größtmögliche Schutzmaßnahmen nicht mehr möglich sein werde. Dabei gehe es um weit mehr, als die finanzielle Entschädigung für möglicherweise getötete Schafe.

Nach rund drei Jahren Vorlaufzeit habe man inzwischen, Eigenmittel eingeschlossen, die notwendigen Gelder zusammen, um den Zaun in diesen Wochen errichten lassen zu können. Der Verein dankte allen Mitstreitern bei den verschiedenen Projekten, den Geldgebern Amt für Regionale Landentwicklung (ArL), Landkreis Emsland und Sparkassenstiftung sowie Mitarbeitern verschiedener Behörden und Verbände für die Unterstützung beim Zaunbau.

2017 wird zudem ein historischen Vorbildern nachempfundener Bienenzaun errichtet.

 

Der Jahresrückblick 2017
Land Unter 2017.pdf
PDF-Dokument [12.1 MB]
Die Vielästige Glanzleuchteralge im Versener Heidesee
Nitella hyalina im Versener Heidesee.pdf
PDF-Dokument [236.1 KB]

11. April 2017

 

Jetzt ist es soweit: Das 1000. Lamm in der nunmehr 23 Jahre währenden Geschichte unserer Schafhaltung ist da. 1994 haben wir die ersten Schafe von örtlichen Züchtern gekauft, im gleichen Winter kamen die ersten Lämmer. Im Laufe der Zeit wurden immer mehr und nun sind - ziemlich genau - 1000 zusammen gekommen. Für einen Berufsschäfer mit 1000 Ablammungen und mehr pro Jahr ist das nichts Besonderes. Aber für unseren kleinen Verein schon. Wir hoffen, dass in diesem Jahr noch einige dazu kommen. Unser Ablammergebnis lag im vergangenen Jahr bei 141 Prozent. Unsere Tiere gehen übrigens seit vielen Jahren zum größten Teil an andere Schäfer zur Zucht. 

10. Februar 2017

 

Eine schier unendliche Geschichte könnte nun bald beendet werden: seit heute liegt auch die letzte noch notwendige Zusage für den Bau eines sogenannten "wolfsabweisenden Grundschutzes" vor. Gemeint ist ein Zaun, der in der Lage ist, den Wolf von den Schafen fernzuhalten - zumindest in den allermeisten Fällen.

 

Seit 2014 laufen die Bemühungen und Überlegungen für eine passende Lösung zunächst am Versener Heidesee. Der Wolf ist seit einigen Jahren im Emsland heimisch und bislang noch recht unauffällig. Er hat nur wenige Schafe gerissen und wenn es dabei bliebe, wäre das kein Problem für uns. Das ist aber nicht zu erwarten. Alle Experten gehen von einer baldigen Gründung eines Rudels im Emsland aus und erwarten eine Zunahme von Wolfübergriffen auf Schafe.

Deshalb muss jeder Schafhalter seine Herde mit geeigneten Maßnahmen schützen - ansonten gäbe es keinerlei Entschädigung. Selbstverständlich haben wir - wie jeder andere Schafhalter auch - großes Interesse daran, unsere Tiere zu schützen, und zwar ganz unabhänig von einer möglichen Entschädigung. Die Frage war nur: wie?

 

Wir haben alle Möglichkeiten durchdacht, also auch Herdenschutzhunde und Esel, aber beide Varianten schieden aus verschiedenen Gründen aus. Unter anderem sind Herdenschutzhunde teuer (1000 Euro pro Jahr) und wir bräuchten sechs dieser Tiere in drei verschiedenen Koppeln. Der Arbeitsaufwand wäre immens. Esel haben sich bislang als nicht wirksam erwiesen und sind auf Moorboden nicht artgerecht zu halten.

Also blieb ein elektrifizierter Zaun, das war schnell klar. Das Problem: am Heidesee benötigen wir rund 3,6 Kilometer davon, einen Stromanschluss gibt es bislang nicht. Nun heißt es ja, das Land Niedersachsen zahle die Kosten für einen Zaun - aber auch hier war schnell klar: das ist nicht einmal annähernd so. Das Land zahlt (Stand Frühjahr 2017) maximal 15000 Euro in drei Jahren pro Betrieb für Präventionsmaßnahmen und Entschädigung. Wer die 15000 Euro verbraucht hat, bekommt also erst einmal nichts mehr. Außerdem wird in der Regel gar kein Festzaun gefördert, sondern Elektronetze. Für uns als ehrenamtliche Naturschützer sind sie aus Zeitgründen (sie müssen ständig versetzt werden) und wegen des stets möglichen Wolfszugangs durch den See (er schwimmt einfach durch, die Seeseite müsste stets abgezäunt werden, was der extrem seltenen Pflanzenwelt schaden würde) nicht praktikabel. Außerdem halten Netze nur ein paar Jahre und fallen bei Schneelast schnell um (Ausbruchgefahr).

Für Festzäune, so mussten wir erfahren, zahlt das Land nur einen Anteil an den Materialkosten (nicht den Aufbau) und macht diesen Anteil auch noch abhängig von der Zahl der Schafe (Wirtschaftlichkeitsgebot). Für uns bedeutet das: weil der Heidesee extensiv, also mit wenigen Tieren pro Hektar beweidet werden muss (und das geht vielen Naturschutzprojekten so), gibt es für viel Fläche mit langem Zaun nur sehr wenig Geld. In unserem Fall hätte das Land rund 6500 Euro bezahlt.

Das Problem: Der Zaun kostet mehr als 50000 Euro. Also mussten wir uns mehrfach auf den Weg machen, um dieses Geld zu beschaffen. Keine leichte Aufgabe, denn wir mussten immer wieder erklären, dass der Zaun nicht nur der Schafhaltung dient, sondern mittelbar der Erhaltung von mehr als 30 Pflanzenarten der Roten Liste. Leider ist so eine Art "Zweckübetragung" nirgends vorgesehen, so dass drei Jahre ins Land gehen mussten, um alles zusammenzubekommen.

Nun also steht die Finanzierung: Der Landkreis Emsland gibt  einen erheblichen Anteil, die Emsländische Sparkassenstifung hat 8500 Euro zugesagt, wir selbst zahlen einen Eigenanteil und nun ist die Genehmigung über 25000 Euro aus einem Programm der Europäischen Union gekommen (LEADER-Mittel im Naturpark Moor).

 

Um die scheinbar hohen Kosten einordnen zu können, noch einige Informationen:

 

  • der alte Zaun ist nach fast 20 Jahren abgängig und muss ohnehin ersetzt werden
  • der neue Zaun hat eine Lebenserwartung von 30 Jahren
  • die Pflege des Naturschutzgebietes ohne Schafe sondern mit Maschinen und von Hand kostet alternativ bei einer Fläche von 22 Hektar etwa 20000 Euro pro Jahr.

 

An dieser Stelle sei allen Mitstreitern in Behörden und Stiftungen gedankt - es waren mindestens 30 Personen damit befasst.

 

Vorgesehen ist der Bau (der Auftrag muss noch vergeben werden) für den Zeitraum Mai/Juni/Juli 2017. Wir werden regelmäßig informieren.    

20. Januar 2017

 

Ganz herzlichen Dank sagen wir der Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland. Denn sie hat uns mehrere hochwertige Arbeitsgeräte der Firma Stihl gesponsert. Eine Motorsäge, einen Hochentaster und einen Freischneider benötigen wir, um unsere Flächen von Birkenbewuchs zu befreien und vor allem, um die Zaunanlagen ab und an freizuschneiden. Auch gibt es auf einigen Flächen noch Birken, die nicht in die Heide gehören und gefällt werden müssen. 

Und ein ebenso großer Dank gilt Heinz Helle (Foto), der beim Landkreis Emsland die Pflege der Naturschutzgebiete verantwortet und mit dem wir seit vielen Jahren hervorragend zusammenarbeiten. Heinz Helle hat uns beim Kauf der Geräte beraten und noch allerhand Zubehör wir Schutzkleidung, Kanister und Feilen dazugepackt und uns die neuen Errungenschaften gebracht. Die Naturschutzstiftung hatte uns auch früher bereits mehrfach gefördert.

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