Land unter e. V.
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Aktuelles 2009

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Schäferblog 2009


 
1. Januar    
Am Versener Heidesee rasten derzeit mehr als 50 Singschwäne und mehrere Hundert Enten, dazu einige Zwergtaucher. Die Vögel versammeln sich um die letzten eisfreien Stellen im See. Erstmals seit Jahren scheint er vollständig zuzufrieren.


 

 

 

7. Januar    
Überraschender Besuch am Versener Heidesee. Zu den rastenden Singschwänen und Enten haben sich ein paar Zwergschwäne und heute auch ein junger Kranich gesellt (auf den Fotos leider nur schlecht zu erkennen). Er hat offenbar den Anschluss an seinen Vogelzug verpasst.


 
27. Februar    
Unsere diesjährige Generalversammlung findet am Freitag, dem 20. März, ab 18.30 Uhr im Kossehof statt. Am Sonntag, dem 23. August bieten wir erstmals eine Führung an den Versener Heidesee an. Sie beginnt um 14.30 Uhr.


 
1. März    
In den vergangenen zwei Wochen sind im Altkreis Meppen so viele Kraniche beobachtet worden wie wohl nie zuvor. Das Foto zeigt eine Gruppe von etwa zehn Tieren im Emstal zwischen Wesuwe und Meppen.Sie rasten auf einem Maisacker. Heute sind mehrere Gruppen über den Heidesee und später den Ort Versen hinweggezogen. Über Versen dürften es mindestens 100 Kraniche gewesen sein.
Auch andere Frühlingsboten stellen sich ein: Krickenten in Mengen, dazu Haubentaucher und Kiebitze auf und am See.

 


 
10. März    
Nach einigen Jahren ist wieder der Nachweis einer Kreuzotter am Heidesee gelungen. Das ausgewachsene Tier ist vermutlich gerade aus der Winterruhe erwacht und hatte sich unter einer Heidestrauch versteckt.

 
22. März    
Hier ein Bericht unserer Generalversammlung:

Bestand der Bentheimer Landschafe stagniert
Naturschutzverein Land Unter zieht Bilanz
Meppen. Der Meppener Naturschutzverein Land Unter e.V. hat eine positive Bilanz für das Jahr 2008 gezogen. Der Verein kümmert sich um die Erhaltung des Bentheimer Landschafes und um die Pflege von Heidegebieten.
Einer Pressemitteilung zufolge hat der 138 Mitglieder starke Verein im vergangenen Jahr zahlreiche Zuchttiere an einen Betrieb in Vechta und einen in den Niederlanden verkauft und so einen kleinen Beitrag zur Erhaltung des nach wie vor im Bestand gefährdeten Bentheimer Landschafes geleistet. Derzeit gibt es demnach bundesweit rund 4500 bis 5000 Bentheimer Landschafe, davon etwa die Hälfte reinrassig als ins Herdbuch eingetragene Zuchttiere. Der Anteil am deutschen Gesamtschafbestand beträgt aber immer noch nur rund 0,3 Prozent. Nach einem Ausfwung seit Mitte der 1990er Jahre stagniert der Gesamtbestand derzeit.
Der Verein Land Unter hält 40 Bentheimer Landschafe und pflegt damit rund neun Hektar Sandheide im Naturschutzgebiet Mansenberge bei Klein Berßen sowie 23 Hektar Moorheide im neu entstandenen Naturschutzgebiet „Versener Heidesee“ bei Meppen-Versen. Rund um eine 16 Hektar große, mit Wasser gefüllte Sandentnahmestelle ist in diesem Teil des Naturparkes Moor ein wertvoller Lebensraum entstanden, der dem der früher für einen Teil des Emslandes typischen Heideseen und Heiden entspricht. 2008 wurde er unter Naturschutz gestellt.
Derzeit kommen am Heidesee nach Vereinsangaben rund 40 gefährdete Tier- und Pflanzenarten vor, darunter 20 Vogelarten der Roten Liste als Brutvögel oder Nahrungsgäste. 2008 sei mit dem erstmals gefundenen Gewöhnlichen Igelschlauch das einzige bekannte Vorkommen dieser Pflanze im ganzen Weser-Ems-Gebiet festgestellt worden, hieß es während der Mitgliederversammlung. Für die Pflege des Heidesees war der Verein 2008 mit dem Klimaschutzpreis der Stadt Meppen ausgezeichnet worden.


 
1. April    
Endlich sind die ersten Lämmer da. Bei bestem Wetter geht es jetzt Schlag auf Schlag.

Am Heidesee haben wir die Zwergschnepfe feststellen können - einen interessanten Durchzügler. Der Vogel ist noch deutlich kleiner als eine Bekassine - wurde aber früher auch Zwergbekassine genannt. Die Zwergschnepfe brütet heute nur noch in Sümpfen und Mooren von Skandinavien bis Ostsibirien, hat aber vor 100 Jahren sehr vereinzelt im Emsland gebrütet. Aus der Region Dersum stammen die einzigen angeblich sehr sicheren Brutnachweise in Mitteleuropa (1920er Jahre). Gesichtet wird sie im Winter als Durchzügler häufiger. Die Tiere fliegen erst auf, wenn man 30 Zentimeter vor ihnen steht.



 
21. April    
Wir haben erfreulich viele Lämmer - bisher 38. Sie werden morgends von der Weide geholt, die Mütter laufen hinterher. (Foto: Felix Stang)


 
22. April    
Zwei neue Bücher aus dem Tecklenborg-Verlag in Steinfurt beschäftigen sich unter anderem mit den Landschaften, die unser Verein mit seinen Schafen pflegt. Das Buch "Natur im Emsland" enthält eine ausführliche Beschreibung über die Entstehung der emsländischen Heiden und Heideweiher und geht auch auf das Bentheimer Landschaf ein. Das Buch "Moor - eine norddeutsche Landschaft" befasst sich mit Mooren und Moorrandbereichen. Bei beiden Büchern handelt es sich um hochwertige Bildbände, deren Aufnahmen von renommierten Fotografen stammen. Zu beziehen sind sie für 24,50 Euro (Emsland) und 34,80 Euro (Moor) im Buchhandel.




 
9. Mai    
Uwe Geisink, Bentheimer-Züchter aus der Grafschaft Bentheim hat eine eigene Internetseite zum Thema erstellt. Unter www.schafzucht-geisink.de ist sie zu sehen.
www.schafzucht-geisink.de


 
11. Mai    
Am Heidesee haben wir wieder einige seltene Tiere beobachtet. Flussuferläufer und Steinschmätzer stehen auf der Roten Liste der bedrohten Vogelarten ganz weit oben. Auch die Nordische Moosjungfer, eine große Libellenart, ist selten, weil sie auf Moore und Moorränder als Lebensraum angewiesen ist. Das Reh dagegen ist überall vertreten.




 
23. Mai    
Der Flussuferläufer ist in Niedersachsen vom Aussterben bedroht. Das Foto zeigt zwei der Tiere - zugegeben estwas klein - am Heidesee. In Niedersachsen brüten etwa 25-30 Paare, die meisten im Süden. Ob der Flussuferläufer am Heidesee brütet ist nicht klar. Er ist aber seit 3 Jahren zur Brutzeit vor Ort. Flussuferläufer überwintern in Afrika und fliegen nur für wenige Monate nach Europa.

 
 



 
27. Mai    
Wir haben die Schafe gegen die Blauzungenkrankheit geimpft. Am See ist wieder ein Weißsterniges Blaukehlchen aufgetaucht. Es handelt sich vermutlich um ein rastendes Tier. Die Art war einst sehr selten, brütet aber heute mit mehr als 3000 Paaren in Niedersachsen.


 
25. Juni    
Im NSG Hügelgräberheide in Berßen lebt die besonders geschützte Kahlrückige Waldameise (Formica polyctena). Sie ist eng mit der Roten Waldameise verwandt und wird in der Roten Liste in der Kategorie 2 "Stark gefährdet" geführt. In Berßen haben sie inmitten von Blaubeeren einen Hügel errichtet.

 
 




 
02. Juli    
Am Versener Heidesee blüht wieder der Gewöhnliche Igelschlauch - eine sehr seltene Art der Heideseen.
 
 


 




 
10. Juli    
Am Versener Heidesee und auf Mansenberge wird die Calluna-Heide großflächig braun und scheint abzusterben. Verursacher ist vermutlich der Heideblattkäfer, ein natürlicher Gegenspieler der Heide, der allerdings unter ungünstigen Bedingungen enorme Schäden bis zum Totalausfall der Heide für viele Jahre verursachen kann. Ein Gegenmittel gibt es nicht. Hilfe verschafft eventuell das maschinelle Abschoppern der Fläche, was allerdings 2000 bis 3000 Euro pro Hektar kosten kann. Das unterste Foto zeigt vermutlich die Larven des Käfers.
Heiden mit hohem Stickstoffeintrag sind besonders anfällig für Käferfraß. Im Emsland dürfte der Stickstoffeintrag aus der Luft bei 60 Kilogramm und mehr pro Hektar und Jahr liegen - verursacht durch Straßenverkehr und Landwirtschaft. Das ist weit mehr, als Bauern in den 1950er Jahren ihren Äckern aktiv in Form von Mist und Mineraldünger zugeführt haben. Der hohe Stickstoffeintrag macht den Erhalt der Heiden sehr schwierig und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Pflanzenwelt und damit die Tierwelt verarmen.

 
 


 
25. Juli    
Die Auktion in Uelsen hat in diesem Jahr keinen so guten Absatz gefunden wie in den Vorjahren. Interessant war sie dennoch. Hier ein Bericht.

Für Ernst Wiener war es ein langer Tripp vom relativ flachen Niederbayern ins ziemlich flacher Uelsener Land in der Grafschaft Bentheim. Seit zwölf Jahren züchtet der gebürtige Österreicher mit seiner Frau Marietta Eggmann in Reisbach in der Nähe von Landshut Bentheimer Landschafe - in diesem Jahr war er erstmals mit einem eigenen Nachwuchsbock bei der Auktion in Uelsen dabei.
Hulius heißt das gute Tier und war das mit Abstand das Tier mit dem längsten Anfahrtsweg, weshalb Züchter Wiener und sein Mitarbeiter Stefan Eichinger auch einen Sonderpreis der Gemeinde Uelsen mit nach Hause nehmen konnten. Wiener ist durch die Zucht von spanischen Herdenschutzhunden aufs Schaf gekommen - sozusagen. "Meine Frau kümmert sich seit Jahren intensiv um ihre Mastin Espanols", sagt der ehemalige Bühnenbauer. Bis zu 90 Kilogramm schwer werden diese wachsamen Hunde. "Ein Freund von uns züchtete die Rasse in der Grafschaft Bentheim und er hatte und hat bis heute Bentheimer Landschafe", sagt Erich Wiener.
Bei früheren Besuchen gefielen ihm die Schafe so gut, dass er und seine Frau eine Herde mit inzwischen 52 Mutterschafen aufgebaut haben. Auf ihrem acht Hektar Grünland umfassenden Einödhof leben die Hunde bei den Schafen. Viele, die zuvor in Spanien an das Bewachen von Herden gewöhnt worden sind, gehen dann über den Hof Eggmann-Wiener in Gebiete, in denen noch immer oder wieder Wölfe leben.
So hatte also Ernst Wiener eine illustre Geschichte zu erzählen, während die Organisatoren in Uelsen ein umfangreiches Rahmenprogramm auf die Beine stellten. Gefördert mit Mitteln der Europäischen Union hatten der Leiter des Tierparkes Nordhorn Thomas Berling und viele Mitstreiter erstmals einen Grafschafter Haus- und Nutztiertag ausgerufen, bei dem nicht nur die besten Zuchttiere bei den Bentheimer Landschafen im Mittelpunkt standen, sondern wie gewohnt auch Schwarz- und Weißkopfschafe. Das Stammbuch für Kaltblutpferde Niedersachsen führt in Uelsen zeitgleich mit der Schafauktion schon seit rund 20 Jahren eine Schau und Aufnahmeveranstaltung für Stuten und Fohlen der Rassen Rheinisch-Deutsches Kaltblut, Freiberger, Hannoversches Kaltblut und Schwarzwälder durch. Kutschfahrten, Streichelzoo mit Bentheimer Schweinen, Eseln, Zackelschafen und Kaninchen, Informationsstände von Tourismusvereinen sowie eine Oldtimer-Treckerschau zeigten, welche Bedeutung inzwischen der Auktionsstandort Uelsen erlangt hat.
Bentheimer wurden zum inzwischen 15. Mal in der Grafschaft gekört und versteigert, Uelsen ist die bundesweit einzige ernst zu nehmende Kör- und Absatzveranstaltung. Vorher war die Rasse jahrelang im emsländischen Twist und in Lingen vermarktet worden - das Emsland zählt zum Ursprungsgebiet der Rasse.
In diesem Jahr lagen denn auch emsländische Züchter ganz vorn. Unter 66 aufgetriebenen Tieren stellte Ursula Mehlbaum aus Haselünne den besten Jährlingsbock und damit auch den Gesamtsieger. Ein Bock von Thomas Hasken aus Emsbüren wurde von den Richtern zum Reservesieger erklärt. Den besten Lammbock stellten Heinrich und Margret Heidotting aus Twist. Beide wurden zudem dafür geehrt, dass sie als einzige Züchter seit 15 Jahren ununterbrochen in Uelsen Böcke aufgetrieben haben. Die Familie Heidotting hält seit mehr als 100 Jahren Bentheimer Landschafe und ist damit der traditionsreichste Betrieb. Der Blekker-Hof aus Uelsen hat die beste Zuchtgruppe gestellt und bekam einen Sonderpreis. Bei den Schwarzkopfschafen lagen Klaus Wuttke aus Krummhörn und Johann Vrielink aus Nordhorn vorn. In der Kategorie der inzwischen schon selten gewordenen weißköpfigen Fleischschafe siegte Hannes Warnke aus Butjadingen.
Die anschließende Versteigerung der Zuchtböcke lief nicht so gut wie in den Vorjahren. Zwar wurden zwei Bentheimer für 1800 beziehungsweise 1000 Euro teuer verkauft, aber 24 von gut 60 gekörten Tieren und neun von zwölf Fleischschafen fanden keinen Abnehmer. Die Durchschnittspreise lagen bei den Bentheimer-Jährlingen bei 533 Euro (2008: 517 Euro) und bei den Lammböcken bei 363 (405). Schwarz- und Weißkopfschafe fanden nur wenige Käufer, weshalb deren Züchter ein Sonderlob von Klaus Gerdes, Michael Gertenbach und Heiko Schmidt vom veranstaltenden Landes-Schafzuchtverband Weser-Ems (LSV) für ihr Durchhaltevermögen erhielten.
Gertenbach vom bedauerte das Fehlen der Käufer in diesem Jahr. Dieses hat aber wohl noch nichts mit der befürchteten Krise in der Schafhaltung zu tun, die LSV-Vorsitzender Heiko Schmidt zuvor beim erstmals durchgeführten Lammessen prognostiziert hatte. In Gegenwart zahlreicher Politiker, unter ihnen der SPD-Bundestagsabgeordnete Dieter Steineke und der CDU-Landtagsabgeordnete Reinhold Hilbers, dazu Landkreis- und Gemeindevertreter sowie verdiente Züchter, warnte Schmidt vor einer weiter ausufernden Bürokratie für die Schafhaltung. Werde wie geplant die Einzeltierkennzeichnung eingeführt, werden nach seiner Einschätzung noch mehr kleine Tierhalter aufgeben - und das "ohne Nutzen für den Verbraucherschutz". Gerade die kleinen Züchter seien aber enorm wichtig. Schmidt zeigte sich bitter enttäuscht sowohl von der niedersächsischen Landesregierung als auch von Agrarministerin Ilse Aigner, die bisher nichts für die Schafhalter getan hätten.
Für den niederbayerischen Österreicher Ernst Wiener war die Auktion am Ende ein Erfolg. Seinen Bock "Hulius" konnte er relativ teuer verkaufen. Gleichzeitig ersteigerte er für 1800 Euro den teuersten Bock der Auktion - einen Jährling aus dem Betrieb Hans Holtkamp in Hamminkeln in Nordrhein-Westfalen.

Das Foto zeigt die Siegertiere und ausgezeichnete Züchter mit ihren Schafen.
 
 


 
19. August    
Erstmals ist am Versener Heidesee ein Exemplar des Lungen Enzians gefunden worden. Die Pflanze steht auf der Roten Liste und kommt bevorzugt an sandig, sauren oder torfigen Gewässerrändern vor. Möglicherweise ist sie schon länger am See vorhanden, bisher aber übersehen oder von den Schafen abgefressen worden.


 
24. August    
Exkursion zum Versener Heidesee - Unter dem Motto "die Farben des Moores" haben am Sonntag 33 Interessierte an einer Wanderung unseres Vereins gemeinsam mit dem Naturschutzbund teilgenommen.
 
 
 


 
29. September    
Ein Alpenstrandläufer hat den niedrigen Wasserstand am Heidesee genutzt, um auf dem Durchzug nach Futter zu suchen.
 
 
 


 
1. November    
Die ersten Zugvögel finden sich am See ein, darunter auch einige Singschwäne. Außerdem nutzt eine Uferschnepfe wie bereits im Vorjahr die Heide als Rückzugsraum bis zum Winter.


 
18. November    
Der NDR bringt am Mittwoch im Dritten Programm in der Reihe "Expeditionen ins Tierreich" den Film: "Das Emsland - Niedersachsens wilder Westen". Darin spielen Bentheimer Landschafe und die von ihnen gepflegten Landschafe eine Rolle. Eine Filmsequenz hat der Tierfilmer Ralph Schieke www.macrotele-film.de an einem Morgen im August 2008 in unserem Naturschutzgebiet Mansenberge gedreht und dabei unsere Schafherde gefilmt. Hier zwei Fotos von den Dreharbeiten.
 



22. November    
Etwa 20 Züchter des Bentheimer Landschafes haben sich in Dülmen/NRW getroffen und aktuelle Probleme beraten. Hier ein Bericht.

Der Bestand des Bentheimer Landschafes stagniert bei 2200 Zuchttieren, die Zahl der Böcke ist dagegen kleiner als angenommen: Das ist das Ergebnis einer überregionalen Züchtertreffens in Dülmen in Nordrhein-Westfalen.
Bei dem Treffen diskutierten etwa 20 Herdbuchzüchter gemeinsam mit Vertretern dreier Landesschafzuchtverbände. Federführen in der Bentheimer-Zucht ist nach wie vor der Landesschafzuchtverband Weser-Ems (LSV) mit den Schwerpunkten Grafschaft Bentheim und Emsland. Insgesamt gibt es in Weser-Ems 770 eingetragene Mutterschafe und 30 Böcke, in Schafzuchtverband Hannover, zudem der Verbreitungsschwerpunkt Diepholzer Moorniederung zählt, sank die Zahl der Tiere von 548 im Jahr 2008 auf 469 im Jahr 2009. In Nordrhein-Westfalen sank die Zahl der eingetragenen Mutterschafe von 347 im Jahr 2007 auf 328 im Jahr 2008. Neuere Zahlen lagen nicht vor. Weitere Bestände gibt es in den neuen Bundesländern, Bayern und dem Saarland. Insgesamt gibt es einige Hundert Tiere weniger als im Jahr 2005, als das Bentheimer Landschaf zur bedrohten Nutztierrasse des Jahres ernannt worden war und es etwa 2500 Zuchttiere gab.
Ein Grund für den Rückgang ist neben der allgemein abnehmenden Schafhaltung vermutlich die Blauzungenkrankheit, der vor den gezielten Impfkampagnen der Jahre 2008 und 2009 besonders viele Bentheimer zum Opfer gefallen waren. Tierärztin Dr. Antje Hamann-Tölken von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen empfahl allen Schafhaltern, ihre Bestände auch 2010 zu impfen und zwar selbst dann, wenn die Bundesländer aus Kostengründen von einer allgemeinen Impfpflicht abrücken sollten. "Wenn wir nicht impfen, gefährden wir den Erfolg aus den Vorjahren und setzen die Tiere der Gefahr einer tödlichen Erkrankung aus", sagte die Veterinärin in Dülmen.
Henrik Wagner, Rassebetreuer der Gesellschaft zur Erhaltung bedrohter Haustierrassen, hat im Rahmen seiner Doktorarbeit als Veterinär den Bestand der Bentheimer genau untersucht und ermittelt, welche Tiere es wo tatsächlich noch gibt. Das Problem: Tierzucht ist Ländersache und jedes Bundesland verwendet eigene Kennzeichnungsschlüssel für Schafe. Wechselt ein Schaf das Bundesland wird es oft ummarkiert. Wird es dann im alten Bundesland nicht aus den Beständen gelöscht, gebe es ein Schaf plötzlich doppelt, sagte Wagner. Dies sei in der Vergangenheit häufig passiert, so dass von offiziell 145 lebenden Zuchtböcken bundesweit wohl ein Drittel gar nicht vorhanden sei, was die Zuchtbasis der Rasse deutlich verkleinere und die Gefahr der Inzucht erhöhe. Ziel müsse eine einheitliche Kennzeichnung der Schafe sein, forderte Wagner, der aufgrund seiner Daten theoretisch Anpaarungsempfehlungen für ganze Herden geben kann. Zuchtleiter Klaus Gerdes schloss sich dieser Forderung an.
Bei seinen Untersuchungen hat Wagner festgestellt, dass der Beginn eines Zuchtprogramms gegen die Schafkrankheit Scrapie dazu geführt hat, dass zwei von nur noch fünf aktiven Bocklinien besonders oft im Bestand vorkommen, so dass eine genetische Verarmung einzutreten drohe, beziehungsweise schon eingetreten sei.
Klaus Gerdes und LSV-Vorsitzender Heiko Schmidt erläuterten noch kurz die bevorstehende elektronische Kennzeichnung von Schafen, die ab 2010 "trotz Protesten der Schafhalter" verpflichtend werden soll. Eine Durchführungsverordnung wurde aber bisher nicht erlassen, so dass Details erst Ende des Jahres bekannt werden dürften.
Das Foto zeigt Gastgeber Alfred Letterhaus mit seinem Zuchtbock. Rechts Heiko Schmidt vom LSV Weser-Ems.

 
24. Dezember    
Herzliche Weihnachtswünsche vom Verein Land Unter an alle Besucher unserer Seite. Weiße Weihnacht bedeuten für unsere Schafe ein etwas anstrengenderes Leben als sie es gewohnt sind. Aber trotz des Schnees finden sie genug Nahrung und können sich wenn sie wollen an einem Strohballen bedienen.
Regelmäßig übernachten wieder Sing- und Zwergschwäne auf dem Versener Heidesee. Am Tag ziehen sie auf die umliegenden Maisäcker. Das untere Foto zeigt ein Eltern- und ein Jungtier. Der Osnabrücker Biologe Axel Degen hat mitgeteilt, dass der Schwan "Helsinki EJ0782" sich wie im Vorjahr nahe Versen niedergelassen hat. 2008 hatte er mit seinem Partner neun Jungtiere aus Finnland ins Emsland geführt- in diesem Jahr sind beide ohne Nachwuchs da. Der Schwan "Helsinki EJ0782" wurde vor 14 Jahren in der finnischen Provinz Häme, 1350 Kilometer vom Emsland entfernt, geschlüpft und später von Forschern beringt worden.
 

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