Heiligabend 2023
Leider ist das Wetter immer unberechenbarer. Nachdem wir in den letzten Jahren immer wieder mit Dürre zu kämpfen hatten, regnet es in diesem Jahr vor allem in den letzten drei Monaten nahezu unablässig. Rund 1100 Liter werden es in Meppen am Ende sein - "normal" sind 760 Liter pro Jahr.
Und so sind nicht nur die mit Solaranlagen betriebenen weidezaungeräte inzwischen "stromlos", weil einfach keine Sonne scheint (Ersatz kommt jetzt aus anderen Akkus), auch hat uns Sturmtief Zoltan ein paar kleinere Schäden angerichtet.
Und nun haben wir Heiligabend vorsorglich in Bokeloh die Solarstation abgebaut. Hier droht Hochwasser von der Hase, das das Gerät ziemlich sicher zerstört hätte. Vielen Dank an Josef Heidemann aus Bokeloh, der spontan mit seinem Traktor für den Abtransport des schweren Teils gesorgt hat.
In diesem Sinne wünscht der Verein Land Unter allen Mitgliedern und Freunden des Naturschutzes eine schöne und vor allem ruhige Weihnachtszeit.
10. Dezember 2023
Wir haben uns für den Klimaschutzpreis 2023 der Stadt Meppen beworben und sind tatsächlich ausgewählt worden. Für den mit dem NABU Meppen geteilten zweiten Platz werden wir 625 Euro erhalten, die dann in die neue Streuobstwiese fließen sollen. Mehr dazu nach der Preisverleihung, die zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden soll.
10. Dezember 2023
Ein weiteres größeres Projekt unseres Vereins nimmt langsam Formen an: Unsere Streuobstwiese wird erweitert.
Die dem Heidesee benachbarte Wiese habe wir bisher immer wieder zeitweise als Weide genutzt ujnd dafür immer einen mobilen Zaun aufgestellt. Weil der aber nicht dauerhaft einsetzbar ist und wir ihn mit 1,10 Metern Höhe für nciht wolfsabweisend genug halten, haben wir wieder die Firma Highland Stall & Weide als Partner gewonnen. Das Unternehmen hat die meisten unserer wolfsabweisenden Zäune gebaut und jetzt für uns die rund einen Hektar große Wiese neu eingezäunt. Wir haben dafür vorher die Zauntrasse freigearbeitet, damit der neue sechszügige Wolfszaun aufgestellt werden konnte.
Nachdem der Zaun fertig war, hat der Landkreis Emsland über die ESBA rund 45 Obstbäume alter Sorten gepflanzt - im wesentlichen im Abstand von 10 mal 10 Metern. Damit ist nicht die gesamte Weide bestellt worden, was auch wegen des Zuschnittes der Fläche nciht ratsam war. Außerdem wollen wir noch einige seltene, schwer zu beschaffende Obstsorten aus der Region ergänzen, was später erfolgen soll.
Leider haben Kaninchen einen Teil der Bäume gleich in der ersten Nacht geringelt und einige so schwer beschädigt, dass sie noch einmal ausgetauscht werden müssen. Eine endgültige Sortenliste wird deshalb später veröffentlicht.
Wir danken dem Landkreis Emsland und der Volksbank Emstal in Lathen. Letztere hat uns eine Förderung in Höhe von 5000 Euro zugesagt, die unter anderem auch für die noch zu ergänzenden Bäume, eine angesichts des Klöimawandels und seiner Dürren unabdingbare Bewässerungsanlage und eine Beschilderung der Bäume verwendet werden soll.
27. Oktober 2023
Das Jahr neigt sich dem Ende zu und die Ereignisse stimmen aktuell nicht gerade hoffnungsfroh. Denn in den benachbarten Niederlanden hat der Wolf erneut Schafe getötet - nur gut 15 Kilometer Luftlinie von unserer Herde entfernt.
Außerdem greift die Blauzungenkrankheit (BT) um sich - auch hier gibt es Fälle in direkter Nachbarschaft. Wie sind von dieser durch Gnitzen übertragenen Krankheit glücklicherweise bisher noch nicht betroffen. Wenn es aber nicht bald deutlich kühler wird - die Gnitzen fliegen dann nicht mehr bzw. sie reproduzieren den BT-Erreger dann nicht - dann wird es eng für unsere Schafe. Aktuell gibt es weder ein Gegenmittel noch einen Impfstoff. In den Niederlanden, von wo aus sich die Tierseuche ausbreitet, gab es bereits tausende Fälle und viele schwer kranke, vor allem aber auch tote Schafe und Ziegen. Der Virus vom Serotyp 3 breitet sich rasend schnell aus.
Im Landkeis Ammerland nördlich des Landkreises Emsland ist inzwischen ein BT-Fall bei einem Schaf bestätigt worden.
Herbst am Heidesee
20. September 2023
Nach dem wir im August 2020 bereits den Verdacht hatte, dass die sehr seltene Hornissen-Raubfliege am Heidesee vorkommt, konnte sie nun wieder gesichtet werden.
Diese 3 cm lange Raubfliege hat es auf Heuschrecken, vor allem aber auf Dung- und Mistkäfer abgesehen und ist ein ausgesprochener Kulturfolger: Nur dort, wo Weidetiere mit ihrem Kot und Dung speziellen Käfern Nahrung bieten, hat diese Raubfliege eine Chance. Deshalb ist sie auch sehr selten und bundesweit im Bestand bedroht (Rote Liste 2).
Das Foto zeigt ein Exemplar mit Beute.
Mehr zur Art hier.
9. August 2023
Illustre Runde am Heidesee: Die in Fachkreisen sehr bekannten Botanik-Taucher und Botaniker Klaus van de Weyer, Ron Mes, Egbert Korte und Frank Pätzold sind aus Süddeutschland, Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden nach Meppen gekommen, um den Heidesee zu betauchen. Eingeladen hatte sie Ralf BEcker aus Oldenburg, der schon oft am See kartiert hat. Ein toller Nachmittag mit einigen schönen Ergebnisse.
5. August 2023
Interessanter Fund in den Mansenbergen. Beim Absuchen eines Exemplars des Englischen Ginsters nach Samenkapseln fiel dieses Exemplar der Trockenrasen Grüneule (Calamia tridens) auf. Der Nachtfalter besiedelt magere, lückig bewachsene Rasengesellschaften und auch Heiden. Er ist an Sandböden gebunden und wird in Niedersachsens auf der Roten Liste als "stark gefährdet" geführt. Der Experte Frank Rosenbauer (Dank für das Bestimmen des Falters) hatte die Art in der benachbarten Tinner Dose schon mehrfach kartiert.
7. Juli 2023
Neu- bzw. Wiederentdeckung auf den Mansenbergen: Quendel-Seide, ein auf Besenheide lebender Schmarotzer mit hübschen Blüten. 2018 war schon einmal eine Pflanze vorhanden, nun sind es ein paar Quadratmeter.
Die Quendel-Seide gilt seit einigen Jahren als im Bestand gefährdet und wird auf der Roten Liste geführt. Im Emsland ist ist inzwischen recht selten geworden.
Die Quendel-Seide (Cuscuta epithymum) hat keinen Bodenkontakt und verbindet sich mit ihrer Wirtspflanze über spezielle Haft- und Saugorgane, mit deren Hilfe alle notwendigen Nährstoffe aufgenommen werden. Die fadenartigen Stängel verzweigen sich stark. Dadurch kann eine einzige Cuscuta-Pflanze mehrere Wirtspflanzen gleichzeitig befallen.
Die Art bevorzugt Heide im Alter von zwei bis fünf Jahren. Nach dem Abplaggen eines Teils der Mansenberge ist genau diese Altersklasse jetzt in gesunden Beständen nachgewachsen.
29. Mai 2023
Der Geopark Emsland ist eine relativ neue Einrichtung. Er beschreibt an verschiedenen Stationen, wie das Emsland das wurde, was es heute ist.
Unterhalb der Mansenberge erklärt jetzt ein neues Hinweisschild, was es mit der mehr als 3000 Jahre alten Hügelgräberheide auf sich hat.
Mehr unter: www.geopark-emsland.dewww.geopark-emsland.de oder www.geoparks-in-deutschland.de.
27. Mai 2023
Leider herrscht auch in diesem Jahr schon wieder eine ausgesprochene Trockenphase, die sich zu einer Dürre auszuwachsen droht. Auf dem Foto git zu erkennen sind die Trockenschäden des Vorjahres. Die Besenheide, gerade erst 2 Jahre alt nach Abplaggen des Oberbodens, ist stellenweise abgestorben.
22. April 2023
Mehr als 40 Vereinsmitglieder waren bei der Generalversammlung im Kossehof in Meppen dabei. Unser Dank geht an das Team des Kossehofes, vor allem Dette und Christine sowie alle Helferinnen und Helfer.
Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Berichte:
Der Meppener Naturschutzverein Land unter e.V. hat 2022 mehrere Großprojekte abgeschlossen. Außerdem vermeldet er Erfolge im Artenschutz.
Im Nachgang zur Generalversammlung im Meppener Kossehof teilt der Verein mit, 2022 sei trotz zwischenzeitlicher starker Trockenheit für die rund 40 Hektar Naturschutzgebiete, die sich in der Obhut des Vereins befinden, ein gutes Jahr gewesen. Der Verein Land Unter besteht seit inzwischen 27 Jahren und pflegt mit einer Herde Bentheimer Landschafe und einigen Niederländischen Landziegen wertvolle Kulturlandschaften rund um Meppen und auf dem Hümmling, vor allem Sand- und Moorheide sowie Sandmagerrasen.
2022 habe man am Versener Heidesee demnach erstmals einen Wiedehopf gesichtet, berichtete Vereinsvorsitzender Tobias Böckermann einer Pressemitteilung zufolge. Der auf Großinsekten spezialisierte, farbenprächtige Vogel war vor rund sieben Jahrzehnten im Emsland ausgestorben. Bis dahin galt er als Kulturfolger der Schafhaltung – denn wo Schafe sind, gibt es kurzrasige Vegetation, in der sich sehr gut Großinsekten wie Grillen oder Käfer jagen lassen.
Das am Heidesee gesichtete Exemplar hielt sich dort mehrere Wochen auf der Suche nach einem Weibchen auf. Das Weibchen blieb aus, der Vogel zog weiter. Aber der Verein habe ihm mit Hilfe der JVA Meppen-Versen mehrere spezielle Nistkästen bauen lassen und hoffe nun auf eine Rückkehr im Jahr 2023.
Erstmals sei am See im vergangenen Jahr eine Ringelnatter festgestellt worden. Diese Amphibien fressende Schlange komme im Emsland nicht allzu häufig vor, berichtete Vorstandsmitglied Carsten Marien. In dem Naturschutzgebiet am Heidesee gebe es damit alle drei im Emsland vorkommenden Schlangenarten. Neben der Ringelnatter auch die Kreuzotter und die Schlingnatter.
Der Verein betreut unterschiedliche Flächen, darunter auch eine ehemalige Hochmoorfläche, die nicht wiederzuvernässen ist. Hier hat sich einer der größten Orchideenstandorte des Emslandes etabliert, der von den Schafen des Vereins offen gehalten wird. 2022 blühten hier mehr als 5100 Knabenkräuter und 1200 Exemplare der Echten Sumpfwurz.
Der Verein sei in mehreren Artenhilfsprojekten engagiert, berichtete der Vorstand. Dabei gehe es darum, extrem bedrohten Pflanzenarten wie der Arnika eine neue Chance zu geben.
Günter Wester berichtete über die Imkerei des Vereins, die sich auf das Imkern in Körben spezialisiert hat. Herkömmliche Imkereien setzen seit Jahrzehnten auf moderne Bienenbeuten aus Holz. Die Körbe des Vereins Land Unter entsprechen hingegen historischen Vorbildern oder sind bereits Jahrzehnte alt. Wester berichtete, die im vergangenen Jahr 18 Völker seien gut und gesund durch den Sommer gekommen und erläuterte einige der alten Techniken, die für diese Art des Honigmachens notwendig sind.
Über die Vereinsfinanzen berichtete Kassenwart Jürgen Scholz. 2022 habe der Verein viel Geld beim Bau einer Remise am Heidesee ausgegeben, die vor allem dem Wolfsschutz dienen soll. Im Falle eines Übergriffs, der trotz mehr als ausreichender elektrischer Einzäunung zu befürchten sei, könne dort die Schafherde vorübergehend nachts sicher eingesperrt werden, berichtete Vorsitzender Böckermann.
Der Verein sei mit der Bereitstellung von mehr als 20.000 Euro an Eigenmitteln an die Grenzen des Möglichen gegangen, sagte Kassenwart Scholz. Am Ende sei die Finanzierung aber dank der erheblichen Zuschüsse aus dem Leader-Programm (20.000 Euro) und von der Stadt Meppen (5000 Euro) geglückt.
Der Wolf ist bei den Schafhaltern immer wieder Thema. Mit dem Bokeloher Beel, einem Sandmagerrasen an der Hase, sei im vergangenen Jahr eine weitere Weidefläche wolfsabweisend eingezäunt worden, berichtet der Verein. Hier sei aber der Landkreis Emsland federführend aktiv gewesen, wofür man sich ausdrücklich bedanke. Der neue, ganzjährig elektrifizierte Zaun ist rund einen Kilometer lang.
Der Verein Land Unter hat lange Jahre Erfahrung mit der deshalb notwendigen Einzäunung. Darüber und über die Schwierigkeiten, die durch den Wolf entstehen, hat Tobias Böckermann der Mitteilung zufolge 2022 einen Vortrag bei einem Kongress im alten Bundestag in Bonn gehalten. Eingeladen hatte des Bundeslandwirtschaftsministerium.
Der Vortrag ist in einem Sammelband veröffentlicht worden. Außerdem erschien im vergangenen Jahr ein wissenschaftlicher Artikel über den Versener Heidesee. Insgesamt leben in den vom Verein betreuten Gebieten 120 im Bestand gefährdete Tier- und Pflanzenarten.
9. April 2023
Nachdem sich im Sommer 2022 am Heidesee ein Wiedehopf aufgehalten hat, hatten wir ihm zwei Nistkästen aufgehängt in der Hoffnung, dass sich der sehr seltene Vogel auf Dauer ansiedeln würde. Wir warten gespannt, was in diesem Jahr geschieht.
Weil sich aug die Mansenberge bei Sögel ppotentiell für den Wiedehopf eignen könnten, hängt nun auch dort ein Nistkasten.
Dank für den Bau noch einmal an die JVA Meppen.
3. April 2023
Während die Ablammung auf Hochtouren läuft, hat der Regen der vergangenen Tage endlich aufgehört. Die Sonne scheint, aber es ist weiter recht kalt.
Gute Voraussetzungen, um Schlangen zu suchen, die sich unter den ausgelegten Blechen aufwärmen. Gefunden haben wir ein Jungtier der Schlingnatter. Schöner Nachweis der Reproduktion im vergangenen Jahr.
29. März 2023
Die ersten Lämmer sind da. Auftakt für eine anstregende Zeit. In den kommenden vier Wochen erwarten wir etwa 50 kleine Nachwuchs-Landschaftspfleger.
Die Schafe bekommen die Lämmer draußen in der Heide und werden von uns dann in den Stall geholt. Dort bleiben sie ein paar Tage, damit sich die Mutter-Kind-Bindung festigt. Im Stall bekommen die Lämmer auch ihre Ohrmarken, damit wir mit unserer Herdbuchzucht nicht durcheinander kommen.
30. Januar 2023
Ende 2022 ist ein Band der Zeitschrift "DROSERA Naturkundliche Mitteilungen aus Nordwestdeutschland" erschienen. Herausgegeben wird es vom Verein zur Förderung Naturkundlicher Untersuchungen in Nordwestdeutschland e. V. und der Universitätsbibliothek Oldenburg.
Im lange erwarteten neuen Heft beschäftigen sich die verschiedenen Autoren mit den Heideweihern Norddeutschlands und ihrer Pflanzenwelt. Enthalten ist auch der Beitrag "Der Versener Heidesee -vom Baggersee zum fischfreien Hotspot für gefährdete Pflanzenarten in Nordwestdeutschland" von unserem Vorstandsmitglied Tobias Böckermann, der den Text gemeinsam mit Ralf Becker und Melanie Willen erarbeitet hat. Der Text kann beim Verein als pdf angefordert werden oder unter diesem Link bestellt werden.
30. Januar 2023
Das Jahr ist schon einige Tage alt und der Verein Land Unter ist weiterhin aktiv. Nachdem 2022 unsere Remise weitgehend fertig geworden ist, erledigen wir derzeit noch einige Restarbeiten.
Außerdem bereiten wir das nächste Projekt vor: Wir planen auf der Fläche direkt neben unserer Remise die Anlage einer bis zu einen Hektar großen Streuobstwiese. Sie wird hauptsächlich mit regionalen, alten Apfelsorten bepflanzt, von denen einige Sorten sogar aus dem Emsland stammen.
Leider müssen wir die Fläche so wie den Rest unserer Weiden wolfsabweisend einzäunen.
Außerdem benötigen wir noch ein Konzept zur Bewässerung der jungen Bäume in Dürrezeiten: Bekanntlich sorgt der Klimawandel dafür, dass es immer häufiger lange Trockenphasen im Sommer gibt.
Um den Zaun bauen zu können, hat ein befreundetes Unternehmen nicht mehr standsichere Traubenkirschen und Birken mit einem Bagger entfernt. Dies geschah auch entlang des Zauns am Heidesee.
Die Streuobstwiese soll den Lebensraum am See weiter aufwerten. Streuobstwiesen gelten als einer der artenreichsten Lebensräume in der Kulturlandschaft überhaupt - allerdings nur dann, wenn die Wiese nicht aus einer monotonen Grasmischung besteht, sondern ihrerseits viele Blumen enthält. Das ist bei unserer Wiese bereits der Fall und soll nach Möglichkeit noch verbessert werden.
Die Bäume sollen im Herbst in "weitem Gehüt" gepflanzt werden, so dass auch in einigen Jahren noch genügend Licht auf die Wiese fällt und die Baumkronen nicht alles beschatten.
Wir werden an dieser Stelle fortlaufend berichten.