
Schäferblog 2014
31. Dezember
Mit den besten Wünschen für das kommende Jahr verabschieden wir uns aus 2014. Am Sonntag, dem 11. Januar ab 14 Uhr veranstalten wir zum zweiten Mal unseren Neujahrsempfang im Schafstall am Heidesee
und hoffen auf reges Interesse.
8. November
Der Wolf ist ins Emsland zurückgekehrt. Es gibt mindestens zwei Tiere und als Landschaftspflege- und Naturschutzverein freuen wir uns über seine Rückkehr ins Emsland nach mehr als 150 Jahren.
Allerdings verändert seine Anwesenheit die Situation: als Nahrungsopportunist frisst der Wolf auch ab und zu Schafe (die Jagd auf sie ist einfach und ungefährlich) und er hat das nur wenige 100 Meter
entfernt von unserer Weide wohl auch schon getan. Der Verlust wäre finanziell ab und zu zu verkraften. Angriffe vom Wolf bedeuten aber, dass die Herden unruhig werden und kaum noch lenkbar sind.
Außerdem besteht die große Gefahr, dass eine panische Schafherde die Zäune durchbricht und auf die Autobahn läuft. Dieses Risiko wollen wir nicht eingehen und wir versuchen, uns auf die veränderte
Situation vorzubereiten. Allerdings ist das nicht so einfach: Ohne neue oder verbesserte Zäune (genauer: ohne einen "wolfsabweisenden Grundschutz") werden wir auf Dauer wohl keine Schafe mehr halten
können. Erste Gespräche mit den Behörden laufen. Bis es soweit ist, haben wir den Zaun am Heidesee so weit es uns möglich ist in Schuss gebracht wie uns das möglich ist. Er ist mehr als 3,5 Kilometer
lang.
27. September
In diesem Jahr besteht großes Interesse an unseren Zuchtböcken. Wir haben anderen Betrieben mit insgesamt vier vom Verband gekörten Tieren weiterhelfen können, darunter auch einer Großschäferei mit
mehr als 700 Bentheimern. Ende September war eine kleine Delegation Züchter aus den Niederlanden in Berßen und am Heidesee und hat unsere Tiere begutachtet. IN Holland züchten sie das "Große
Heideschaf" und versuchen, aus den alten niederländischen und deutschen Heideschafrassen eine neue, möglichst noch bessere Rasse zu züchten. Einer unserer Böcke wird vielleicht auch dazu
eingesetzt.
27. September
Von Ende August bis Ende September haben wieder Schafe von Thomas Hasken aus Emsbüren auf unserer Orchideenfläche geweidet. Wir hoffen, dass sich der Bestand der Knabenkräuter im kommenden Jahr noch
weiter erhöht. Carsten Marien hat noch viele Stunden investiert, um die von den Schafen nicht gefressenen Stängel der Weiden abzumähen.
16. September
Auf den Mansenbergen bei Berßen weiden unsere Schafböcke. Zeit für eine Siesta.
15. September
Unser Vorstandsmitglied Carsten Marien hat am Schafstall am Heidesee eine ganze Reihe Nisthilfen für Vögel und Insekten sowie Unterschlupf für Fledermäuse angebracht, die er zuvor selbst gebaut hat.
Heinz Helle vomLandkreis Emsland steuerte noch einen Schleiereulennistkasten bei.
15. September
Dank der Unterstützung unseres Mitgliedes Gerd Gels haben wir nun einen Bauwagen am Stall. So können wir bei Arbeitseinsätzen oder Führungen auch bei schlechtem Wetter tätig sein. Herzlichen Dank
auch an Andreas Scholz, der uns den Bauwagen aus Meppen mit dem Traktor hergefahren hat.
15. Juni
Auf einer unserer Pflegeflächen stehen die Orchideen in Blüte. Das Gefleckte und das Übersehene Knabenkraut, dazu viele Hybriden der beiden Arten und die Echte Sumpfwurz sind zu finden. Seit Beginn
der Pflege ist die Zahl der blühenden Exemplare um 15 Prozent gestiegen.
20. Mai
Endlich ist unser neuer Viehanhänger eingetroffen und angemeldet. Es handelt sich um ein Modell der britischen Marke Ifor Williams, das aus England importiert wurde. Der Anhänger ist mit allem
ausgestattet, was wir für unsere Arbeit benötigen. Beim Kauf haben uns die Emsländische Sparkassenstiftung und die Emsländische Naturschutzstiftung maßgeblich unterstützt. Wir bedanken uns sehr
herzlich dafür.
Quasi neu im Team des Vereins ist eine Hündin: Spy ist acht Monate alt und soll zum Hütehund ausgebildet werden.
27. April
Die Ablammzeit ist fast beendet und ohne größere Komplikationen verlaufen. Bisher haben wir 47 Lämmer, was einem Schnitt von 1,56 pro Mutterschaft entspricht.
15. April
Hier ein Bericht unserer Generalversammlung.
Meppen. Der Meppener Naturschutzverein Land Unter e.V. hat eine positive Jahresbilanz gezogen. Einer Pressemitteilung zufolge, sind im Jahr 2013 weitere Naturschutzprojekte in Angriff genommen
worden.
Der Verein betreibt Landschaftspflege mit den noch immer im Bestand bedrohten Bentheimer Landschafen. Zu diesem Zweck hält der Verein eigenen Angaben zufolge derzeit 30 Mutterschafe, zehn Jährlinge
sowie ein Dutzend Böcke. Die Tiere beweiden Naturschutzgebiete im Raum Meppen und auf dem Hümmling - insgesamt rund 35 Hektar. Die bundesweit gefragten Zuchttiere wurden in die Lüneburger Heide und
nach Ostfriesland verkauft. Wie Vorsitzender Tobias Böckermann und Kassenwart Jürgen Scholz den gut 45 erschienen Mitgliedern auf dem Meppener Kossehof mitteilten, ist die Pflegefläche des Vereins im
vergangenen Jahr um etwa einen Hektar gewachsen. Beweidet wird in Kooperation mit einem weiteren Schäfer eine nicht mehr wieder zu vernässende Fläche im Bourtanger Moor bei Fullen, auf der sich seit
Jahren einer der größten Orchideenbestände der Region etabliert hat. 2013 blühten dort allein 1300 Knabenkräuter zweier verschiedener Arten. Um ein Zuwachsen mit Birken zu vermeiden hat die
Projektgruppe Naturschutz des NABU die Fläche entkusselt, der Landkreis Emsland hat sie eingezäunt und im September weideten dann 40 Bentheimer Landschafe auf der Fläche.
Der rund 130 Mitglieder zählende Verein hat sich an einem Forschungsprojekt der Uni Gießen beteiligt, war auf der Auktion in Uelsen erstmals mit zwei Tieren vertreten, von denen eines für 600 Euro
und damit einen der Spitzenpreise verkauft werden konnte. Außerdem haben an mehreren Führungen im Sommer rund 130 Personen teilgenommen. Auf den Pflegeflächen des Vereins leben mehr als im Bestand
bedrohte 40 Tier- und rund zum Teilextremseltene 30 Pflanzenarten.
Vorbereiten will sich der Verein auf die Rückkehr des Wolfes, für dessen Fernhalten von den Schafen auf Dauer nach Einschätzung des Vereinsvorstandes besondere Zäune nötig sein werden. Probleme
bereitet der massive Eintrag von Stickstoff aus Landwirtschaft und Straßenverkehr, der die auf den Heiden und im Versener Heidesee wachsenden nährstoffsensiblen Pflanzenarten im Bestand bedroht und
den Erhalt der Heide erschwert. Welche Auswirkungen die gerade erarbeitete Agrarreform auf die Landschaftspflege mit Schafen habe, sei noch nicht endgültig abzusehen, teilte der Vorstand mit. Man
hoffe aber auf eine Aufstockung der Mittel für ökologisch und am Erhalt der Landschaft orientierte Betriebe.
Nach 18 Jahren Vorstandsarbeit trat Vereinsmitgründer Andreas Brüning-Weißelberg aus Zeitgründen von seinem Amt zurück. Jürgen Scholz dankte ihm ausdrücklich und von Herzen für seine Aufbauarbeit,
ohne die der Verein in seiner heutigen Form nicht denkbar sei. Der freie Vorstandsposten soll im kommenden Jahr neu besetzt werden. Info: www.bentheimer-landschaf.de
30. März
In ein paar Tagen beginnt bei uns die Lammzeit. Bis dahin stärken sich die Schafe mit einem kräftigen Schluck Moorwasser.
28. März
Der Frühling ist viel früher gekommen, als sonst. Im Versener Heidesee tummeln sich etwa 100 Erdkrötenpärchen und auch ein paar "Trios". Sie laichen derzeit ab.
31. Januar
Noch haben die Schafe ihre neue Futtermöglichkeit nicht entdeckt. Aber unsere neue englische Heuraufe wird sie sicher bald interessieren. Sie hat Räder und kann deshalb nach einer Weile gut verstellt
werden. Denn bei Regenwetter weicht der Futterplatz schnell auf.
12. Januar
Unser kleiner Neujahresempfang mit Kaffeetrinken im Schafstall war ein schöner Erfolg. Vereinsmitglieder und Freunde des Vereins hatten ein paar gemütliche Stunden bei bestem Wetter. Ein kleiner
Spaziergang zum See war auch möglich. INsgesamt waren rund 40 Erwachsene und 20 Kinder am Heidesee.