29. Juli
Die Auktion in Uelsen hat wieder viele Käufer angelockt. Hier ein erster Bericht und einige Fotos. Mit dabei war auch Niedersachsens Agrarminister Gert Lindemann, der ein Exemplar des Buches "Das
Bentheimer Landschaf" erhielt.
Die 18. Eliteauktion für Bentheimer Landschafe in Uelsen hatte eine ganze Reihe Schwergewichte aufzubieten, und das in zweifacher Hinsicht. Zum einen stattete Niedersachsens Agrarminister Gert
Lindemann den Schafzüchtern einen Besuch ab. Zum anderen zeigten die Züchter aus dem gesamten Bundesgebiet auch 17 Stammböcke - also seit Jahren bewährte Zuchttiere, die ein besonders stattliches
Bild abgaben.
"Schafpolitik" zu betreiben ist bei der Auktion in Uelsen seit einigen Jahren neben der Bewertung der Tiere und der anschließenden Versteigerung ein wichtiges Unterfangen - jedenfalls aus Sicht der
Schafhalter. Zu sehr machen ihnen schwankende Preise und vor allem die Tatsache, dass sie bei der Vergabe von Fördermitteln oder dem Verfassen von Agrarprogrammen und neuen Vorschriften entweder
vergessen oder aus ihrer Sicht schlicht missverstanden werden. Kennzeichnungspflicht für Einzeltiere, fehlende Flächenprämien für Grenzertragsstandorte wie Heiden und Moore, immer höherer
bürokratischer Aufwand und letztlich der Umgang mit Tierseuchen: Themen haben die Schafhalter genug, zuletzt die neuen Tierkrankheiten Blauzunge und Schmallenberg.
So wurde Agrarminister Lindemann folgerichtig vom Vorsitzenden des Landes-Schafzuchtverbandes Weser-Ems, Heiko Schmidt, in besonderer Weise erwartet. "So nah kommen wir Ihnen schließlich nicht jeden
Tag", sagte Schmidt. Dabei stünden die Schäfer über ihre Verbände durchaus in regem Kontakt zum Ministerium, sagte der Minister. "Wir wissen, dass es vor allem für Schafhalter, die keine eigenen
Flächen bewirtschaften, manchmal schwierig ist, Fördergelder zu bekommen." Und genau das können die wenigsten - Schafe werden vor allem auf Deichen oder in Heiden gehalten, die meistens der
Allgemeinheit gehören und deren Pflege erwünscht ist. Heiko Schmidt beklagte, die Vermaisung der Landschaft sei frappierend, der Konkurrenzdruck auf die Fläche für Schafhalter nur noch selten
auszuhalten. "Die Preise für Lammfleisch waren gut - wie wäre es, wenn wir sie für 20 Jahre festschreiben würden?", fragte er mit Blick auf die Förderung von Bioenergie. "Wir müssen wieder stärker
Betriebe fördern, die ihre Tiere überhaupt noch draußen halten", forderte er und schloss auch Milchvieh mit ein.
Minister Lindemann erwiderte, bei der Förderung seien Änderungen auf EU-Ebene im Gespräch, beim Schmallenbergvirus hoffe man, dass die Bestände inzwischen durchseucht, also mit dem Erreger in Kontakt
gekommen seien und man nun weniger Probleme haben werde. Viele Dinge, die Schafhalter bemängelten, seien überdies auf Landesebene nicht zu beheben.
Bei einem Rundgang über das Gelände nahm sich der Minister Zeit, die vielen Angebote des Grafschafter Haus- und Nutztiertages zu begutachten, einige regionale Produkte zu probieren und ein Buch über
das Bentheimer Landschaf in Empfang zu nehmen.
Bei den Zuchtergebnissen waren emsländische Züchter wieder sehr erfolgreich. Gesamtsieger aller Zuchtklassen wurde mit einem Bock von Gerfried de Lange zwar ein Grafschafter. Danach platzierte sich
aber Helmut Melbaum mit einem Jährlingsbock als Reservesieger und bei den Lammböcken lag erneut Georg Steenken aus Werpeloh ganz vorne. Alle drei erhielten von Agrarminister Gert Lindemann
Auszeichnungen des Landes Niedersachsen beziehungsweise der Landwirtschaftskammer.
Hinzuzufügen ist, dass der Durchschnittspreis der Jährlingsböcke bei 465 Euro und der der Lammböcke bei 470 Euro lag. Von den 50 aufgetriebenen Bentheier Landschafen wurden 13 nicht verkauft. Der
teuerste Bock wechselte für 1500 Euro den Besitzer.
26. Juli
Der Gemeine Igelschlauch dürfte am Versener Heidesee eines seiner größten Vorkommen im Weser-Ems-Gebiet besitzen. In diesem Jahr konnten wir 815 blühende Exemplare zählen nach 260 im Vorjahr. Das
Foto zeigt eine Uferpflanze. Andere wachsen komplett im Wasser, einige nur unter Wasser wo sie dann aber nicht blühen. Gut zu sehen sind die Fruchtstände, die der Pflanze den Namen gaben. Die
kreisrunden Blätter gehören zum Wassernabel.
24. Juli
Endlich wird es etwas sommerlicher und einige interessante Beobachtungen sind am Heidesee möglich. So fliegt derzeit das Rotbraune Ochsenauge - am See konnten wir den im Bestand bedrohten
Schmetterling erstmals beobachten. Gut zu sehen ist bei passendem Sonnenstand und windstillem Wasser, wie sich Armleuchteralgen und das Stumpfblättrige Laichkraut am Südufer ausgebreitet haben. Beide
sind ebenfalls im Bestand bedroht und benötigen klares, nährstoffarmes Wasser.
13. Juli
Das Land Unter-Land ist wieder ein Stückchen größer geworden. Auf Mansenberge sind etwa 2500 Quadratmeter Heide dazu gekommen, die bislang nicht eingezäunt waren. Genauer gesagt handelt es sich um
ehemalige, heute verbuschte Heide. Die Traubenkirschen wurden vom Landkreis Emsland abgeschlagen, nun soll Schafbeweidung wieder für neue Heide sorgen.
29. Juni
Der Nabu Sögel-Werlte hat eine Exkursion nach Mansenberge durchgeführt. Bei schlechtem Wetter ging es nicht nur um die Heide, sondern auch um unsere Vorfahren, die vor mehr als 3000 Jahren die
Hügelgräber errichtet hatten.
Am Heidesee in Versen gibt sich das Blaukehlchen wieder die Ehre. Außerdem führen die Reiherenten Junge und der Igelschlauch beginnt zu blühen.
29. Mai
Im Mai haben die Schafe immer mehr als genug Futter. Trotzdem oder gerade deshalb sind sie immer auf der Suche nach einem Leckerbissen. So wie dieses Schaf, das gerne Weidenblätter frisst.
In der Zwischenzeit steht der Rohbau unseres neuen Weideunterstandes. Herzlichen Dank an die Erbauer.
29. April
Die Ablammung ist beendet. 46 Lämmer haben unsere Herde verstärkt - damit haben wir für die Weidesaison insgesamt wieder rund 100 Schafe zur Verfügung.
Am Heidesee liegt wieder ein toter Fuchs. Schon merkwürdig, das ist der dritte innerhalb von zwei Jahren.
Landschafts- und Biotoppflege mit Schafen und Ziegen: Es findet ein viertägiger Lehrgang am 19./20. und 26./27. Juni im Tierpark Nordhorn sowie in Tecklenburg statt. Lehrgangsinhalte sind die
wichtigsten Weidebiotope, geeignete Schaf- und Ziegenrassen für die Biotoppflege, Einsatzbereiche von Schaf- und Ziegenbeweidung, Beweidungstechniken, manuelle Pflege,Wirtschaftlichkeit,
Niedersächsische Förderprogramme im Vertragsnaturschutz. Der Lehrgang besteht aus einem allgemeinen Teil und 3 Exkursionstagen zu den Biotoptypen: Moor- und Sandheiden, Magerrasen und montane Wiesen,
sowie Extensivgrünland und Deiche. Gebühr 60,- €/Tag, maximal 25 Teilnehmer. Es sind noch einige Plätze frei. Den theoretischen Teilwird der Land Unter e.V. in bescheidenem Umfang mitgestalten.
16. April
Das Frühjahr ist kalt und nass - aber die Ablammung läuft weitgehend problemlos. Bisher haben 28 Mutterschafe 41 Lämmer bekommen. Vier bis fünf fehlen noch, dann sind wir durch.
1. April
Einen Tag früher als erwartet, sind die ersten Lämmer zur Welt gekommen. Die Zwillinge sind wohlauf - keine Selbstverständlichkeit in Zeiten des Schmallenbergvirus. Wir erwarten noch etwa 30 weitere
Ablammungen und 40 bis 50 Lämmer.
30. März
Eine neue niederländische Studie hat die Verwandtschaft verschiedener Schafrassen untereinander untersucht. Hans Lenstra von der Universität Utrecht hat dabei herausgefunden, dass das Bentheimer
Landschaf mit dem Schoonebeeker Schaf eng verwandt ist, im Verwandtschaftsgrad folgt danach das Veluweer Heideschaf. Die anderen deutschen Heideschafe, nämlich Graue Gehörnte und Weiße Heidschnucke,
stehen dagegen weiter abseits. Die Studie bestätigt damit bisherige Annahmen, die aufgrund anderer Genanalysen, aber vor allem aufgrund der Zuchtgeschichte gemacht wurden. Siehe hierzu auch das Buch
"Das Bentheimer Landschaf". Für die Übermittlung der Studie Dank an Edgar de Poel (NL).
23. März
Am Versener Heidesee errichten wir in einigen Wochen einen Weideunterstand. Die Vorbereitungen haben begonnen - unter anderem haben wir einen neuen Zaun gezogen. Dabei gab es natürlich auch Pausen
und Lammbratwurst. In den mansenbergen konnten wir erstmals seit Beginn der Beweidung 1995 wieder eine Heidelerche hören. Vielleicht richtet sie sich dort ein Revier ein. Der einstige Allerweltsvogel
ist inzwischen längst selten geworden.
7. März
Das Naturschutzgebiet Mansenberge ist mit 8,3 Hektar etwas größer als die tatsächlich durch unsere Schafe beweidete Fläche. Das liegt vor allem daran, dass eine von einem Sandweg abgetrennte Spitze
bisher nicht in die Beweidung mit einbezogen werden konnte. Das hat sich nun geändert - auf unser Bitten wird der Landkreis Emsland eine etwa 2000 Quadratmeter große Fläche zusätzlich einzäunen. Da
hier ohne Beweidung Traubenkirschen, Birken und Eichen aufgewachsen sind, müssen einige der Bäume zunächst entfernt werden. Mit diesen Arbeiten hat der Landkreis Emsland noch im Februar begonnen.
Wann die Einzäunung erfolgt, ist noch nicht klar.
3. März
Die Mitgliederzeitschrift der Gesellschaft zur Erhaltung alter und bedrohter Haustierrassen (GEH) hat einen sehr freundlichen Beitrag über das Buch zum Bentheimer Landschaf gebracht, der hier
nachzulesen ist. Auch das niederländische Pendant, die Zeitschrift "Levende Have", hat kurz auf das Buch hingewiesen. Gleiches gilt für das Magazin "Emskopp" aus dem Emsland.
Arche Nova 2012
Hier der Link zum Emskopp:
http://www.emskopp.de/?p=5082
10. Februar
Hier ein Bericht über den Schmallenbergvirus aus der Neuen Osnabrücker Zeitung:
http://www.www.noz.de/artikel/60712277/das-leiden-kam-per-mueckenstich
3. Februar
Die Staatliche Moorverwaltung hat die klirrende Kälte und den damit hart gefrorenen Boden am Heidesee dazu genutzt, überalterte Heidebestände und Binsen zu mähen. In zwei bis drei Jahren steht dort
wieder junge Heide, die von unseren Schafen kurz gehalten werden kann.
Nicht nur der Winter, auch ein neuer Virus hat jetzt zugeschlagen. Der sogenannte Schmallenberg-Virus lässt Lämmer verkrüppelt oder tot zur Welt kommen. Der Schafhaltung dürfte das wieder einen neuen
Schlag versetzen. Wir sind bislang nicht betroffen, unsere Lämmer kommen aber auch erst Ende März. Zu diesem Thema, zur Schafhaltung allgemein und zum Bentheimer Landschaf hat sich Züchterkollege und
stellvertretender Vorsitzender des Landesschafzuchtverbandes Weser-Ems, Ludwig Schmitz aus dem emsländischen Werpeloh, in einem Radio-Interview geäußert. Hier der Link.
http://www.emsvechtewelle.de/podcast/talk-ludwig-schmitz.html
18. Januar
Endlich ist Zeit, um ein paar Fotos von der Buchvorstellung zu zeigen. Das obere zeigt das Erhaltungszüchter-Ehepaar Heidotting aus Twist/Emsland gemeinsam mit Friedrich Reinking vom Gut Düneburg in
Haren - ebenfalls Erhaltungszüchter. Das zweite Foto zeigt Thomas Berling - ehemals Tierparkleiter in Nordhorn, nun Bürgermeister. Das Buch ist im Handel, sowie im Tierpark Nordhorn und über diese
Homepage (Kontakt) erhältlich. Hier noch ein Link zu einem Interview der Ems-Vechte-Welle: www.emsvechtewelle.de
http://www.emsvechtewelle.de/podcast/buch-ber-bentheimer-landschaft-erschienen.html
10. Januar
In diesem Jahr stehen einige Termine an. Zunächst wollen wir auch am Versener Heidesee einen Weideunterstand bauen. Die Planungen laufen, Baubeginn soll im Frühjahr sein.
Da der Weideunterstand bis zum Frühjahr fertiggestellt sein soll, können wir in diesem Jahr unsere Generalversammlung dort vornehmen und gleichzeitig eine Führung an den See zur Heideblüte und ein
kleines Einweihungsfest veranstalten.